Friday, 27. May 2016
08.08.2013
 
 

Milliardär veröffentlicht ernüchternde Warnung vor Zinsderivaten

Michael Snyder

Werden steigende Zinsen das US-Finanzsystem zerlegen wie die Messer eines riesigen Rasenmähers? Gewiss, die US-Wirtschaft hat in der Vergangenheit schon weit höhere Zinsen überlebt, aber damals gab es noch keine zig Billionen Dollar an Zinsderivaten, die wie ein Damoklesschwert über unserem Finanzsystem schwebten.

Das ist etwas, worüber ich bereits seit geraumer Zeit rede, und jetzt äußert ein mexikanischer Milliardär eine ähnliche Warnung. Hugo Salinas Price ist der Gründer der Ladenkette Elektra in Mexiko, und er ist zutiefst besorgt, dass steigende Zinsen die Derivateblase zum Platzen bringen

und »weltweit zu massiven Bankrotten« führen könnten. Natürlich gibt es eine Menge Leute, die froh wären, wenn die »systemrelevanten« Banken bankrottgingen, aber die Wahrheit ist: Wenn sie bankrottgehen, reißen sie unsere gesamte Wirtschaft mit in den Abgrund.

 

Unsere Lage gleicht der eines Krebspatienten im weit fortgeschrittenen Stadium. Man kann versuchen, den Krebs mit Medikamenten zu stoppen, aber höchstwahrscheinlich bringt man dabei den Patienten um. Das ist im Wesentlichen unser Verhältnis zu den großen Banken. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf Kredit, und wir haben es 2008 erlebt: Wenn die Großbanken in Schwierigkeiten geraten, stockt der Kredit, und plötzlich bekommt niemand mehr Geld für irgendetwas. Wenn die nächste große Kreditklemme kommt, werden alle wichtigen Indikatoren in unserer Wirtschaft sehr schnell viel schlechter werden.

 

Wie schon beim letzten Mal, so werden die Großbanken auch beim nächsten Finanzkrach eine Hauptrolle spielen. Nur wird der Krach dieses Mal wahrscheinlich deutlich schlimmer ausfallen. Lesen Sie nach, was Milliardär Hugo Salinas Price kürzlich gegenüber King World News gesagt hat…

 

Ich glaube, dass wir eine Reihe von Bankrotten erleben werden. Ich glaube, dass der Zinsanstieg das unheilvolle Signal ist, das eine Derivatekrise auslösen wird. Diese wird das Derivatesystem (und das Finanzsystem) zu Fall bringen.

 

Es gibt (mehr als) eine Billiarde Dollar an Derivaten, die meisten sind an Zinsen gekoppelt. Der Anstieg der Zinsen in den USA könnte das Gebäude ins Wanken bringen. Dann werden wir den Moment erleben, an dem es weltweit zu massiven Bankrotten kommt.

 

Was übrig bleibt, wenn sich der Staub gelegt hat, ist Gold, und das werden einige haben und andere nicht. Dann wird das Problem darin liegen, zu halten, was man hat – es wird nämlich keine angenehme Welt sein.

 

Zurzeit gibt es Zinsderivate in Höhe von ungefähr 441 Billionen Dollar. Wenn die Zinsen so bleiben wie im Moment und nicht weiter in die Höhe gehen, geht es uns gut. Aber wenn sie anfangen, stärker zu steigen, kann alles passieren, wir könnten ein finanzielles Blutvergießen in einem nie da gewesenen Ausmaß erleben.

 

Und in dem Moment werden sich die Großbanken benehmen müssen, denn die Regierung geht Anschuldigungen nach, wonach die Banken durch Manipulationen beim Zinsderivatehandel Pensionsfonds und andere Investoren um Millionen von Dollar betrogen haben. Der folgende Text stammt aus einem Artikel, den der Telegraph am Freitag gepostet hat…

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) [eine unabhängige Behörde der Vereinigten Staaten, welche den Handel mit Futures und Optionen auf Rohstoffe in den USA reguliert] ermittelt gegen 15 Banken wegen des Vorwurfs, Broker angewiesen zu haben, Trades vorzunehmen, durch die der ISDAfix, der Referenzsatz für Zinsswaps, auf ein bestimmtes Niveau gebracht wurde.

 

Pensionsfonds und Firmen, die in Zinsderivate investieren, arbeiten oft mit Banken zusammen, um sich gegen größere Bewegungen in der ISDAfix-Rate abzusichern oder auf Veränderungen von Zinsswaps zu spekulieren.

 

Der ISDAfix wird jeden Morgen veröffentlicht, nachdem die Banken über ICAP, den Broker zwischen den Banken, in verschiedenen Währungen Gebote für Swaps abgegeben haben. Die CFTC geht Anschuldigungen nach, die Banken hätten den Satz bewusst manipuliert, um bei diesen Geschäften Gewinne zu machen.

 

Angesichts von Zinsderivate-Trades in Höhe von mehreren Hundert Billionen Dollar pro Jahr kann selbst die geringste Manipulation erhebliche Auswirkungen haben. Wie Bloomberg berichtet, wurden der CFTC, die nach dem Libor-Skandal im letzten Sommer jetzt Ermittlungen über den ISDAfix aufgenommen hat, Aufzeichnungen von E-Mails und Telefonaten übergeben, die zeigen, dass der Satz bewusst manipuliert wurde.

 

Praktisch wurden sie auf frischer Tat ertappt, also müssen sie sich (zumindest im Augenblick) benehmen. Derweil sieht es so aus, dass die Fed möglicherweise die langfristigen Zinsen nicht mehr viel länger wird niedrig halten können.

In dem Versuch, die langfristigen Zinsen niedrig zu halten, hat die Federal Reserve zum Mittel der quantitativen Lockerung gegriffen, doch jetzt werden einige Fed-Vertreter extrem besorgt darüber, wie aufgeblasen die Bilanz der Fed geworden ist. Beispielsweise schrieb der Chef der Dallas-Fed, Richard Fisher, kürzlich:

 

Dieses Programm wird von der Öffentlichkeit als »quantitative Lockerung« oder »QE« (nach dem englischen »Quantitative Easing«) bezeichnet, im internen Sprachgebrauch der Fed als »large-scale asset purchases« (Ankauf von Vermögenswerten in großem Stil) oder »LSAPs«. Infolge der LSAPs in den drei Phasen der QE liegen im Federal Reserve System Open Market Account [einem Portfolio der Fed, in dem die im Rahmen von Offenmarktgeschäften erworbenen Wertpapiere verwaltet werden] jetzt zwei Billionen Dollar an Schatzpapieren und 1,3 Billionen an hypothekarisch gesicherten Wertpapieren (mortgage-backed securities, MBS).

 

Seit dem letzten Herbst, als die dritte Phase des QE eingeleitet wurde, haben wir regelmäßig jeden Monat für 45 Milliarden Dollar Schatzpapiere und für 40 Milliarden Dollar MBS aufgekauft, wobei die Einkünfte aus Anzahlungen für unsere hypothekarisch gesicherten Investitionen reinvestiert wurden. Als Resultat davon ist unsere Bilanz auf über 3,5 Billionen Dollar in die Höhe geschnellt. 3,5 Billionen Dollar, das sind 11 300 Dollar für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind, die in den Vereinigten Staaten leben.

Fisher hat die derzeitige Bilanz der Fed mit einem »gordischen Knoten« verglichen, er hofft, dass die Fed in der Lage sein wird, diesen Knoten zu lösen, ohne ein »Marktchaos« zu erzeugen.

 

Der Punkt ist: Uns gehört ein erhebliches Stück dieser kritischen Märkte. Das ist in der Tat so etwas wie ein gordischer Knoten.

 

Wer mit der Legende des Gordischen Knotens vertraut ist, der weiß, dass es sie in zwei Versionen gibt: Der einen zufolge löste Alexander der Große das Problem ganz einfach, indem er den unlösbaren Knoten mit seinem Schwert durchschlug. Nach der anderen Version hat Alexander den Deichselnagel herausgezogen, die beiden Enden der Schnur freigelegt und den Knoten gelöst. Der Mythologie nach sollten die Orakel geweissagt haben, er werde die Welt erobern.

 

Es gibt keinen Alexander, der den komplizierten Knoten durchhauen könnte, den wir mit unserem QE geschaffen haben. Vielmehr müssen wir, wenn der richtige Moment gekommen ist, den Deichselnagel lösen und den Knoten behutsam entwirren, um kein Chaos an den Märkten zu erzeugen. Zunächst müssen wir aber aufhören, den Knoten noch weiter aufzubauen. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, die Idee zu verbreiten, dass wir unweigerlich die LSAPs zurückfahren und schließlich beenden müssen. Im Juni habe ich argumentiert, der Chairman sollte bei seiner letzten Pressekonferenz diese Möglichkeit andeuten, und beim Treffen letzte Woche gesagt, wir sollten uns darauf vorbereiten, in diesem Herbst den ersten Schritt zu tun. Wir werden sehen, ob sich diese Empfehlung bei der Ausschussmehrheit durchsetzt.

 

Aber natürlich sollte es für jeden offensichtlich sein, dass die Fed nicht in der Lage sein wird, den Umfang ihrer Bilanz zu reduzieren, ohne erhebliche Gefahr auf den Finanzmärkten heraufzubeschwören. Vor wenigen Wochen führte allein die Erwähnung, die Fed könne irgendwann damit beginnen, das Tempo der quantitativen Lockerung zu drosseln, zu epischen Wutausbrüchen an den Märkten.

 

Leider wird die Fed möglicherweise nicht in der Lage sein, die langfristigen Zinsen unter Kontrolle zu halten, selbst wenn sie die quantitative Lockerung unbegrenzt weiterführt. In den letzten Wochen sind die langfristigen Zinsen ständig gestiegen, die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen zog am Montag geringfügig an.

 

Zum jetzigen Zeitpunkt sind an der Wall Street viele überzeugt, die Hausse für Rentenpapiere sei vorüber und die Zinsen würden irgendwann auf ein viel niedrigeres Niveau sinken als zurzeit, ganz egal, was die Fed tut. Das Folgende ist ein Auszug aus einem jüngst erschienenen CNBC-Artikel

Die Federal Reserve werde die Kontrolle über die Zinsen verlieren, wenn die »große Rotation« aus Rentenpapieren in Aktien voll losgeht, das vermutet ein Marktbeobachter, der davon ausgeht, dass die Renditen der zehnjährigen US-Staatspapiere in den nächsten 18 bis 24 Monaten fünf bis sechs Prozent erreichen werden.

 

»Wir sind der Meinung, dass der Zinsanstieg begonnen hat, dass die Fed irgendwann die Kontrolle über die Zinssätze verliert. Die Renditekurve wird zunächst steiler werden und sich dann wenden, was die Zinsen deutlich in die Höhe treiben wird«, sagte Mike Crofton, Präsident und Direktor des Unternehmens Philadelphia Trust Company am Mittwoch auf CNBC.

 

Wenn die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen tatsächlich sechs Prozent erreicht, dann haben wir eine größere Katastrophe. Hugo Salinas Price hat völlig Recht – die Derivateblase ist die größte Bedrohung für unser Finanzsystem, und sie könnte potenziell eine ganze Reihe unserer großen Banken zu Fall bringen.

 

Aber für den Augenblick herrscht an der Wall Street noch eine euphorische Stimmung. Der Dow bewegt sich nahe einem Rekordhoch und viele Investoren hoffen, dass diese Rally noch bis Ende des Jahres anhält. Tut mir leid, darauf würde ich nicht zählen. Die Wahrheit ist, dass sich die Börse von der wirtschaftlichen Realität völlig abgekoppelt hat. Seit Mai 2009 ist das Volumen der US-Wirtschaft um rund 1,3 Billionen Dollar gewachsen, der Wert des Aktienmarkts hingegen um atemberaubende zwölf Billionen Dollar. Und der Markt steigt noch weiter, obwohl die Prognosen über das BIP ständig gesenkt werden.

 

Es ergibt keinen Sinn.

 

Doch Obama, Bernanke und die Zauberer an der Wall Street versichern uns, es sei kein Ende der Party in Sicht. Glauben Sie ihnen auf eigene Gefahr. Die Leute an den Hebeln der Macht haben absolut keine Ahnung, und wir torkeln rapide in die Katastrophe. Vielleicht sollten wir es einer kleinen Stadt in Minnesota gleichtun und einem vierjährigen Kind die Verantwortung übergeben. Das Kind wäre bestimmt nicht viel schlechter als unsere derzeitige Führung, was meinen Sie?

 

 

 

 


 

 

 

 

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