Wednesday, 24. August 2016
21.04.2011
 
 

Neues aus Fukushima: TEPCO räumt ein, Strahlungslecks werden noch mindestens drei Monate, möglicherweise sogar länger, bestehen bleiben

Mike Adams

Aufgrund einer Ankündigung des Kraftwerkbetreibers TEPCO verfügen wir nun über einen »Solltermin«, an dem man das Problem der Strahlungslecks in Fukushima in den Griff bekommen haben will. Ob Sie’s glauben oder nicht, TEPCO erklärte nun, man wolle die weiterhin entweichende Strahlung innerhalb von drei Monaten »verringern«. Man merke auf: Es gibt keinen festen Zeitpunkt, bis zu dem weitere Strahlungsaustritte gestoppt werden sollen; es geht nur darum, sie zu verringern. Eine Verringerung der Strahlung um ein Prozent könnte so gesehen dann schon als Erfolg gewertet werden. – Im Kern wird hier offen eingestanden, dass die Strahlungslecks innerhalb dieser 90 Tage nicht geschlossen werden können.

Innerhalb von neun Monaten will TEPCO zudem die verlässliche Kühlung der verbrauchten Brennelemente wiederherstellen. Das heißt, dies soll praktisch bis zum Jahresende geschehen.

Aber was passiert, wenn sich bis zum Jahresende ein weiterer Tsunami ereignet? Fukushima befindet sich schon jetzt in einer katastrophalen Situation. Ein weiterer Tsunami könnte sehr leicht bis in die Abklingbecken mit den verbrauchten Brennelementen vordringen und das Plutonium in den Ozean spülen, womit die Umwelt direkt massiv verstrahlt würde.

 

Wunschdenken stoppt keinen Strahlungsaustritt

Wenn alles wie geplant verläuft – und ich denke, Murphy hätte einiges dazu zu sagen –, könnte sich das Kraftwerk Fukushima in neun Monaten in einem Zustand des »kalten Abschaltens« befinden (das heißt der Reaktor ist inaktiv und die Kühlsysteme  funktionieren »normal«). Dann könnte man damit beginnen, den Reaktor sozusagen zu »versiegeln«, was etwa ein Jahr in Anspruch nehmen würde. Und wenn das Wunschdenken in der nahen Zukunft Wirklichkeit würde, könnte Fukushima in wenigen Jahren endgültig und langfristig dicht versiegelt sein.

Dieser sehr optimistische Zeitplan in Bezug auf Fukushima ist allerdings kaum mehr als ein Weihnachts-Wunschzettel. Ich wünsche mir einen neuen Spielzeugzug. Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann ein neues Fahrrad. Und Japan wünscht sich, dass die Probleme in Fukushima bis zum Jahresende beigelegt werden können.

Aber manchmal werden Wünsche eben nicht notwendigerweise erfüllt. Das ist einer der Gründe, warum wir überhaupt in diese ganze Situation mit Fukushima gekommen sind, wie Sie sich erinnern werden: TEPCO wünschte sich, die Dieselgeneratoren würden die Pumpen der Kühlanlage mit Strom versorgen, aber das taten sie nicht. Dann wünschte sich TEPCO, die Notfall-Batterien würden die Pumpen mit Energie versorgen, aber das taten sie nur acht Stunden lang. Zu diesem Zeitpunkt wünschte sich TEPCO, es könnte weitere Kernschmelzen verhindern, indem man Meerwasser auf die verbrauchten Brennstäbe spritzte, aber auch das brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Den Wünschen TEPCOS, so scheint es, sind die Gesetze der Physik nicht gewachsen.

Wenn man die Entwicklung verfolgt, ist die Wunschliste TEPCOS kaum als verlässlicher Maßstab für die tatsächlichen Entwicklungen zu betrachten. Wäre ich eine Spielernatur, so würde ich viel Geld darauf verwetten, dass die Dinge, die TEPCO bis zum Jahresende erledigt haben will, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht verwirklicht werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist so groß wie die, dass es einer Hauskatze gelingt, sich hinten einen zweiten Schwanz wachsen zu lassen, damit sie zwei Schwänze zum Spielen hat. Aber möglicherweise wäre eine solche Mutation angesichts der ganzen Strahlung in der Luft gar nicht einmal so unwahrscheinlich …

 

Andere Entwicklungen in Fukushima

  • TEPCO kündigte an, 12.000 Dollar an jeden Haushalt zu zahlen, der aus dem Gebiet um den Reaktor herum aufgrund des radioaktiven Niederschlags evakuiert werden musste. Das Geld dürfte gerade so ausreichen, um die Kosten für eine wenige Monate umfassende Chemotherapie abzudecken, wenn man der Ansicht ist, Chemotherapie und Bestrahlungen seien eine angemessene Behandlung für durch Strahlung verursachte Krebserkrankungen.
  • Kenichi Matsumoto, ein Berater der japanischen Regierung, erklärte gegenüber Journalisten, die Gebiete rund um Fukushima seien unbewohnbar; später zog er diese Erklärung wieder zurück. Da sieht man einmal mehr, wie schnell diese Dinge eine politische Dimension bekommen.
  • Im Reaktorblock 1 wurden vor Kurzem 270 Millisievert pro Stunde gemessen. Damit ist die Strahlung so hoch, dass sich die Arbeiter den Gebäuden nicht mehr nähern dürfen.
  • In der vergangenen Woche begann man, eine Petition auszuarbeiten, in der gefordert wird, alle Genehmigungen für Kernkraft aufzuheben.
  • Der Präsident der Organisation »Utaher Ärzte für eine gesunde Umwelt« und Mitglied der »Union besorgter Wissenschaftler« (UCS), Brian Moench, schrieb in einem Kommentar, es gebe kein »unschädliches« Strahlungsniveau, dem man in Fukushima ausgesetzt sein könnte, und widerlegt die Ausreden derer, die die Folgen der Fukushima-Katastrophe kleinreden wollen.
  • Auch in den etablierten Medien macht sich Skepsis gegenüber dem Zeitplan TEPCOS breit, bis zum Jahresende die Lage in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen. Hier ein Artikel aus dem Magazin Time.

 

 


 

 

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