Wednesday, 25. May 2016
04.12.2013
 
 

Warum bauen sich so viele reiche Leute futuristisch anmutende Hightech-Hochsicherheitsbunker?

Michael Snyder

Die Reichen geben gegenwärtig mehr Geld als jemals zuvor dafür aus, sich vor dem Rest der Menschen zu schützen. Warum machen sie sich so große Sorgen um ihre Zukunft? Wissen sie etwas, das wir nicht wissen? Oder sind sie einfach nur reich genug, sich die Art von Sicherheit leisten zu können, die sich alle anderen auch gerne kaufen würden, wenn sie es denn könnten? In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Reiche überall in den USA ihre Anwesen mit futuristischen Hightech-Sicherheitssystemen ausstatten lassen, die weit über das hinausgehen, was in Hollywoodfilmen der letzten Zeit wie etwa dem Film Die Säuberung gezeigt wurde.

In der Realität geht es um Sicherheitsbunker mit nachhaltiger Lebensmittel­- und einer ausreichenden Wasserversorgung, versteckten Gängen, die zu schusssicheren Panikräumen führen und Hitzedetektoren, die auch Personen, die sich versteckt halten, schon in einer Entfernung von 15 Kilometern erkennen können. Viele dieser Sicherheitsmaßnahmen werden

wahrscheinlich nie benutzt oder eingesetzt werden müssen, wenn die Lage so bleibt, wie sie gegenwärtig ist. Aber wenn sich die dünne Schicht der Zivilisation, die wir alle im alltäglichen Umgang für normal halten, weiterhin auflöst und es in den kommenden Jahren zu massiven Spannungen und Unruhen in der Bevölkerung kommt, dürfte man froh sein, wenn man auf diese und vergleichbare Sicherheitsmaßnahmen zurückgreifen kann.

 

Wenn es darum geht, sich auf mögliche kommende katastrophale Ereignisse vorzubereiten, gehören die Reichen sicherlich zu der Personengruppe, die diese Vorsorge und Vorbereitung auf extremste Art und Weise betreibt. In einem kürzlich erschienenen Artikel in der britischen Tageszeitung Daily Mail hieß es, die Reichen hätten in den letzten Jahren praktisch eine Art Obsession entwickelt, wenn es um Fragen der Sicherheit ihrer Anwesen gehe:

»Im ganzen Land geben wohlhabende Familien Millionen dafür aus, ihre Liebsten vor Eindringlingen, Naturkatastrophen oder der Apokalypse zu schützen, wobei die Haussicherheit immer mehr Science-Fiction-ähnliche Züge annimmt.

Unternehmen, die besorgten Eigenheimbesitzern futuristische Vorrichtungen liefern – und damit einhergehend ein unbezahlbares Gefühl der Sicherheit –, berichten von einer wachsenden Nachfrage nach kostspieligen Bunkeranlagen, geheimen Gängen und Fluchtwegen, Panikräumen und Erkennungssoftware.«

Die meisten normalen Menschen können sich einen solchen Sicherheitsstandard einfach nicht leisten – aber die Reichen können es, und gegenwärtig sind sie offenbar bereit, viel Geld für außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen auszugeben, die ihnen, wie sie hoffen, ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Das Magazin Forbes berichtete vor Kurzem über den Eigentümer eines Unternehmens mit Namen »Strategically Armored & Fortified Environments« (SAFE), der sein eigenen Haus in eine Festung verwandelt hat, die er zu Anschauungszwecken gerne potenziellen Kunden zeigt – und das Geschäft boomt:

»Al Corbis Anwesen in den Hollywood Hills (in Los Angeles) verfügt über die gewohnten weißen Außenwände, die künstlerisch gestaltet und mit Kunstwerken und Panoramafenstern versehen sind, die einen atemberaubenden Blick auf Los Angeles ermöglichen. Dennoch hat das Anwesen mehr mit einem Geheimdienst-Hauptquartier gemein als die anderen ähnlichen Anwesen im Viertel. Die Familie Corbi benötigt aufgrund einer biometrischen Software keine Schlüssel, muss wegen der stahlverstärkten Betonsenkkästen keine Angst vor Erdbeben haben und schläft bequem in einem 2500 Quadratmeter großen Haus im Haus: einer schusssicheren Panik›suite‹, die Corbi als das ›sichere Kernstück‹ seines Hauses bezeichnet.«

Wie Forbes weiter berichtet, wurden einige der Häuser, die SAFE baut, mit »nachhaltigen« Sicherheitsbunkern ausgestattet, in denen sich Familien potenziell im Falle einer größeren Katastrophe einige Generationen lang aufhalten könnten:

»SAFE-Bunker werden mit Erdwärme betrieben und verfügen über eine nachhaltige Lebensmittelversorgung, eigene Brunnen für die Wasserversorgung sowie komplette medizinische Einrichtungen. Viele besitzen Amphitheater, Restaurants und Wellnessbereiche. Für einen Kunden errichtete Corbi eine Promenade, deren Decke mit handgemaltem blauem Himmel versehen war, sowie ›Läden‹, in denen die Familienerbstücke ausgestellt werden können. ›Diese Dinge will man für sich persönlich besitzen, und deshalb ist es gegenwärtig sozusagen ›der letzte Schrei‹ im Bereich Unterhaltung, aber wenn es zu einer Katastrophe kommt, kann man sich dorthin zurückziehen und sich dort für einen langen Zeitraum aufhalten‹, sagte Corbi.

Das stimmt tatsächlich. Seinen Schätzungen nach könnten Familien in den am besten geplanten und ausgestatteten Anlagen bis zu drei Generationen lang überleben. ›Sie wären dann so etwas wie die neuen Adams und Evas, die in jeder Hinsicht einen Neuanfang beginnen würden.‹«

Was genau befürchten die Reichen eigentlich? Immerhin beteuern uns doch unsere Politiker und die Leitmedien immer wieder, alles sei in bester Ordnung. Warum bereiten sie sich dann auf ein generationslanges Ausharren in der Zukunft vor?

 

Sicherlich gehören auch einige Reiche zu den drei Millionen so genannter »Prepper« in den USA (abgeleitet vom englischen Verb to prepare für »vorbereiten«), d.h. Menschen, die sich und ihre Umgebung auf mögliche Katastrophen, wie den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Strukturen, vorbereiten und entsprechende Vorsorge betreiben. Aber die meisten anderen Reichen wollen einfach nur, dass ihre Familien sicher sind. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Gewaltverbrechen um 15 Prozent an, und der Zorn gegenüber den wohlhabenderen Schichten ist seit der letzten Finanzkrise enorm angewachsen.

 

Verzweifelte Menschen handeln verzweifelt. Und mit Sicherheit nimmt die Verzweiflung in der amerikanischen Gesellschaft zu. In diesen Tagen gehen Kriminelle gegen alle und jeden vor und schonen niemanden. Man kann also durchaus nachvollziehen, warum die Reichen sich vor Übergriffen dieser Art schützen wollen und sich verbarrikadieren. Immerhin gehören sie sicherlich zur bevorzugten Zielgruppe verzweifelter Verbrecher und Diebe.

 

Wenn es darum geht, Eindringlinge frühzeitig aufzuspüren und zu erkennen, leisten einige der eingesetzten Technologien tatsächlich Erstaunliches. So stellt etwa ein Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Oregon Infrarotkameras her, die das spezifische Wärmebild einer Person wahrnehmen können, die noch 15 Kilometer entfernt ist:

»Ein weiteres Unternehmen, FLIR Systems mit Sitz in Wilsonville in Oregon, produziert Infrarotkameras, die die Hitzesignatur von allem erfassen können, das sich in der näheren Umgebung aufhält – sogar noch von Personen oder Gegenständen, die sich in einer Entfernung von bis zu 15 Kilometern verstecken.«

Viele dieser Technologien sind durchaus bemerkenswert, aber dieses plötzliche Interesse an ihnen enthüllt etwas anderes über unsere Gesellschaft. Das Vertrauen innerhalb unserer Gesellschaft nimmt rapide ab, und viele Menschen haben Angst. Aus einer vor Kurzem veröffentlichten Umfrage geht hervor, dass das Ausmaß des Vertrauens, das sich die Menschen entgegenbringen, deutlich geringer als vor 40 Jahren ist:

»In den letzten 40 Jahren hat einer der wesentlichen Grundpfeiler der Demokratie – das Vertrauen in den Mitmenschen – drastisch abgenommen. Gegenwärtig ist nur ein Drittel der Amerikaner der Auffassung, den meisten Menschen vertrauen zu können. 1972, als im Rahmen einer Volksbefragung, des General Social Survey, diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde, war es noch die Hälfte. 40 Jahre später sind fast zwei Drittel der Befragten, der höchste Wert bisher, überzeugt, dass ›man nicht vorsichtig genug sein kann‹, wenn es um den Umgang mit den Mitmenschen geht.«

Wie denken Sie darüber? Sind Sie überzeugt, man könne den meisten Menschen trauen? Und warum geben Ihrer Meinung nach gerade jetzt so viele Reiche so viel Geld für futuristische Hightech-Sicherheitsmaßnahmen aus?

 

 

 

 


 

 

 

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