Tuesday, 31. May 2016
28.03.2016
 
 

Neuer US-Immobilien-Crash? – Altbauverkäufe mit stärkstem Rückgang in sechs Jahren

Michael Snyder

Es mehren sich die Hinweise auf eine größere Rezession in den USA. So gaben die Verkaufszahlen bei Altbauten im Februar um 7,1 Prozent nach. Das war der größte Rückgang seit sechs Jahren. Und das ist nur ein Anzeichen dafür, dass wir uns in der Anfangsphase einer neuen Krise befinden, die beklemmend an die Ereignisse des Jahres 2008 erinnert.

 

Tatsächlich sind die meisten amerikanischen Verbraucher finanziell bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit belastet, und in einer solchen Situation erhält man kaum noch eine Hypothek. Die Banken sind nicht mehr bereit, Kredite an Personen auszugeben, die sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zurückzahlen können. Und in den vergangenen Jahren sind die Immobilienpreise in vielen Regionen auf ein Niveau angestiegen, das sich der größte Teil der Mittelschichtfamilien einfach nicht leisten kann.

Der deutliche Rückgang der Altbauverkäufe überrascht die »Experten« in den Mainstream-Medien, da sie in den letzten Wochen ohne Unterlass berichteten, wie gut es doch der amerikanischen Wirtschaft gehe. CNBC berichtete in diesem Zusammenhang am letzten Montag von ersten Warnzeichen für den Immobilienmarkt:

»Der deutliche Rückgang der Wiederverkäufe amerikanischer Immobilien im Februar ist möglicherweise ein beunruhigendes Vorzeichen für die amerikanische Wirtschaft, die ansonsten von der weltweiten wirtschaftlichen Konjunktureintrübung weitgehend unbeeinflusst bleibt.

Der Bundesverband der Immobilienmakler erklärte am Montag, die Verkäufe von Altbauten seien um 7,1 Prozent auf einen Jahreswert von 5,08 Millionen Einheiten und damit auf den niedrigsten Wert seit November gesunken.«

Man muss kein Genie sein, um die Gründe dafür zu verstehen. In den letzten Monaten kam es in der Energiewirtschaft zu Massenentlassungen, das mittlere Einkommen der Haushalte liegt immer noch deutlich unter den Werten kurz vor der letzten Rezession und die amerikanischen Verbraucher müssen sich in dem verzweifelten Versuch immer stärker verschulden, jeden Monat über die Runden zu kommen.

 

Es ist nur schwer zu glauben, aber die amerikanischen Verbraucher verschuldeten sich im letzten Quartal 2015 über ihre Kreditkarten mit einem höheren Betrag als in den Jahren 2009 bis 2011 zusammengenommen. Diese Zahlen haben mich wirklich schockiert, und sie zeigen, wie weit die Entwicklung schon gediehen ist.

 

In der Zwischenzeit sind zahlreiche weitere Anzeichen dafür aufgetaucht, dass die amerikanische Wirtschaft in eine größere Rezession eingetreten ist. Die folgende Auflistung habe ich einem meiner früheren Artikel entnommen:

Den Mainstream-Medien liegen diese Zahlen ebenfalls alle vor. Warum versuchen sie dann, uns weiszumachen, die Wirtschaft laufe gut?

 

Das ergibt keinen Sinn. In Wahrheit befinden wir uns inmitten einer langen, seit mehreren Jahrzehnten andauernden wirtschaftlichen Zusammenbruchskrise, die sich gegenwärtig offenbar zu beschleunigen beginnt.

 

Insbesondere die Mittelschicht in den USA und anderswo hat besonders unter der Krise zu leiden. Zum ersten Mal in der Geschichte bildet die amerikanische Mittelschicht eine Minderheit, und auch für die amerikanische Durchschnittsfamilie spitzt sich die Lage mit jedem Jahr immer weiter zu. Hier eine weitere Auflistung aus einem meiner früheren Artikel:

  1. In dieser Woche (09.12.2015) erfuhren wir, dass zum ersten Mal seit Beginn der Erfassung die amerikanische Mittelschicht zu einer Minderheit in der amerikanischen Gesamtbevölkerung abgesunken ist. 1971 gehörten noch 61 Prozent aller Amerikaner zu Mittelschicht-Haushalten.

  2. Nach Angaben des Pew Research Center (PRC) ist das mittlere Einkommen der Mittelschicht-Haushalte im Zeitraum 2000 bis 2014 um vier Prozent gesunken.

  3. Ebenfalls laut PRC sank das mittlere Vermögen der Mittelschicht-Haushalte zwischen 2003 und 2013 um erstaunliche 28 Prozent.

  4. 1970 betrug der Anteil der Mittelschicht am Gesamteinkommen 62 Prozent. Heute ist dieser Wert auf nur noch 43 Prozent gesunken.

  5. Im Vergleich mit der Zeit zu Beginn der letzten Rezession fehlen heute 900 000 Mittelschicht-Arbeitsplätze. Demgegenüber hat die Gesamtbevölkerung der USA seit damals deutlich zugenommen.

  6. Nach Angaben der Sozialversicherungsbehörde verdienen 51 Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer weniger als 30 000 Dollar jährlich.

  7. Bei den ärmsten 20 Prozent der amerikanischen Bevölkerung nahm die mittlere Verschuldung von 905 Dollar im Jahr 2000 auf 6029 Dollar im Jahr 2011 zu.

  8. Eine vor Kurzem durchgeführte landesweite Umfrage ergab, dass 48 Prozent aller amerikanischen Erwachsenen im Alter von unter 30 Jahren der Ansicht sind, der »amerikanische Traum« sei tot.

  9. Wenn es um das mittlere Vermögen pro Erwachsenem geht, liegen die USA heute auf dem 19. Platz weltweit.

  10. Das selbstständige Unternehmertum bildete traditionell einen der wesentlichen Faktoren für das Wachstum der amerikanischen Mittelschicht. Heute ist das selbstständige Unternehmertum auf den niedrigsten Stand aller Zeiten abgerutscht.

  11. Man kann es kaum glauben, aber die 20 reichsten Personen in den USA verfügen über mehr Geld als die ärmsten 152 Millionen Amerikaner zusammengenommen.

  12. Das oberste eine Promille aller amerikanischen Familien besitzt genauso viel Vermögen wie die unteren 90 Prozent aller amerikanischen Familien zusammengenommen.

  13. Wenn Sie schuldenfrei sind und sich in Ihrem Portemonnaie zehn Dollar befinden, ist Ihr Vermögen größer als das von einem Viertel aller Amerikaner.

  14. Die Zahl der Amerikaner, die in Stadtvierteln oder Regionen mit einer hohen Konzentration von Armut leben, hat sich seit 2000 verdoppelt.

  15. Erstaunliche 48,8 Prozent aller 25-jährigen Amerikaner und Amerikanerinnen leben noch bei ihren Eltern.

  16. Nach Angaben der amerikanischen Volkszählungsbehörde U.S. Census Bureau leben 49 Prozent aller Amerikaner in einem Haushalt, der in irgendeiner Form monatliche Sozialleistungen von der Regierung bezieht. Fast 47 Millionen Amerikaner gelten derzeit als arm.

  17. 2007 erhielt jedes achte Kind in den USA Lebensmittelunterstützung. Heute ist bereits jedes fünfte Kind auf diese Hilfe angewiesen.

  18. Nach Angaben der Verfasser des Buches Two Dollars a Day: Living on Almost Nothing in America, Kathryn J. Edin und H. Luke Shaefer, gibt es in den USA 1,5 Millionen »extrem arme Haushalte«, die von weniger als zwei Dollar täglich leben müssen. Die Zahl dieser Familien hat sich seit 1996 verdoppelt.

  19. 46 Millionen Amerikaner versorgen sich jedes Jahr über Essensausgaben und Tafeln, und vor einigen dieser Einrichtungen bilden sich bereits gegen 6:30 Uhr morgens lange Schlangen, da diese Menschen Lebensmittelspenden erhalten wollen, bevor die Vorräte erschöpft sind.

  20. Die Zahl der obdachlosen Kinder in den USA ist in den vergangenen sechs Jahren um 60 Prozent angestiegen.

  21. Nach Angaben der Organisation Poverty USA übernachteten im vergangenen Jahr 1,6 Millionen amerikanische Kinder in Obdachlosenunterkünften oder anderen Formen der Notunterbringung.

  22. In den USA lag das mittlere Familien-Reinvermögen 2007 bei 137 955 Dollar. Heute ist es auf 82 756 Dollar geschrumpft.

Die kommenden Jahre werden für die Mittelschicht in den USA zunehmend schwieriger werden, da die amerikanische Wirtschaft weiterhin im Zusammenbruch begriffen ist.

 

Die langfristigen Entwicklungen, die die Mittelschicht seit Jahrzehnten ausgehöhlt haben, sind weiterhin wirksam, und unsere führenden Politiker und Eliten sind offenbar zu schwach, um sie stoppen zu können.

 

Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, nehmen Sie sich seine Warnungen zu Herzen und beginnen Sie mit Vorbereitungen auf die vor uns liegende Zusammenbruchskrise. Leider weigern sich selbst die meisten der Amerikaner, die bereits massiv unter der letzten Krise zu leiden hatten, sich auf die vor uns liegende Katastrophe vorzubereiten. Und am Ende werden sie erkennen müssen, dass sie selbst die Schuld für ihre Misere tragen.

 

 

 

 

 

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