Monday, 26. September 2016
25.03.2011
 
 

Justizskandal: US-Bankenkartell schickt Schöpfer des Liberty-Dollar ins Gefängnis – Staatsanwältin nennt ihn »Terrorist«

Oliver Janich

Völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit spielt sich in den USA der größte Justizskandal seit 9/11 ab. Die Relevanz des Skandalurteil ist höher als die Vertuschung der wahren Täter hinter den Terroranschlägen des 11. September 2001. Es geht um nichts weniger als das größte Geldsystem der Welt und daher um das Vermögen von uns allen. Der Schöpfer des Liberty-Dollars wurde vor einem Gericht der Geldfälschung schuldig gesprochen. Dem 67-jährigen Schöpfer der sachwertgedeckten Währung, Bernard von Nothaus, drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis, was in seinem Alter lebenslang bedeuten würde.

Die Informationslage ist äußerst dürftig, da das Gericht sofort die Website sperren ließ. Zahlreiche Links in dem Wikipedia-Artikel zum Liberty-Dollar sind tot, also zensiert. Das Justizopfer selbst kann sich nicht mehr äußern. Es lohnt sich daher, die Wiki-Seite abzuspeichern, wer weiß, wie lange sie noch online ist. Allerdings genügen schon allein die offiziellen Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft (sofern sie authentisch sind, wogegen aber nichts spricht), um die hochkriminellen Machenschaften der Behörden im Verein mit dem Bankenkartell zu entlarven.

Ich selbst bin nur zufällig auf den Skandal gestoßen, weil ich gerade das hervorragende Buch Das Silber-Komplott von Reinhard Deutsch lese, in dem vom Liberty-Dollar als einem der hoffnungsvollen Ansätze für ehrliches Geld die Rede ist. Als ich am Montag die Seite aufrufen wollte, war sie schon gesperrt – wohl seit Freitag, den 18.03.2011.

Was ist der Liberty-Dollar? Es handelt sich um eine private Währung. Zunächst wurden offensichtlich Silbermünzen geprägt und Zertifikate auf diese Münzen beziehungsweise auf vorhandenes Gold und Silber herausgegeben. Laut Citizen-Times akzeptierten im Gebiet von Asheville bereits 70 Geschäftsleute 2007 den Liberty-Dollar als Zahlungsmittel. Der Vollständigkeit halber sei darauf verwiesen, dass der libertäre Autor Vin Suprynowicz laut Wikipedia den Liberty-Dollar als Multi-Level-Marketing, also eine Art Kettenbriefsystem, bezeichnet hat. Der Wiki-Link ist allerdings tot, und dies sind auch nicht die Vorwürfe des Staatsanwalts. Außerdem muss konstatiert werden, dass auch das Federal-Reserve-System ein Kettenbriefsystem ist, was spätestens jetzt jedem auffallen müsste, da die Fed US-Staatsanleihen aufkauft. Da zur Finanzierung neue Anleihen begeben werden müssten, ist spätestens jetzt klar, was Fed -Kritiker seit Jahrzehnten sagen: Dass das Fed-System Geld aus dem Nichts kreiert per einfacher Buchung.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltsschaft aber sind folgende: Nothaus hätte die Währung so gestaltet, dass die Bürger glauben würden, es wäre der offizielle Dollar, er hätte sich damit der Geldfälschung und der Verschwörung (sic!) gegen die USA schuldig gemacht. Die Vorwürfe sind absurd. Immer wieder hat Nothaus darauf hingewiesen, dass sein Dollar eben keine ungedeckte Papierwährung sei und sich daher deutlich von der offiziellen Währung unterscheide. Hier findet sich noch ein Blog zu seiner Verhaftung 2007, in der er schildert, dass er sich freue, mit den Behörden zusammenarbeiten zu können, damit seine Währung nach Jahren des Kampfes endlich offiziell anerkannt würde (was aber laut Verfassung gar nicht nötig ist). Ein Blick auf die Zertifikate, die sie noch rechts oben bei Wikipedia sehen, zeigt auch, dass diese bunten Zertifikate nicht einmal von einem Blinden mit dem Greenback verwechselt werden können. Selbst wenn es so wäre, wäre es nur zum Vorteil des »getäuschten Blinden«. Denn im Gegensatz zum Greenback sind diese Zertifikate mit Gold und Silber gedeckt, haben also einen tatsächlichen Wert. Die von Präsident Obama höchstpersönlich eingesetzte Staatsanwältin Anne Thompkins bezeichnete in einer selbst Orwellsches Neusprech in den Schatten stellenden Art und Weise das Anbieten von freiwillig genutztem, ehrlichem Geld sogar als eine Form des »inländischen Terrorismus«.

Geradezu grotesk ist, dass sich das Gericht auf die US-Verfassung stützt. Dreist behauptet das Büro der Staatsanwaltschaft: »Article I, section 8, clause 5 of the United States Constitution delegates to Congress the power to coin Money and to regulate the Value thereof.« Die Verfassung delegiere also die Macht, Geldmünzen zu prägen, an den Kongress.

Hier ist der Originaltext aus der Verfassung: »The Congress shall have Power … To coin Money, regulate the Value thereof, and of foreign Coin, and fix the Standard of Weights and Measures.« Das heißt, dem Kongress wird die Macht verliehen, Münzen zu prägen und Wert und Gewicht festzulegen. Das schließt ausdrücklich nicht aus, dass auch private Unternehmen Münzen prägen dürfen. Durch das Wort »delegiert« suggeriert die Staatsanwaltschaft, nur der Kongress habe dieses Recht, gemeint ist aber, dass AUCH der Kongress prägen darf. Es ist im Gegenteil so, dass die Väter der US-Verfassung schon geahnt haben, was die Großbankenkartelle versuchen würden: Nämlich selbst das Monopol an sich zu reißen, Geld zu produzieren. Nach einem Geheimtreffen der mächtigsten Banker im Jahr 1910 auf Jekyll Island ist dies dann 1913 mit der Gründung der Fed an der Verfassung vorbei auch gelungen, wie Edward Griffin in seinem Buch Die Kreatur von Jekyll Island ausführlich beschreibt.

Im vollen Bewusstsein der Gefahr schrieben die Verfassungsväter in Sektion 10 des ersten Artikels sogar vor, dass die Bundesstaaten nichts anderes als Gold und Silber zu Geld erklären dürften: »No State shall emit Bills of Credit; make any Thing but gold and silver Coin a Tender in Payment of Debts.« Nebenbei bemerkt verbietet sie den Staaten auch Papiergeld, »Credit Bills«, auszugeben. Das wurde mit Gründung der privaten Fed umgangen, da ja sie es ist, die das Papiergeld in Umlauf bringt. Jedem heute ausgegebenen Dollar, aber auch jedem Euro liegt ein Kredit zugrunde. Dieses Schuldgeld führt wegen der Verzinsung zu exponenziellem Wachstum der Schulden, was bei Warengeld wie Gold nicht möglich ist, weil dem Gold keine Schulden gegenüberstehen. Der Liberty-Dollar ist also echtes Geld, der Greenback ist Falschgeld.

Das ist keine Spinnerei, das sehen praktisch alle sogenannten »Constitutionalists« (die für die Beachtung der Verfassung kämpfen), libertären Autoren und Anhänger der österreichischen Schule der Nationalökonomie um Nobelpreisträger Hayek so. Prominentester Vertreter dieser Richtung ist der Kongressabgeordnete Ron Paul, der das Buch Befreit die Welt von der US-Notenbank! geschrieben hat und derzeit Vorsitzender des Finanzsausschusses des Repräsentantenhauses ist. Es ist aber keine Wissenschaft nötig, um die Absicht der Verfassungsväter zu verstehen. Die Fähigkeit zu lesen reicht völlig aus.

Die US-Verfassungsväter wollten kein Papiergeld, sondern nur Gold und Silber als Geld. Und ganz bestimmt wollten sie keinem privatem Unternehmer verbieten, selbst Münzen zu prägen, sonst stünde es in der Verfassung. Wir sehen hier also deutlich, wie das hochkriminelle Bankenkartell einen rechtschaffenen Amerikaner ins Gefängnis bringt, um sein Betrugssystem zu schützen. Der Fall zeigt ganz offensichtlich, dass die Bankster auch FBI und Justiz unter Kontrolle gebracht haben. Es bleibt nur zu hoffen, dass in den USA Massenproteste organisiert werden mit dem Slogan »Free Bernard!«

 

 

 

 


 

 

 

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