Der Widerstand beginnt: Genug ist genug
Niki Vogt
Drei Jahre nach der Lehman-Pleite jagt immer noch eine Wirtschaftskrise die nächste, aus den Brandherden wurde ein Flächenbrand. Die meisten Menschen werden immer ärmer, ihre Zukunftsaussichten immer düsterer. Nur Politiker, Investoren und Banker profitieren. Doch jetzt regt sich Widerstand in der Bevölkerung. Weltweit.

Als es im Frühjahr 2011 in Nordafrika und im Nahen Osten Aufstände gab, da verfielen westliche Reporter in einen Freudentaumel und bejubelten den »arabischen Frühling«. Und unsere Politiker forderten die Machthaber dazu auf, endlich den Willen des Volkes zu respektieren. Wie wenig
hören wir im Vergleich dazu derzeit in unseren Medien von den vielen Protesten in Europa und Amerika? Die Indignados in Spanien, die wütenden Proteste in Griechenland, sind das alles nur arbeitsscheue Spielverderber, die nicht begreifen wollen, dass die EU und der Euro angeblich wichtiger sind als ein menschenwürdiges Leben? Auch in Irland, Island und Großbritannien gehen immer mehr verzweifelte und zornige Menschen zu Tausenden auf die Straße. In Portugal schlossen sich sogar viele Polizisten dem Demonstrationszug der Unzufriedenen an. In den Vereinigten Staaten gibt es die gleiche soziale Protestwelle: Es begann mit Protestmärschen im New Yorker Bankenviertel: »Occupy Wall Street« hieß die Parole – besetzt die Bankenmetropole. Die Demonstranten hielten friedlich Plakate hoch, auf denen sie die Gier der Finanzelite und die Ausbeutung der Menschen anprangerten. Anfangs sah die Polizei untätig zu. Später schlugen Polizisten auf die Demonstranten ein. Und nachdem Fernsehsender die Bilder sendeten, kippte die Stimmung in den USA.
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