Wednesday, 23. May 2012
19.12.2011
 

Weltweite Aussichten düster: China will Immobilienpreise senken

Mike Shedlock

Sucht man nach den Gründen dafür, warum die Börse in Schanghai weltweit zu den schwächsten gehörte, sollte man diesen Artikel lesen.

Die chinesische Führung hat bekräftigt, dass sie trotz ›sehr düsterer‹ Aussichten für die Weltwirtschaft, die auch das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt bedrohen, daran festhält, im kommenden Jahr auf ein Sinken der Immobilienpreise hinzuarbeiten.

China habe sich das Ziel gesetzt, ›grundlegend stabile Verbraucherpreise‹ zu erreichen und ständige ›[Preis-]Bremsen‹ im Immobiliensektor einzuführen, hieß es nach dem jährlichen

Wirtschaftsplanungstreffen in Beijing. Gleichzeitig werde die Regierung auf ein ›stetiges und relativ schnelles Wachstum hinarbeiten‹, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

›Die Behörden stehen einer verfrühten oder aggressiven Lockerung der Politik zurückhaltend gegenüber, sind aber entschlossen, präemptiv und flexibel unterstützend einzugreifen, sollte dies erforderlich sein‹, erklärte Chang Jian, ein Ökonom von Barclay Capital in Hongkong, der früher für die Weltbank gearbeitet hatte. ›Der Schwerpunkt der Politik wird sich von der Inflationsbekämpfung auf die Wachstumsförderung verlagern.‹

Im kommenden Jahr sei ›Fortschritt in Stabilität‹ die wichtigste Aufgabe für China, schrieb Xinhua weiter, ›Stabilität bedeutet in diesem Zusammenhang, die makroökonomische Politik stabil zu halten und ein stetiges und relativ schnelles Wachstum sowie allgemeine Preisstabilität sowie soziale Stabilität beizubehalten.‹

Die Politik werde so fein abgestimmt wie erforderlich sein, und das Land werde seinen wirtschaftlichen Reformkurs fortsetzen, hieß es in der Erklärung weiter. Die weltweiten Aussichten ›bleiben düster‹, wobei sich China wachsendem Druck aufgrund von Wachstumsverlangsamung und Preissteigerungen, betriebsbedingten Schwierigkeiten bei einigen Unternehmen und einer ›schwierigen Situation beim Energiesparen‹ ausgesetzt sehe.

Im Dezember letzten Jahres war die Regierung offiziell in ihrer währungspolitischen Einstellung von ›gemäßigt locker‹ auf ›vorsichtig‹ umgeschwenkt. In der vergangenen Woche hieß es aus dem 25-köpfigen Politbüro, diese Einstellung werde 2012 unverändert beibehalten und die Haushaltspolitik bleibe ›vorausschauend‹.

China werde den Bau ›normalen kommerziellen Wohnraums‹ beschleunigen und beabsichtige, die Hauspreise auf ein vernünftiges Niveau zu senken, hieß es weiter. Der Wechselkurs des Yuan werde ›im Prinzip stabil gehalten‹.«

Viele waren der Ansicht, China werde sich von der Weltwirtschaft »abkoppeln«, und der chinesische Aktienmarkt werde nachziehen.

Ich muss sagen, die Abkopplungstheorie war richtig, bis auf die Bereiche, in denen das Gegenteil zutraf. Der Schanghaier Aktienindex SSEC ist gegenüber seinem Höchststand im Jahr 2008 um 60 Prozent gefallen und zeigte seit Sommer 2009, also genau seit der Zeit, als die amerikanische Rezession endete, keine Anzeichen, wieder anzusteigen.

Es könnte zu einer Wiederholung des Tiefststandes vom Oktober 2008 kommen.

 

Führungswechsel jetzt eingeleitet

Wie bereits verschiedentlich berichtet, wird es im kommenden Jahr in China zu einem Führungswechsel kommen. Ich habe lange Zeit vermutet, dass die neue Führung das Schwergewicht weniger auf Infrastruktur und Immobilien, sondern stattdessen auf eine Ausweitung der Verbraucherausgaben legen würde. Die oben zitierten Erklärungen aus China deuten darauf hin, dass China endlich erkannt hat, dass sein Wirtschaftskonzept mit den drei Säulen Infrastruktur, Immobilien und Export gescheitert ist.

Aus diesem Grunde sollten Rohstoffspekulanten (vor allem im Bereich Metalle) gründlich über die angebliche »unstillbare Nachfrage« Chinas nachdenken. Auch ihre Abkopplungstheorien, die behauptete, der chinesische Schwanz werde mit dem amerikanischen Hund  und den europäischen Hunden wedeln, sollten noch einmal überdacht werden.

Man erinnere sich daran, dass Europa der größte Handelspartner Chinas ist, und Europa steckt ohne Zweifel inmitten einer Rezession, die sich zudem noch massiv verschlechtern wird, bevor ein Aufschwung in Sicht kommt.

Die Ironie in diesem Szenario liegt darin, dass die USA aller Wahrscheinlichkeit nach die einzige Nation sein werden, die sich in positiver Hinsicht von der Weltwirtschaft abkoppeln wird.

Aber ich halte weiterhin an der Rezessionswarnung fest, wie sie auf Global Eeconomic Trend Analysis vertreten wurde.

 

 


 

 

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