Wednesday, 22. May 2013
29.07.2012
 

Eine Intelligence-Analyse über militärische Drohnen: Nutzlast, Gegenmaßnahmen und mehr

Mike Adams

In Amerika erleben wir zurzeit, wie der geplante Einsatz von Drohnen – für Spionage, militärische Zwecke und zur Beobachtung – geradezu explosionsartig zunimmt, und zwar sowohl für die polizeiliche Überwachung als auch für den militärischen Gebrauch.

Die [US-Luftfahrtbehörde] FAA hat die Genehmigung dafür erteilt, dass Zehntausende von Drohnen am Himmel über Amerika fliegen dürfen, und Unternehmen wie Raytheon arbeiten an winzigen Waffen (Raketen), mit denen Drohnen ausgerüstet werden können. Es folgt meine persönliche Analyse darüber, was Drohnen in Zukunft werden leisten und welche Gegenmaßnahmen getroffen werden können; ich stütze mich dabei auf Informationen aus veröffentlichten Artikeln und meine persönliche Kenntnis der militärischen Taktik und des Vorgehens von Polizei und Justiz.

Drohnen werden jetzt in Amerika zu Waffen gemacht. AINonline berichtet:

 

»Raytheons neue kleine taktische Rakete (STM), nach Angaben der amerikanischen Firma die erste bewusst für taktische unbemannte Luftsysteme (UAS) gebaute Waffe, könnte in wenigen Monaten in Betrieb genommen werden. Die STM ist 56 Zentimeter lang, sie hat einen Durchmesser von neun Zentimetern und ein Gewicht von gut sechs Kilogramm, sie ist geeignet für UAS mit einer Nutzlast von 22 bis 27 Kilogramm.«

 

Zusammen mit der unglaublichen Ausweitung des Überwachungs-Polizeistaats, der schon jetzt alle Telefongespräche, E-Mails, Aktivitäten sozialer Netzwerke und die Suche nach Websites überwacht, bedeutet diese Entwicklung, dass die »Rebellion der Maschinen [Terminator 3]« wahrscheinlich mit kleinen fliegenden Robotern statt mit den zweifüßigen Maschinen wie in Terminator vonstattengehen wird.

 

Wenn Sie sehen wollen, wie weit diese Drohnen in den vergangenen Jahren bereits vorgedrungen sind, schauen Sie sich dieses erstaunliche Video zum Thema »Aerobots neues Design – Der Ring – Dodecacopter« an:

 

 

Oder dieses Video der Stalker-Drohne von Lockheed Martin:

 

 

 

Die Menschen aus der vordersten Schlachtlinie nehmen

 

Schon lange ist es der Wunsch der Militärs, alle Menschen aus der vordersten Schlachtlinie zu nehmen. Wenn Maschinen die Arbeit der Menschen übernehmen könnten, wäre es nicht mehr nötig, (still und heimlich) Leichensäcke nach Hause zu transportieren; außerdem würde niemand die ethische Zulässigkeit beispielsweise von bewaffneten Angriffen auf zivile Demonstranten anzweifeln.

 

Das Einzige, was die Militärs im Moment noch von völliger globaler Dominanz trennt, sind diese »verdammten Menschen«, die im Weg stehen und sich weigern, Befehle zu befolgen, die einen Völkermord bedeuten würden. Man ersetze die Menschen durch eine Armee von Robotern, und man hat den perfekten Sturm für eine mechanisierte, robotergestützte globale Kriegsmaschinerie.

 

Und welcher machthungrige Bürokrat wünschte sich nicht zehn Millionen gehorsamer, bewaffneter fliegender Roboter unter seinem Kommando? Für alle, die nach Macht streben – und das ist praktisch jeder in Washington D.C. und im Pentagon –, wird ein Traum wahr.

 

Es führt unweigerlich zum Krieg der Menschheit mit Robotern.

 

Es folgen einige Informationen, die Menschen helfen könnten, den Drohnen-Krieg zu überleben:

 

 

Typische Arten von Drohnen

 

  • Starrflügler: In der Lage, in großer Höhe und mit großer Reichweite zu fliegen. Können mit Kamera-Pods für extrem genaue Überwachung ausgestattet werden. Tageslicht- und Infrarotkameras. Relativ große Nutzlast (mehrere Hundert Kilo). Langstreckenflüge und Kontrollbereich, mehrere Dutzend Kilometer. Führende Hersteller sind die USA und Israel. Eine typische Starrflügler-Drohne ist die Predator. Eine experimentelle Drehflügler-Drohne der US Navy sehen Sie hier.

 

  • Multirotor-Drohnen: Viel kleinere Geräte als die von DraganFly hergestellten – geeignet für geringe Nutzlasten wie Kameras, Mikrofone und potenziell kleine Waffen. Sehr leises, stabiles Flugprofil. Sehr begrenzte Reichweite, einige nur 150 Meter. Typische Einsatzmöglichkeiten: lokale Polizei- und Sicherheitskräfte, die überwachen wollen, was im Hinterhof vor sich geht. Begrenzte Flugzeit (etwa zehn Minuten).

 

  • Hybrid-Rotor-/Räder-Drohne (in naher Zukunft): Diese Drohne kann ein Ziel ansteuern, landen, die Rotoren einfahren und sich in Tarnkappenmanier auf Schienen oder Rädern auf dem Boden fortbewegen. Diese Methode der Fortbewegung spart im Vergleich zum Schweben erheblich Energie. Eine mögliche Konfiguration einer solchen Drohne ist ein hybrides Benzin-/elektrisches System, bei dem ein kleiner Benzinmotor den Antrieb für den Flug und ein geräuschloses Elektrosystem die Energie für die Fortbewegung am Boden liefert. Diese Hybrid-Drohnen wären ideal zur Sammlung von Informationen am Boden, durch den Einsatz von Richtmikrofonen und Videokameras, wo immer ein langer Überwachungszeitraum erforderlich ist. Über einen kleinen Generator könnte der Benzinmotor während des Fluges die Batterien wieder aufladen.

 

Übrigens: Es werden bereits Drohnen entwickelt, deren Energiesysteme vom Boden aus wieder aufgeladen werden, so dass sie 40 Stunden oder länger ununterbrochen fliegen können.

 

 

Sensorische Ausstattung der Drohnen

 

Drohnen können mit zahlreichen Aufnahmegeräten ausgestattet werden, wie beispielsweise:

 

  • Tageslicht-Fotokameras
  • Tageslicht-Videokameras
  • Tageslicht-Videokameras mit Videoübertragung zum Kontrollzentrum
  • Infrarotkameras, Foto und Video
  • Strahlungssensoren
  • Richtmikrofone und Geräuschsensoren

 

 

Operationelle Einsatzprofile der Drohnen

 

Drohnen würden in der Regel folgende Arten von Einsätzen durchführen:

 

  • Visuelle Überwachung unbeweglicher Ziele aus großer Höhe: Außer Sichtweite des Zieles am Boden bleiben, ein wiederholtes Muster fliegen, um die Position über dem Ziel zu halten, während Live-Video-Aufnahmen gemacht und an das Kontrollzentrum übertragen werden. Wird in der Regel von einer Starrflügel-Drohne durchgeführt.

 

  • Verfolgung eines mobilen Ziels aus großer Höhe: Starrflügel-Drohnen verfolgen ein Fahrzeug oder eine Person, behalten sie im Blick und übermitteln an das Kontrollzentrum.

 

  • Überwachung aus geringer Höhe (Schweben) (Multirotor-Drohnen): Dieses Einsatzprofil käme eher für die Überwachung taktischer Situationen wie Brandbekämpfung oder Konfrontationen infrage. Durch die Schwebefähigkeit sind sie ideal für das Spähen durch Fenster aus der Froschperspektive, allerdings machen die begrenzte Flugzeit und Reichweite sie zu relativ leichten Zielen für Gegenangriffe.

 

  • Landungsüberwachung (nur möglich mit Multirotor-Drohnen): Dabei landet die Drohne an einem vorher bestimmten Ort, bringt Mikrofone und Überwachungskameras in Position und fliegt dann zum Auftanken zurück. Der Vorteil liegt in der lautlosen Überwachung, während sich die Drohne am Boden befindet. Die am besten geeignete Drohne für dieses Einsatzprofil ist eine hybride Rotor-/Rad-Drohne, die landen, sich am Boden auf Schienen oder Rädern fortbewegen und bei Bedarf zum Kommando zurückfliegen könnte.

 

  • Kamikaze: Dieses Einsatzprofil verwendet die Drohne als Selbstmordbomber, um entweder eine feste Nutzlast gegen ein Ziel zu richten oder Masse und Schwungkraft der Drohne selbst als Waffe zu nutzen. Wird nur selten auf diese Weise eingesetzt, da es entweder zur Zerstörung oder zum Verlust der Drohne führt (wobei die Drohnen-Technologie dem Feind in die Hände fallen könnte).

 

 

Nutzlast der Drohnen

 

Die Nutzlast der Drohnen, die Regierungen gegen einen »Feind« einsetzen, könnte folgendermaßen aussehen:

 

  • Miniraketen: Lenksysteme, die von der Drohne in eine zielnahe Position gebracht, dann mithilfe eines Raketenantriebs bei hoher Geschwindigkeit abgeschossen werden. Lenksysteme führen geringfügige Anpassungen durch, um die Rakete auf Zielkurs zu halten. So etwas wie eine kleine Hellfire-Rakete.

 

  • Hochexplosive Tornister: Eine »Tornister«-Last, die von der Drohne herunterfällt und beim Kontakt mit dem darunterliegenden Ziel explodiert.

  • Radioaktive schmutzige Bomben: Radioaktiver Staub, der bei optimaler Höhe über dichtbesiedeltem Gebiet freigesetzt werden kann, um massenweise Strahlenvergiftungen und jahrzehntelange Ernteausfälle zu bewirken.

 

  • Biowaffen: Diese Nutzlast kann insgeheim und lautlos über einer großen Stadt abgeworfen werden, um eine Pandemie auszulösen.

 

  • Propaganda: Eine Nutzlast kleiner Papierzettel mit schriftlichen Instruktionen oder Forderungen, die von der Bevölkerung am Boden aufgehoben und gelesen werden.

 

  • Selbstzerstörungsbombe: Ein elektrischer oder chemischer Selbstzerstörungsmechanismus, der ferngesteuert ausgelöst werden kann. Ein elektrischer Mechanismus würde die Elektronik der Drohne »einfrieren« und ausschalten. Ein chemischer Auslöser bestünde aus einer kleinen Menge hochexplosiven Materials und würde entweder eingesetzt, um zu verhindern, dass eine Drohne einem Feind in die Hände fällt, oder um die Drohne selbst als Lenkwaffe zu nutzen (»Kamikaze-Drohne«).

 

 

Drohnen ausweichen

 

Drohnen auszuweichen würde wahrscheinlich folgende Strategien einschließen:

 

  • Tarnung bei Tageslicht: Der Einsatz von Netzen über Fahrzeugen und Tarnmuster für andere Objekte, die optische Erkennungssysteme verwirren. Das gegenwärtig beste Tarnmuster ist bekannt als A-TACS, es nutzt ein fraktales mathematisches Modell, um Muster innerhalb von Mustern zu bilden, so dass der Tarneffekt in fast jedem Zoombereich funktioniert.

 

  • Licht-Disziplin während der Nacht: Drohnen werden bei Nachtstarts Autoscheinwerfer und Taschenlampen selbst aus großer Entfernung (mehrere Kilometer) sehr schnell erkennen. Wenn Drohnen ausgewichen werden soll, ist bei jeder Bewegung in der Dunkelheit der Einsatz von Nachtsichtgeräten erforderlich.

 

  • Weltraumdecken zur Wärmeabdeckung: So genannte »Weltraumdecken« (Mylar sheets) blockieren Infrarotstrahlen (Wärmestrahlen) üblicher Quellen. Versucht eine Drohne, zum Aufspüren von Menschen Infrarotsensoren einzusetzen, werden Überlebende vermutlich Weltraumdecken-Ponchos nutzen, um nicht entdeckt zu werden.

 

  • Ausnutzung der Wetterbedingungen: Drohnen können bei heftigem Regen, Hagel, hohen Winden und anderen widrigen Bedingungen nicht fliegen. Wer Drohnen entkommen will, sollte seine Bewegungen so planen, dass er sich schlechtes Wetter zunutze macht. Ein klarer Himmel ist ein Hinweis darauf, dass Drohnen auf Beobachtungsposten sind.

 

 

Gegenmaßnahmen gegen Drohnen

 

In den obersten Etagen des US-Militärs ist bekannt, dass »feindliche« Kräfte – seien es bewaffnete Kämpfer eines fremden Landes oder sogar Freiheitskämpfer im eigenen Land – versuchen, alle Arten von Drohnen (Überwachung, Waffen-Nutzlast, et cetera) zu zerstören, unschädlich zu machen oder ihnen zu entkommen.

 

Über die verschiedenen Gegenmaßnahmen, diese Aufgabe zu meistern, wird bislang nur wenig im Detail diskutiert:

 

  • Direktes Abschießen: Dieser Methode zum Abfangen von Drohnen wird kein großer Erfolg beschieden sein. Flinten haben eine geringe Reichweite, bei Gewehren reicht diese zwar aus, aber es ist selbst für einen sehr gut ausgebildeten Schützen äußerst schwer, die Entfernung und den nötigen Schusswinkel zu schätzen, um eine am Himmel fliegende Drohne zu treffen. Das gilt besonders für die Nachtstunden, wenn Drohnen am Himmel unsichtbar sind. Handwaffen einzusetzen, um Drohnen in großer Höhe abzuschießen, ist nur Verschwendung von Munition.

 

  • Rauch: Rauchbomben und -granaten waren stets ein taktisches Mittel, um sich unter Deckung zu bewegen. Werden Drohnen gegen eine Zivilbevölkerung eingesetzt, wird diese wahrscheinlich Rauch zur Tarnung taktischer Bewegungen einsetzen.

 

  • EMP-Waffen: EMP-Waffen wären gegen Drohnen äußerst wirksam, sind aber so schwer zu bauen und einzusetzen, dass sie im Feld kaum anzutreffen sein werden.

 

  • Drohnenaufspürende Drohnen: Die erfolgreichste Gegenmaßnahme gegen Drohnen wäre wahrscheinlich eine »drohnenaufspürende Drohne«, deren einzige Funktion darin besteht, bei hoher Geschwindigkeit mit einer anderen Drohne zusammenzustoßen und sie dadurch außer Gefecht zu setzen. Diese »drohnenaufspürenden Drohnen« wären wahrscheinlich batteriebetriebene Gegenmaßnahmen nach dem Motto: »Abfeuern und vergessen«. Man könnte sie anschalten, in die Luft werfen, und sie flögen sofort los, mit dem einzigen Ziel, eine andere Drohne bei hoher Geschwindigkeit abzufangen. Das würde mit einem einfachen Infrarotsensor in Kombination mit Geräuschsensoren bewerkstelligt. Alle Drohnen strahlen Hitze ab und machen Geräusche. Bisher sind keine »Tarnkappen«-Drohnen bekannt.

 

  • Hohe Drähte: In Gebieten, wo Multirotoren-Drohnen versuchen würden, einem Beobachtungsziel oder einem militärischen Ziel sehr nahe zu kommen, wäre es eine wahrscheinliche Gegenmaßnahme, Drähte oder sogar Angelschnüre zwischen hohen Objekten wie Bäumen oder Telefonmasten auszuspannen. Jede Drohne, die mit einer Angelschnur in Berührung kommt, wird sich wahrscheinlich sofort darin verfangen und abstürzen.

 

  • GPS-Spoofing: Kleine, tragbare GPS-Transmitter sind bereits vorgestellt worden, die GPS-Signale täuschen und damit die Navigationskommunikation der Drohnen abfangen. Dies kann beispielsweise eingesetzt werden, um Drohnen zur Selbstzerstörung zu veranlassen oder sie sogar zu kapern und auf einer Landebahn landen zu lassen (das hat der Iran bereits mit einer US-amerikanischen militärischen Drohne getan).

 

Mehr über GPS-Spoofing erfahren Sie hier:

CS Monitor

UTexas

Marine Corps Times

 

 


 

 

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