Wednesday, 29. June 2016
02.05.2014
 
 

Die wirkliche Arbeitslosenrate in den USA: In jeder fünften Familie sind alle arbeitslos

Michael Snyder

Nach schockierenden neuen amerikanischen Arbeitsmarktzahlen vom 25. April dieses Jahres sind in jeder fünften amerikanischen Familie alle Familienmitglieder arbeitslos. Wenn Ihnen also jemand erzählt, die Arbeitslosenrate in den USA liege bei etwa sieben Prozent, sollten Sie einfach kurz auflachen. Wie soll eine Familie überleben, wenn niemand Geld verdient? Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand. Nicht ohne Grund hat die Abhängigkeit von Transferleistungen der Regierung in den Vereinigten Staaten epidemische Ausmaße erreicht. Ohne ausreichende und gut bezahlte Arbeitsplätze waren zig Millionen weiterer Amerikaner gezwungen, sich an die Regierung um Hilfe zu wenden.

Man kann es kaum glauben, aber gegenwärtig übersteigt die Zahl der Amerikaner, die jeden Monat von der Bundesregierung Geld oder andere Sozialleistungen erhalten, die Zahl der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft um mehr als 60 Millionen Menschen.

 

In meiner Kindheit und Jugend schien es, dass jeder, der bereit war, hart zu arbeiten, auch einen gut bezahlten Arbeitsplatz finden konnte. Aber heute hat sich das alles geändert. Gegenwärtig befindet sich jede fünfte Familie in den gesamten USA in der Situation, dass kein einziges Familienmitglied einen Job hat. Dies schließt Väter, Mütter und Kinder mit ein. Im Folgenden ein Auszug aus einem Artikel von Ali Meyer vom 28. April, der die neuen Arbeitsmarktzahlen erläutert:

 

»Das Büro für Arbeitsstatistik (BLS) definiert eine Familie als eine Gruppe von zwei oder mehr Menschen, die zusammen leben und durch Geburt, Adoption oder Heirat verwandt sind. 2013 gab es in den USA 80 445 000 Familien, und in 16 127 000 Familien – oder 20 Prozent – hatte niemand Arbeit.«

Diese Zahlen erinnern, um ehrlich zu sein, an die Große Depression Ende der 1920er Jahre. Aber im Verlauf der Jahre wurde der Begriff »Arbeitslosigkeit« so oft neu definiert, dass er nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher hat. Die Regierung sagt uns, die offizielle Arbeitslosenrate liege bei etwa sieben Prozent, aber diese Zahl ist praktisch bedeutungslos.

 

Eine Messgröße, die ich für sehr viel sinnvoller halte, betrifft das Verhältnis zwischen Beschäftigung und Bevölkerung, die Erwerbstätigenquote, die nicht nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, sondern auch Selbstständige und Minijobber erfasst. In den Vereinigten Staaten liegt dieser Wert seit mehr als vier Jahren in Folge unter 59 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mehr als 41 Prozent aller Amerikaner im arbeitsfähigen Alter keiner Arbeit nachgehen.

 

Wenn Menschen nicht in der Lage sind, selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen, muss die Regierung einspringen, um ihr Überleben zu sichern. Und in den letzten Jahren konnte man erkennen, dass die Abhängigkeit von Transferleistungen der Regierung ein beispielloses Ausmaß erreicht hat. Und tatsächlich machen Sozialausgaben und andere Leistungen aus Ansprüchen 69 Prozent des gesamten Bundeshaushalts aus. Genauere Einzelheiten dazu können Sie in meinem früheren englischsprachigen Artikel mit der Überschrift »18 Statistiken, die beweisen, dass die Abhängigkeit von der Regierung epidemische Ausmaße erreicht hat« nachlesen.

 

Aber noch erschreckender ist die Tatsache, dass täglich immer mehr Familien aus der Mittelschicht herausfallen. Wie CNN vor Kurzem berichtete, lebt schätzungsweise ein Drittel aller amerikanischen Haushalte »von der Hand in den Mund«, was nichts anderes bedeutet, als dass sie ständig am Rande des finanziellen Zusammenbruchs leben müssen:

»Etwa ein Drittel aller amerikanischen Haushalte lebt von der sprichwörtlichen ›Hand in den Mund‹, d.h. dass sie ihr gesamtes Einkommen für den unmittelbaren Lebensunterhalt ausgeben müssen. Überrascht hat die Verfasser der Studie allerdings, dass 66 Prozent dieser Familien der Mittelschicht angehören und über ein mittleres Einkommen von 41 000 Dollar verfügen. Sie verfügen zwar nicht über liquide Mittel wie etwa Sparguthaben oder Anteile an Investmentfonds, aber sie besitzen eigene Häuser und eine Rentenversicherung mit einem mittleren Nettowert von 41 000 Dollar.

›Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sie sich sozusagen von Zahltag zu Zahltag schleppen müssen‹, erklärte Greg Kaplan, Mitverfasser der Studie und Assistenzprofessor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Princeton.«

Der amerikanische Traum wird immer mehr zum amerikanischen Albtraum.

 

In meiner Kindheit und Jugend lebte ich in einem typischen Mittelschicht-Viertel. Jeder besaß ein schönes Haus, einige Autos und konnte sich im Sommer einen Urlaub leisten. Ich kann mich nicht daran erinnern, damals jemals gehört zu haben, dass irgendjemand Lebensmittelkarten benutzte oder zu einer Tafel gehen musste. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, dass irgendjemand Eltern hatte, von denen einer arbeitslos war. Wenn jemand seinen Arbeitsplatz kündigte, fand er in der Regel sehr einfach einen neuen.

 

Heute hingegen gerät die Mittelschicht immer mehr von allen Seiten unter Druck, und in einem neuen Bericht heißt es, 49 Millionen Amerikaner hätten in diesem Jahr damit zu kämpfen, ihre Familien und sich ausreichend mit Lebensmitteln versorgen zu können.

 

Es ist doch nicht möglich, diese Entwicklungen zu übersehen. Amerika befindet sich inmitten eines langanhaltenden wirtschaftlichen Niedergangs, aber die Mainstreammedien und die meisten Politiker sind offenbar der Ansicht, die heutige Lage sei besser als jemals zuvor. Sie versuchen uns davon zu überzeugen, dass man alles beim Alten lassen und einfach so weitermachen sollte wie bisher.

 

Aber in jeder fünften Familie in den USA hat niemand eine Arbeit. Spätestens an diesem Punkt müssten wir doch eigentlich zugeben, dass unsere Politik einfach nicht funktioniert. Wollen wir abwarten, bis 30 Prozent aller Familien ohne jegliche Arbeit sind? Oder 40 Prozent? Oder sogar 50 Prozent?

 

Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird sich die allgemeine Lage weiterhin verschlechtern. Millionen weiterer Arbeitsplätze werden ins Ausland ausgelagert werden, Millionen anderer Arbeitsplätze werden durch neue Technologien ersetzt werden und einschneidende Bestimmungen der Regierung werden weitere Millionen Arbeitsplätze vernichten. Die Mittelschicht wird weiter abnehmen, die Abhängigkeit von Transferleistungen der Regierung wird entsprechend zunehmen.

 

Die meisten Menschen wünschen sich Arbeit, auch harte Arbeit, Essen auf dem Tisch und genug Geld, um ihre Hypotheken bezahlen und sich einen angemessenen Lebensstandard für sich und ihre Familie leisten zu können. Aber der Anteil von Menschen, denen das gelingen wird, nimmt immer mehr ab.

 

Es ist Zeit, dass Amerika endlich aufwacht. Die amerikanische Mittelschicht ist dabei, unterzugehen.

 

 

 

 


 

 

Redaktion:


In einem Internet-Blog hat ein Leser anlässlich der neuesten Jubelzahlen zur deutschen Arbeitslosigkeit folgende interessante Berechnung erstellt:


Die wahre Zahl steht auf Seite 53 des Arbeitsmarktberichts für den Monat April 2014:

Darin steht:

  • Arbeitslosigkeit registriert nach § 16 SGB III: 2.943.334
  • Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne: 3.268.240
  • Unterbeschäftigung im engeren Sinne: 3.780.302
  • Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit: 3.878.521


Und noch eine Zahl ist in diesem Zusammenhang durchaus nicht irrelevant – nämlich die Zahl der Leistungsempfänger, also die Personen, die Arbeitslosengeld I/II oder Sozialgeld beziehen. Das sind:

  • Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit 907.107
  • Erwerbsfähige Leistungsberechtigte 4.430.999
  • Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte 1.710.153


Somit haben wir 3.878.521 Unterbeschäftigte (davon 2.943.334 Arbeitslose) und 7.048.259 Leistungsempfänger. Das ergibt: 10.926.780 ARBEITSLOSE.

Auf diese Weise werden die Leser von Welt.de belogen. Mich sollte es eigentlich nicht überraschen. Bin jedoch sprachlos, wie subtil die Medienmanipulation durchgeführt wird.

 

 


 

 

 

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