Freitag, 9. Dezember 2016
15.10.2014
 
 

Neun bedrohliche Anzeichen auf den Finanzmärkten, wie sie seit Jahren nicht mehr beobachtet wurden

Michael Snyder

Stehen die Aktienmärkte vor einen Zusammenbruch? Hoffentlich nicht, und es hat in den vergangenen Jahren tatsächlich zahlreiche Fehlalarme gegeben. Aber ohne Zweifel durchleben wir seit Längerem eine der größten Finanzblasen der amerikanischen Geschichte, und die Märkte sind reif für einen ausgewachsenen Crash.

 

Das bedeutet nicht, dass dieser Zusammenbruch unmittelbar bevorsteht, aber man kann in der Finanzwelt einige unheilverkündende Anzeichen erkennen, wie wir sie seit Langem nicht mehr beobachtet haben.

 

Viele der gleichen Muster, die kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 und der Finanzkrise des Jahres 2008 sichtbar waren, tauchen gegenwärtig wieder auf.

 

Es ist nur zu hoffen, dass uns diesmal wenigstens ein wenig mehr Zeit bleibt, bevor die Aktienkurse völlig einbrechen, denn ein Zusammenbruch dieses Marktes würde einzigartige Dimensionen annehmen.

 

Im Folgenden neun unheilverkündende Anzeichen auf den Finanzmärkten, wie wir sie seit Jahren nicht mehr beobachtet haben:

 

  • Seit dem Handelsschluss am Montag dieser Woche sanken die Aktienkurse innerhalb von drei Tagen so stark wie seit 2011 nicht mehr.
  • Ebenfalls am Montag sank der S&P 500 zum ersten Mal seit zwei Jahren auf einen Wert unterhalb des 200-Tage-Durchschnittswertes (200dMA). Als dies zum letzten Mal nach einem langen Kursfeuerwerk geschah, verlor der S&P 500 danach insgesamt 22 Prozent.
  • In dieser Woche stieg das Verhältnis von gehandelten Put-Optionen zu Call-Optionen tatsächlich höher als zu irgendeinem Zeitpunkt während des Zusammenbruchs der Lehman Brothers 2008 an. Dies wird als Zeichen dafür gewertet, dass an der Wall Street gegenwärtig große Nervosität herrscht.
  • Jeder beobachtet nun argwöhnisch die weitere Entwicklung des VIX. Wie das Economic Policy Journal berichtete, hat der VIX derzeit den gleichen hohen Stand wie auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise erreicht.

Auch dies ein weiteres Zeichen dafür, wie außerordentlich stark ausgeprägt die Nervosität an der Wall Street ist:

»Die Volatilität des amerikanischen Aktienmarktes hat den höchsten Stand seit der Schuldenkrise der Euro-Zone erreicht, wie sich aus dem vielbeachteten CBOE-VIX-Index bestimmter amerikanischer Aktienkurse ablesen lässt.

Am Montagabend sprang er auf einen Wert von 24,6 Punkten und setzte seinen Anstieg am heutigen Morgen fort. Am vergangenen Donnerstag lag er noch bei 15 Punkten.

Dies sind sehr deutliche Bewegungen, aber die Lage war schon sehr viel schlimmer. Auf der Höhe der jüngsten Finanzkrise erreichte der VIX im November 2008 einen Höchststand von 80,1 Punkten.

Besteht die Gefahr, dass wir das Gleiche noch einmal erleben? Ja.«

  • Chris Kimble wies darauf hin, die Kurve des Dow Jones weise ein so genanntes »Doji Star«-Anstiegsmuster auf. Das Gleiche geschah auch schon 2007. Könnte dies bedeuten, dass ein weiterer Aktienmarktzusammenbruch von der Größenordnung des Crashs von 2008 unmittelbar bevorsteht?
  • Den Aktienkursen in Kanada geht es derzeit noch schlechter als den amerikanischen Aktienkursen. Derzeit haben die kanadischen Aktienkurse bereits um mehr als zehn Prozent gegenüber dem letzten Höchststand von Anfang September dieses Jahres nachgegeben.
  • Auch die europäischen Aktienkurse sind im vergangenen Monat unter starken Druck geraten. Allein in Deutschland verloren die Aktien seit Juli mehr als zehn Prozent ihres Werts. Darüber hinaus wachsen die Befürchtungen hinsichtlich der allgemeinen Stabilität der deutschen Wirtschaft.
  • Die Reichen und Superreichen decken sich derzeit mit Bargeld und Edelmetallen ein. Die britische Zeitung The Telegraph meldete, die Verkäufe von Goldbarren an Reiche und Superreiche hätten in diesem Jahr bereits um 243 Prozent zugelegt.

Und was kommt als Nächstes?

 

Einige Experten vertreten die Auffassung, jetzt sei der perfekte Zeitpunkt, um zu diesen günstigen Kursen Aktien zu kaufen. So titelte die amerikanische Tageszeitung USA Today am vergangenen Dienstag:

»Jetzt trotz Befürchtungen kaufen? Wall-Street-Experte rät: ›Ja‹«.

Andere wiederum sind überzeugt, dass diese Zeichen auf einen grundlegenden Wendepunkt an den Finanzmärkten hindeuten. Nehmen Sie nur, was Abigail Doolittle gegenüber CNBC äußerte:

»Technical Strategist Abigail Doolittle hält an ihrer Vorhersage eines bevorstehenden Marktzusammenbruchs fest und bekräftigte, dass der jüngste Anstieg der Nervosität an der Wall Street diese Prognose bestätige.

Doolittle, die Gründerin des Internet-Chartanalyse-Unternehmens Peak Theories Research, hatte in letzter Zeit mit ihrer Vorhersage einer drohenden Marktkorrektur, die schlimmer ausfallen würde, als man sich derzeit vorstelle, Schlagzeilen gemacht. Die langfristige Wahrscheinlichkeit, so erklärte sie, deute auf einen Einbruch des S&P 500 um 60 Prozent.

Anfang August hatte Doolittle sowohl vor einem ›Superanstieg‹ des VIX als auch einem ›Todeskreuz‹ bei Zehn-Jahres-Staatsanleihen gewarnt. Ersteres verwies auf einen starken Anstieg des VIX, während sich der Begriff [›Todeskreuz‹] im Wall-Street-Fachjargon auf ein bereits eingetretenes Ereignis bezog, als die Kurve des 50-Tage-Durchschnittswerts des festgelegten Rendite-Referenzwerts [der Anleihen] die Kurve des 200-Tage-Durchschnittswerts in Abwärtsrichtung kreuzte.

Beide Ereignisse deuteten auf bevorstehendes Unheil, sagte sie.«

 

Werden wir bald Zeuge eines Aktienmarktzusammenbruchs und einer weiteren größeren Finanzkrise werden? Oder handelt es sich nur um einen neuerlichen Fehlalarm, der schnell vergessen sein wird?

 

 

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Leser-Kommentare (10) zu diesem Artikel

17.10.2014 | 21:51

GLADIO

Hallo @ geneigter Leser >>> vielleicht schreibt der das alles nicht einmal selbst, sondern hat seine Günstlinge und Zuträger, die für ihn das Wesentliche erledigen. Er braucht alles nur noch lesen, und mit seinem Namen versehen sofern er mit dem Artikel einverstanden ist. Wenn er mal ein Thema interessant fndet, dann schreibt er schon vielleicht mal selbst. Würde auch mal wissen wollen wie das da bei denen hinter den Kulissen abläuft ...


16.10.2014 | 18:10

Thomas F. Wagner

Die Lage ist z.Z. schwer einschätzbar. Die Dauerkrise des Finanzsystems ist augenfällig. Ein Crash ist jederzeit möglich , kommt aber oft eher unerwartet. Erst in der Rückschau gibt es viele Experten, die dann erst die Vorboten der Krise herausarbeiten. Mit Sicherheit kann man aber feststellen , dass das Finanzsystem krank ist , sehr krank. Mit vernünftigem Wirtschaften hat das alles nichts mehr zu tun. Das Finanzwesen hat sich zu einer Art kybernetischem System entwickelt ,...

Die Lage ist z.Z. schwer einschätzbar. Die Dauerkrise des Finanzsystems ist augenfällig. Ein Crash ist jederzeit möglich , kommt aber oft eher unerwartet. Erst in der Rückschau gibt es viele Experten, die dann erst die Vorboten der Krise herausarbeiten. Mit Sicherheit kann man aber feststellen , dass das Finanzsystem krank ist , sehr krank. Mit vernünftigem Wirtschaften hat das alles nichts mehr zu tun. Das Finanzwesen hat sich zu einer Art kybernetischem System entwickelt , dessen Funktionieren eigenen Regeln unterworfen ist. Dies sind aber Regeln , die weder politischen noch realwirtschaftlichen Erfordernissen gerecht werden. Das Finanzwesen hat ein isoliertes Eigenleben entwickelt. Der Nachteil besteht nur darin , dass es seiner Eigenlogik folgt und dabei die Gesellschaft und die Realwirtschaft schädigt. Abhilfe ist aber nicht in Sicht. Die handelnden Verantwortlichen sind in den Zwänges des von ihnen geschaffenen Systems gefangen, insofern sind sie in ihren Entscheidungen unfrei. Ein Weg dies zu ändern und die Finanzwelt "zu befreien" , wäre dann tatsächlich der Crash des gegenwärtigen Finanzsystems... also eigentlich eine gute Tat. M würe nicht nur die Verantwortlichen von ihrer Verantwortung befreien , nein auch die Welt wäre von ihnen befreit. Nicht auszudenken , wenn dann die Spekulation mit Lebensmitteln aufhören würde, die Gelder in Zukunftstechnologien fließen würden, statt Schuldendienst würde die Entwicklung der dritten Welt angepackt und ...und ...und... Man könnte über den Crash beinahe nichts Schwärmen geraten. Aber noch ist es nicht soweit. Fürchten wir uns lieber vor den kleineren Schwankungen am Aktienmarkt


16.10.2014 | 08:20

Broker

Gestern DAX -3,53%, TecDAX -3,28%, E-Stoxx 50 -4,35% (!), Dow Jones -2,48%n, NASDAQ -2,65%. Das verheisst nichts Gutes! Steht diese Woche mal wieder ein schwarzer Freitag auf der Liste? Mehr interessante Hintergrund-Informationen zu Wirtschaft und Finanzen hier: www.pattaya-image.com (Insider-Informationen).


15.10.2014 | 20:03

nostradamus

chaos aller orten, schlimme vorboten des zusammenbruchs werden sichtbar,je schneller je lieber, warum aufschieben was unabwentbar ist, vorsorge ist das gebot der stunde.


15.10.2014 | 18:49

Backpfeife

Gegen die Klugscheisser hier stinkt er aber ab. Er weiß nichts von Nanotechnologie und die BRD-GmbH Grütze der Reichsdeppen kann er auch nicht auswendig runterbeten.

Dabei ist das die krasseste Verschwörung von allen denn: Das deutsche Reich hat nie existiert sondern war stehts nur eine Scharade von Kaiser Karl dem Krummen und seiner Frau Peter die Arge


15.10.2014 | 18:32

Carlos

@geneigter Leser: Eigentlich ist das gar nicht so erstaunlich. Experten, sind im Gegensatz zu Allroundern, Menschen die von wenig viel wissen. Die größten Experten sind also Leute, die alles über nix wissen! Mahlzeit!

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