Saturday, 25. June 2016
19.11.2013
 
 

Die US-Notenbank Federal Reserve kauft in immer schwindelerregenderer Höhe amerikanische Staatsschulden auf

Michael Snyder

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) schöpft Hunderte von Milliarden Dollar praktisch aus dem Nichts und kauft mit diesem Geld amerikanische Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere und zieht sie so aus dem Verkehr. Seit Mitte 2008 haben diese Käufe dazu geführt, die Bilanz der Fed von einer Gesamthöhe von unter einer Billion Dollar auf fast vier Billionen Dollar aufzublähen. Dies ist mit Abstand die umfassendste geldpolitische Intervention einer Zentralbank in der bisherigen Geschichte.

Die designierte neue Fed-Chefin Janet Yellen erklärte bereits, sie gehe nicht davon aus, das die anhaltende Lockerung der Geldpolitik bald enden werde, da »der wirtschaftliche Aufschwung immer noch sehr fragil« sei. Aber, wie bereits an anderer Stelle dargelegt, steht auch fest, dass diese Politik des »Quantitative Easing« (QE, »Quantitative Lockerung« der Geldpolitik) dem

Durchschnittsbürger auf der Straße keinerlei Vorteile gebracht hat. Allerdings hat diese lockere Geldpolitik dafür gesorgt, dass die Aktienkurse in ungeahnte Höhen schossen. Unglücklicherweise hat sich diese Aktienmarktblase in jeder Hinsicht von der Realwirtschaft abgekoppelt. Und sollte dieser »billige Geldfluss« einmal versiegen, wird die Blase einfach platzen.

 

Erinnern Sie sich nur daran, was geschah, als der jetzige Fed-Chef Ben Bernanke andeutete, die Fed könnte die zusätzlichen Liquiditätsströme etwas eindämmen und die Politik des »Quantitative Easing« etwas zurückfahren. Allein dies reichte schon aus, auf den Märkten für massive Turbulenzen zu sorgen. Aus diesem Grunde kann die Fed überhaupt nicht damit aufhören, immer weitere Schulden aufzukaufen. Sobald die Fed damit aufhörte, stürzten unsere Finanzmärkte in eine Krise, die weitaus schlimmer als die Erschütterungen von 2008 ausfiele.

 

Dies liegt zum überwiegenden Teil daran, dass die Probleme, die 2008 unser Finanzsystem abstürzen ließen, niemals wirklich gelöst wurden. Sie wurden lediglich vorübergehend mit den Billionen »billigen Geldes« von der Fed überdeckt. Die ständige Ausweitung der Geldmenge hielt die Aktienkurse künstlich hoch und die Zinsen ebenso künstlich auf einem extrem niedrigen Niveau.

Gegenwärtig kauft die Fed allmonatlich amerikanische Staatsschulden und hypothekenbesicherte Wertpapiere in einem Umfang von annähernd 85 Mrd. Dollar. Der Umfang der Käufe amerikanischer Staatsanleihen soll, so sagt man uns, bei etwa 45 Mrd. Dollar monatlich liegen; aber wer weiß schon, was die Fed tatsächlich hinter den Kulissen so alles macht. Wie auch immer, indem die US-Notenbank Geld aus dem Nichts schöpft und damit dann amerikanische Staatsanleihen aus dem Verkehr zieht, monetarisiert sie faktisch in immer schwindelerregenderer Höhe amerikanische Staatsschulden.

 

Aber genau dies bestreiten Vertreter der Fed immer wieder. So wies der Direktor der Federal Reserve Bank of Atlanta, Dennis Lockhart, bereits im April diesen Vorwurf scharf zurück. »Ich lehne die Sichtweise ab, dass die Fed die Schulden monetarisiert«, sagte er.

 

Wie kann die Fed offiziell glaubwürdig bestreiten, dass sie die Staatsschulden monetarisiert? Indem sie verspricht, die ganzen Schuldpapiere, die sie derzeit kauft, eines Tages wieder zu verkaufen. Und da die Fed nun einmal alle diese Staatschulden nicht auf ewig in ihrer Bilanz mitschleppen will, kann man, zumindest nach ihrer verqueren Logik, eben nicht davon sprechen, dass sie die Schulden monetarisiere. – Versuchen Sie bitte, Ihr Lachen zu unterdrücken.

 

Aber zu einem Verkauf dieser Papiere wird es natürlich niemals kommen. Weil es einfach unmöglich ist, dass die Fed jemals in der Lage sein könnte, ihre rücksichtslose Geldschöpfung so mir nichts, dir nichts einzustellen und dann in einer grandiosen Kehrtwende die drei Billionen Dollar an Staatsschulden und hypothekenbesicherten Wertpapieren, die sie seit 2008 angehäuft hat, wieder auf den Markt zu werfen. Ein Blick auf die Grafik zeigt dies. Gibt es in dieser Kurve irgendein Anzeichen dafür, dass die Fed jemals ihre Politik des »billigen Geldes« beenden könnte?...

 

Vergessen Sie nicht: Allein schon die zarte Andeutung, die Fed könnte das Ausmaß ihrer Aufkäufe geringfügig zurückschrauben, reichte vor wenigen Wochen aus, um auf den Märkten Panikstimmung zu verbreiten.

 

Sollte sich die Fed eines Tages tatsächlich entscheiden, ihre lockere Geldpolitik zu beenden, würden die Aktienkurse abstürzen und die Zinsen in die Höhe schnellen, da die Nachfrage nach amerikanischen Staatsanleihen massiv einbrechen würde. In den vergangenen Monaten war bereits schon ein deutlicher Zinsanstieg zu verzeichnen, obwohl die Fed immer noch an ihrer lockeren Geldpolitik festhält.

 

Bereits jetzt ist die Fed einer der größten Abnehmer amerikanischer Staatsschuldenpapiere auf dem Markt. Laut der Internetplattform Zero Hedge erklärte Drew Brick von der schottischen RBS vor Kurzem zu der gigantischen Höhe der Staatsschulden, die von der Fed aufgekauft werden:

»Legt man den Sechs-Monats-Durchschnittswert zugrunde, kauft die Fed gemessen an Zehn-Jahres-Äquivalenten gegenwärtig den Rekordwert von 70 Prozent aller Nettoangebote. Dies erzeugt die bisher größte Abhängigkeit von der Fed in der Geschichte!«

Bereits jetzt hält die Fed insgesamt 37,5 Prozent aller Zehn-Jahres-Äquivalente, und dieser Anteil steigt Woche für Woche um 0,3 Prozent an. Wenn die Fed an dieser Vorgehensweise nicht festhielte, würden die Finanzmärkte in sich zusammenbrechen, weil sie nur durch die Liquiditätsspritzen der Fed am Leben erhalten werden.

 

Aber wenn die Fed an diesem Kurs festhält, wird der Rest der Welt immer deutlicher erkennen, dass die amerikanische Notenbank nichts anderes tut als Staatsschulden aufzukaufen, und damit verhält sie sich genauso wie die Weimarer Republik. Der Rest der Welt verfolgt die Vorgehensweise und die Maßnahmen der Federal Reserve genau, und langsam beginnen diese Länder, einige unbequeme Fragen zu stellen.

 

Warum sollten sie den Dollar weiterhin als Weltreservewährung im gegenseitigen Handel akzeptieren, wenn die Fed Geld praktisch aus dem Nichts schöpft und damit die Dollarreserven dieser Länder immer weiter abwertet? Und warum sollten sie damit fortfahren, den USA weiterhin Billionen von Dollar zu extrem niedrigen Zinsen, die weit unterhalb der Inflationsrate liegen, zu leihen, wenn die amerikanische Regierung bereits in ihren Schulden zu ertrinken droht und das Geld, mit dem diese Schulden beglichen werden sollen, jeden Tag weiter an Wert verliert?

 

Die Federal Reserve ist in ein hochgefährliches Minenfeld geraten. Will sie das gegenwärtige Weltwährungssystem erhalten, muss sie ihre rücksichtslose Politik des Gelddruckens irgendwann in der kommenden Zeit einstellen, denn sonst wird sich einfach der Rest der Welt aus diesem System verabschieden.

 

Will sie aber so weitermachen wie bisher und ihre lockere Geldpolitik zu einem permanenten Bestandteil des amerikanischen Finanzsystems machen, wird sie diesen Weg bis zum bitteren Ende gehen müssen, d.h. sie wird gezwungen sein, die gesamten amerikanischen Staatsschulden aufzukaufen.

 

Schon jetzt steckt die Fed in der Mitte dieses »Niemandslandes« fest und ist dazu übergegangen, einen bedeutenden Anteil der amerikanischen Staatsverschuldung zu monetarisieren, während sie zugleich nach außen hin versucht, den Eindruck zu erwecken, dass sie genau das nicht tut. Diesen Spagat wird sie nicht unendlich lange durchhalten können.

 

Irgendwann wird die Fed eine Entscheidung treffen müssen. Gegenwärtig scheint sie darauf zu hoffen, dass sich die Lage bald »normalisiert« und sie dann den Aufkauf der Staatsschulden beenden werde. Selbst Janet Yellen räumt ein, dass die »Quantitative Lockerung « nicht endlos fortgesetzt werden kann. Andererseits schränkte sie diese Einsicht am vergangenen Donnerstag gleich wieder ein und erklärte, man müsse vermeiden, die Politik des QE abrupt zu beenden, insbesondere dann, wenn »der Aufschwung noch ein zartes Pflänzchen« sei. Die lockere Geldpolitik hält in der einen und anderen Form heute bereits seit fünf Jahren an. Wird sie jemals enden? – Und wenn, wie massiv wird der dann unvermeidlich folgende Finanzcrash ausfallen?

 

Mit jedem verstreichenden Tag sinkt das Vertrauen der restlichen Welt in den US-Dollar und in unser Finanzsystem weiter und weiter. Hält die Fed an ihrem rücksichtslosen Vorgehen fest, wird sich der Rest der Welt unvermeidlich immer weiter vom Dollar lösen, und auch die Bereitschaft, den USA Geld zu leihen, wird rapide abnehmen.

 

Letztlich kann sich die Fed nur zwischen zwei schlechten Alternativen entscheiden. Der Status quo ist unhaltbar: Ein Ende der lockeren Geldpolitik würde die Finanzmärkte zusammenbrechen lassen, und ein »Weiter so« wird zu Weimarer Zuständen führen.

 

Jeder, der noch alle seine Sinne beisammen hat, sollte erkennen können, dass dieses auf Schulden gründende Finanzsystem, in dessen Zentrum die Federal Reserve steht, unausweichlich ein schlimmes Ende nehmen muss. Der 100. Jahrestag der Gründung der Fed rückt immer näher, und die traurige Wahrheit lautet, dass diese Notenbank schon längst hätte abgeschafft werden müssen.

 

Die Konsequenzen von Jahrzehnten unsinniger Entscheidungen holen uns nun ein, und es wird sehr, sehr böse enden. Ich hoffe, Sie sind darauf vorbereitet.

 

 

 

 


 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Krank durch Bio-Produkte
  • Gift im Blut: Krankmacher Plastik
  • Vorwärts in den Untergang: So werden unsere
    Arbeitsplätze vernichtet
  • Die Angst der Polizisten in Marseille

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

100 Jahre Federal Reserve Act

Michael Morris

1913 wurde in einer beispiellosen Nacht- und Nebelaktion der Federal Reserve Act erlassen, ein Gesetz, das die Macht über den US-Dollar (der eigentlich dem US-amerikanischen Volk gehören sollte) in die Hände der mächtigsten Privatbankiers der Welt legte. Dadurch kam es zur Gründung einer privaten Zentralbank in den USA, der Federal Reserve Bank,  mehr …

25 Tatsachen über die amerikanische Notenbank Federal Reserve

Michael Snyder

In Kürze feiert die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) den 100. Jahrestag ihrer Gründung. Es ist daher dringend geboten, der amerikanischen Bevölkerung die Augen dafür zu öffnen, dass die Fed nicht die Lösung, sondern den Kern unserer wirtschaftlichen Probleme darstellt. In den USA haben wir es mit einem Geldsystem zu tun, dass von den  mehr …

Warum Obama seinen Wunschkandidaten als Fed-Vorsitzenden nicht durchbrachte

F. William Engdahl

Die Dinge entwickeln sich zurzeit so gar nicht nach Obamas Willen. Der von ihm ausersehene Nachfolger Ben Bernankes als Chef der Federal Reserve hat seine Kandidatur angesichts des zu erwartenden Widerstands im US-Kongress zurückgezogen. Interessant sind jedoch die wahren Gründe, aus denen sich Larry Summers zum Rückzug gezwungen sah.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Mikroplastik in Kosmetikprodukten: Bleiben Sie »natürlich« jung

Redaktion

Neue Forschungsergebnisse zum Thema Plastik: So genanntes Mikroplastik, also kleine Plastikteilchen, ist nunmehr in Honig und Trinkwasser aufgetaucht. Die Mikroplastikteilchen werden verwendet, um in Pflegemitteln den Alterungsprozess zu bremsen. Bis zu zehn Prozent des Gesamtmaterials bestehen inzwischen aus diesem Plastik. Über den Müll oder  mehr …

Belegt: Astaxanthin mindert Oxidation, DNS-Schäden und die Entwicklung von Leberkrebs

David Gutierrez

Es mehren sich die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Astaxanthin zu den kräftigsten Antioxidantien zählt. Laut einer Studie von Wissenschaftlern des indischen National Institute of Pharmaceutical Education and Research kann Astaxanthin nicht nur die Oxidation in der Leber mindern, sondern auch Schäden an der DNS und die Frühstadien der  mehr …

Putin bereitet auf das Schlimmste vor und beendet Kooperation mit der NATO über Raketenabwehr

F. William Engdahl

Hinter der Fassade der Kooperation zwischen der Obama-Regierung in den USA und der Putin-Regierung in Russland über den Abbau des Chemiewaffenarsenals in Syrien und einer Einigung über das Atomprogramm mit dem Iran läuft eine eiskalte Eskalation von Spannungen, die in den westlichen Medien kaum zur Kenntnis genommen wird. Im Zentrum der Spannungen  mehr …

Polizeistaat USA: Neue Dokumente bestätigen Echtzeitzugriff von Polizeifahrzeugen auf Überwachungskameras des US-Heimatschutzes

Mikael Thalen

Nach den schockierenden Enthüllungen von Storyleaks und Infowars vom Dienstag dieser Woche, die das umfassende vermaschte Überwachungsnetzwerk in Seattle im US-Bundesstaat Washington offenlegten, welches vom amerikanischen Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) mit 2,6 Mio. Dollar finanziert wurde, erhellen nun weitere  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.