Tuesday, 27. September 2016
04.09.2014
 
 

Nur ein Freudscher Versprecher? – McCain: »Beratergruppe zur nationalen Sicherheit empfahl Bewaffnung von ISIS«

Mikael Thalen

Senator John McCain aus Arizona entschlüpfte am Mittwochabend im amerikanischen Nachrichtensender Fox News eine interessante Äußerung zur Politik der Regierung gegenüber der Terrormiliz ISIS. Vielleicht fiel es ihm aber auch einfach nur schwer, noch zwischen den Terroristengruppen, deren Bewaffnung er fordert, zu unterscheiden.

 

In diesem kurzen Ausschnitt (etwa ab 1:10 Minute) erwähnt McCain im Gespräch mit Greta Van Susteran ein Treffen des Präsidenten mit seiner Beratergruppe zur nationalen Sicherheit, in dem alle seine Berater Berichten zufolge »die Bewaffnung von ISIS« forderten. »Hillary Clinton hat dieses Treffen im Weißen Haus bereits vor zwei Jahren erwähnt… Alle seine Berater zu Fragen der nationalen Sicherheit empfahlen Waffenlieferungen an ISIS, und der Präsident hat dies abgelehnt«, sagte er.

 

Vor dieser Äußerung hatte Susteran ihm eine Frage zur Bewaffnung der so genannten »Freien Syrischen Armee« gestellt, sodass man vermuten könnte, McCains Äußerung sei einfach ein Freudscher Versprecher gewesen. Das mag ja auch sein, dennoch entspricht der Inhalt der Äußerung, auch wenn sie vielleicht unabsichtlich erfolgte, in Bezug auf ISIS völlig den Tatsachen. McCains Behauptung, der Präsident habe eine Bewaffnung der Gruppe abgelehnt, ist falsch.

 

Beide Personen – Obama und McCain – waren unbestreitbar direkt an der Unterstützung der Gruppe, die sich bis vor Kurzem »Islamischer Staat im Irak und der Levante« (ISIS) nannte und heute »Islamischer Staat« (IS) nennt, beteiligt und haben so dazu beigetragen, dass der IS seine heutige Machtposition erreichen konnte.

 

Seit einigen Jahren hat McCain fieberhaft mit der Regierung Obama zusammengearbeitet, wenn es um die Bewaffnung radikaler Dschihadisten in der Region ging. Damit wollte man einen keineswegs geheimen, schon seit Jahrzehnten ausgeheckten und verfolgten Plan zum Sturz der Regierung verschiedener Länder, zu denen der Irak, Libyen und Syrien gehören, in die Tat umsetzen.

 

Bereits im März 2011 unterstützte McCain vehement die Pläne der CIA, die »libyschen Rebellen« zu unterstützen, obwohl einer der libyschen Rebellenführer, Abdel-Hakim al Hasidi, eingeräumt hatte, mit al-Qaida zusammenzuarbeiten. Nur wenige Monate später hissten die gleichen »Rebellen« eine Al-Qaida-Fahne auf dem Verwaltungsgebäude in Bengasi.

 

Im vergangenen Jahr reiste McCain nach Syrien, um sich dort mit hochrangigen Vertretern der Asifat-al-Schamal-Brigade und der Freien Syrischen Armee zu treffen. Beide Gruppen haben eingeräumt, »al-Qaida Loyalität versprochen« zu haben.

 

Es kam zu offenem Streit, als sich herausstellte, dass es sich bei verschiedenen Teilnehmern dieses Geheimtreffens um Radikale handelte, die beschuldigt werden, elf libanesische schiitische Pilger entführt zu haben.

 

 

McCain und Obama behaupten zwar immer wieder einhellig, nur »gemäßigte Aufständische« zu unterstützen, aber selbst der Anführer der Freien Syrischen Armee Dschamal Maaruf erklärte 2014, seine Männer kämpften regelmäßig an der Seite von al-Qaida, der gleichen al-Qaida, die nun ihre Absicht erklärt hat, mit ISIS im syrisch-irakischen Grenzgebiet zusammenzuarbeiten.

 

Tausende Dschihadisten wurden sogar von amerikanischen Ausbildern auf einem geheimen Militärstützpunkt im benachbarten Jordanien ausgebildet, bevor sie sich dann in den Irak absetzten, um sich dort ISIS anzuschließen, wie ein jordanischer Regierungsvertreter berichtet. Darüber hinaus erklärten vor Kurzem Dschihadisten in einem PBS-News-Bericht, sie seien in Katar von Amerikanern ausgebildet worden. Während einer Bürgerversammlung in Arizona griff der ehemalige Marineinfanterist Blaine Cooper 2013 McCain persönlich wegen seiner Unterstützung radikaler, dschihadistischer Terroristen scharf an und warf dem Senator sogar Verrat vor.

 

 

Nur wenige Stunden vor McCains Äußerung auf Fox News erklärte der Generalleutnant der US-Luftwaffen (a.D.) Thomas McInerney ebenfalls in einem Interview mit dem Sender: »Wir haben dazu beigetragen, ISIS aufzubauen… In einigen Fällen haben wir meiner Meinung nach die falschen und nicht die richtigen Leute der Freien Syrischen Armee unterstützt, und das verwirrt die Menschen. Ich habe daher immer darauf hingewiesen,… dass wir die falschen Typen unterstützen.«

 

Gegenwärtig gewinnt ISIS täglich immer mehr an Boden und ständig neue Rekruten dazu.

 

McCain und Präsident Obama sind immer noch fixiert darauf, Syrien zu bombardieren, um dort der Bedrohung durch ISIS entgegenzutreten, die sie doch selbst mitgeschaffen haben, anstatt sich mit der mutmaßlichen Bedrohung durch ISIS an der amerikanisch-mexikanischen Grenze auseinanderzusetzen.

 

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

05.09.2014 | 16:12

Livia

Zum Lügen braucht man ein hohes Maß an Interligenz und Umsicht um sich in seinem eigenen Gespinst noch auszukennen - und auch ein McCain wird älter ... Wahrscheinlich ist den USA jede steinzeitislamistische Rebellengruppe im nahen Osten lieber als gut organisierte moderne Staaten mit einem nordafrikanischen Golddenar - die sich auch in Golld Öl und andere Rohstoffe bezahlen lassen!


05.09.2014 | 07:15

Nordsee-Marie

Tja, nun hat er offizielle gesagt, was der Dummbeutel auf der Straße schon wußte. Seinerzeit wurde die Taliban genauso aufgebaut. Wieso gfällt mir ausgerechnet jetzt die Waffenlieferung an die Kurden ein ? * Grübel *


05.09.2014 | 00:10

Ulrich

Ich befürchte, der Senator hat da aus Versehen etwas ausgesprochen, was Fakt ist. Diese Vorgänge sind langfristig geplant, wie auch der Rest der gleichzeitig momentan durchgeführten Aktionen. Man erschaffe ein Problem, biete die Lösung dafür an, und mache einen Gewinn dabei (finanziell, geostrategisch etc.). Die vielen toten und traumatisierten Menschen werden zumindest einkalkuliert nach der Maxime "der Zweck heiligt die Mittel", und dieser unser Zweck ist der einzige,...

Ich befürchte, der Senator hat da aus Versehen etwas ausgesprochen, was Fakt ist. Diese Vorgänge sind langfristig geplant, wie auch der Rest der gleichzeitig momentan durchgeführten Aktionen. Man erschaffe ein Problem, biete die Lösung dafür an, und mache einen Gewinn dabei (finanziell, geostrategisch etc.). Die vielen toten und traumatisierten Menschen werden zumindest einkalkuliert nach der Maxime "der Zweck heiligt die Mittel", und dieser unser Zweck ist der einzige, der zählt, denn wir sind die Einzigartigen, die Erleuchteten, die Auserwählten!


04.09.2014 | 18:45

Storchenei

Der Vizepräsident der USA jagt die Islamisten, bis die Geköpften gerächt sind. McCain will diese irren Moslems und Mörder bewaffnen? Der Präsident schwört den Balten ewige Treue, ja wer einen solchen Partner hat, ist wahrlich nicht zu beneiden. Amerika will die Welt "verbessern"! Im eigenen Land instabil (finanziell und ethnisch), werden diese Jongleure die Probleme wieder auf einem fremden Kontinent „austragen“. Ja, die guten Amerikaner, sie beten was das Zeug hält...

Der Vizepräsident der USA jagt die Islamisten, bis die Geköpften gerächt sind. McCain will diese irren Moslems und Mörder bewaffnen? Der Präsident schwört den Balten ewige Treue, ja wer einen solchen Partner hat, ist wahrlich nicht zu beneiden. Amerika will die Welt "verbessern"! Im eigenen Land instabil (finanziell und ethnisch), werden diese Jongleure die Probleme wieder auf einem fremden Kontinent „austragen“. Ja, die guten Amerikaner, sie beten was das Zeug hält und haben die Moral in Erbpacht, aber als Brandstifter machen sie eine gute Figur.


04.09.2014 | 17:49

Wandale

Ich bin mir nah zu sicher, dass hinter den Weltweiten Unruhen, Kriegen, Krankheiten wie Ebola, AIDS... drei Organisationen stecken und zwar > City of London, Vatikan und Washington DC. Sogar den Österreicher namens Adolf Hitler haben die in City of London ausgebildet um die Welt zu terrorisieren. Hitlers Nachkommen sollen in der USA und in der City of London leben. Kein Wunder wenn ein Rothshild (wirklicher name war Bauer) der unehelicher Opa war.

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