Monday, 30. May 2016
23.07.2014
 
 

Amerikanisches Außenministerium räumt ein: »Beweise« stützen sich auf YouTube-Videos und soziale Medien

Paul Joseph Watson

In einem gereizten Wortwechsel zwischen dem Journalisten Matt Lee von der Nachrichtenagentur Associated Press und der Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums Marie Harf hakte Lee immer wieder nach, bis Harf schließlich zugeben musste, dass die so genannten »Beweise«, aufgrund derer die USA die von Russland unterstützten Separatisten für den Abschuss des malaysischen Passagierflugzeuges Flug MH 17 verantwortlich machen, lediglich auf YouTube-Videos und Mitteilungen in sozialen Medien basieren.

 

Zuerst fragte Lee die Außenamtssprecherin, auf welche Weise die USA die »kriminaltechnischen Beweise« vorlegen wollen, die belegten, dass von Russland unterstützte Aufständische hinter den Angriffen steckten. Daraufhin spulte Harf einfach noch einmal die bekannten Argumente ab, bevor sie dann sagte: »Wie Sie wissen, haben wir danach in sozialen Medien … die prorussischen Separatisten gesehen, die sich damit brüsteten, ein Flugzeug abgeschossen zu haben.«

»Worauf genau stützen Sie Ihre Behauptung, die Rakete sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden?«, hakte Lee nach. Harf antwortete, die Hinweise gründeten sich auf »Kommunikationen, die von der ukrainischen Regierung bei YouTube hochgeladen« worden seien.

 

»Gibt es noch andere Hinweise … als diejenigen aus sozialen Medien?«, fragte Lee weiter. Die Sprecherin verweist auf eine »Einschätzung« und führt dann wieder die schon sattsam bekannten Behauptungen an, die sich auf soziale Medien und YouTube-Videos stützen, aus denen angeblich hervorgehe, dass die Rebellen die Verantwortung trügen.

 

»Gibt es da noch anderes Material, das Sie bereit sind, öffentlich vorzulegen, und das Ihre Version der Geschichte stützt, die ja durchaus die zutreffende Version sein könnte…«, setzte Lee an, wird dann aber von Harf mit der sarkastischen Bemerkung unterbrochen: »… könnte durchaus sein«.

 

»Ich habe Ihre Beweise bisher noch nicht gesehen, die zeigen, dass die Rakete von einem Gebiet aus abgeschossen wurde, das von Rebellen kontrolliert wird«, fährt Lee fort. »Bisher haben Sie öffentlich nur Material aus sozialen Medien vorgelegt.« Dann verweist er auf andere Mitteilungen in sozialen Medien, die der Darstellung des US-Außenministeriums widersprechen.

 

Harf stellt daraufhin kategorisch fest, alle Darstellungen der Ereignisse, die die Version des amerikanischen Außenministeriums infrage stellten (die, um es noch einmal klarzustellen, nur auf Mitteilungen in sozialen Medien beruht), seien »unlogisch«.

 

Daraufhin erklärt Lee, die Beweise des Außenministeriums würden einer internationalen Überprüfung nicht standhalten. »Die Russen haben erklärt, sie hätten ihre Radarbilder vorgelegt, die ein ukrainisches Flugzeug mindestens in der Nähe zeigen … Warum legen Sie nicht Ihre …«, sagt er, bevor er wieder von Harf unterbrochen wird.

 

Matt Lee, der seine Arbeit als Journalist ernst genommen und immer wieder nachgehakt hat, hat sich mit dieser Haltung sicherlich Verdienste erworben, zumal jede Infragestellung der offiziellen Darstellung des Abschusses des malaysischen Passagierflugzeugs als »russische Propaganda« verteufelt wird, obwohl diese Darstellung sich lediglich auf fadenscheinige »Beweise« stützt.

 

Dies erinnert sehr an die Art und Weise, wie im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Chemiewaffenangriff in Syrien von offizieller Seite kritische Berichterstattung als »Propaganda Assads« abgetan wurde, obwohl eine Untersuchung des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) später zu dem Schluss kam, dass der Angriff aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Regierungseinheiten verübt wurde.

 

Obwohl das US-Außenministerium weiterhin darauf beharrt, dass YouTube-Videos und Mitteilungen in sozialen Medien als »belastbare Beweise« anzusehen seien, ist gerade die Richtigkeit und Authentizität dieses Materials sehr zweifelhaft.

 

Harfs Erwähnung von Postings in sozialen Medien, in denen sich Rebellen angeblich damit »brüsten«, das Flugzeug abgeschossen zu haben, bezieht sich vermutlich auf eine Mitteilung im sozialen Netzwerk VK, der russischen Version von Facebook, die dort kurz nach dem Abschuss von Flug MH 17 angeblich von dem ukrainischen Rebellenkommandeur Igor Strelkow eingestellt wurde. Wie Max Fisher demgegenüber aufzeigt, gibt »es erhebliche Zweifel an der Authentizität dieser Mitteilung«.

 

Da ist zunächst einmal die Aussage von Rebellen, die gegenüber Max Seddon von Buzzfeed erklärt hatten, die betreffende VK-Seite werde in Wirklichkeit von Anhängern Strelkows betrieben. Daher könne man nicht automatisch davon ausgehen, dass diese Nachricht von Strelkow selbst stamme. Darüber hinaus beziehe sich diese Mitteilung auf den Abschuss eines militärischen Transportflugzeugs vom Typ Antonow AN-26, und nicht eines zivilen Passagierflugzeugs.

 

»Das wirft weitere Zweifel an der Darstellung auf, dass die Leute, die auf das Flugzeug feuerten, dann eine Nachricht auf VK veröffentlichten. Wenn jemand eine Rakete auf das Passagier- Flugzeug abgeschossen hätte, wäre ihm aufgefallen, dass es sich um ein sehr viel größeres Flugzeug und nicht ein kleineres Propellerflugzeug handelte«, schreibt Fisher weiter.

 

Auch die Authentizität des Videos, auf dem zu sehen sein soll, wie eine mobile Buk-Raketenabschussrampe nach dem Abschuss des malaysischen Flugzeugs wieder die Grenze nach Russland überquert, wurde vielfach bestritten. Dieses Video, auf das sich vor allem Kiew und Washington berufen, wurde vermutlich in der ukrainischen Stadt Krasnoarmijsk gedreht, die seit Mai von Kiew kontrolliert wird.

 

Nach Auffassung von Audio-Experten handelt es sich darüber hinaus bei einem YouTube-Video, in dem angeblich ein Gespräch zwischen einem Anführer der Separatisten und einem russischen Militärkommandeur zu sehen ist und in dem die Rebellen die Verantwortung für den Abschuss des Flugzeugs übernehmen, um eine Fälschung.

 

Während Russland am Montag Radar- und Satelliten-Bilder und anderes Material vorlegte, das den russischen Vorwurf untermauert, ein ukrainisches Kampfflugzeug habe das später abgestürzte Passagierflugzeug kurz vor dem Zwischenfall verfolgt, gehen die »Beweise« Kiews und Washingtons für ihre Behauptung, die prorussischen Separatisten seien für den Abschuss verantwortlich, kaum über extrem fragwürdige YouTube-Videos und Mitteilungen in sozialen Medien hinaus.

 

Bisher hat Kiew auch keine Aufzeichnung seiner Luftverkehrskontrolle vorgelegt, die unmittelbar nach dem Absturz vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU beschlagnahmt wurden. Diese Aufzeichnungen könnten entscheidende, erhellende Hinweise auf die tatsächlichen Ereignisse unmittelbar vor dem Abschuss des Flugzeugs liefern.

 

Während jede Kritik an der offiziellen »westlichen« Darstellung der Ereignisse von den Establishmentmedien als »russische Propaganda« beschimpft wird, hat Russland als bisher einziges Land überhaupt Material veröffentlicht, das man als »belastbare Beweise« bezeichnen kann. Washington und Kiew demgegenüber verlassen sich lieber auf Beweise einer Qualität, die höchstens die primitivsten Internet-Verschwörungstheoretiker ansprechen dürfte.

 

 

 

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Leser-Kommentare (30) zu diesem Artikel

29.07.2014 | 20:41

H. Huber

Ein Video soll als Beweis gelten für den Absturz der MH17. Vermutlich derselbe verlogene Beweis wie der 11.September! Wer Videos herstellen kann, weiss auch wie schnell ein solches Video gemacht werden kann. Leider fallen immer noch viel zu viele Menschen auf solche Montagen herein. USA ist weit vom Schuss und sie kratzt einen Krieg in Europa nicht. Im Gegenteil, ganz sicher wird die EU dann von ihnen i.S. Kriegsmaterial unterstützt. Wie leichtgläubig kann man nur sein????...

Ein Video soll als Beweis gelten für den Absturz der MH17. Vermutlich derselbe verlogene Beweis wie der 11.September! Wer Videos herstellen kann, weiss auch wie schnell ein solches Video gemacht werden kann. Leider fallen immer noch viel zu viele Menschen auf solche Montagen herein. USA ist weit vom Schuss und sie kratzt einen Krieg in Europa nicht. Im Gegenteil, ganz sicher wird die EU dann von ihnen i.S. Kriegsmaterial unterstützt. Wie leichtgläubig kann man nur sein???? Deutsche Bürger - bitte, bitte erwacht!!!!!


24.07.2014 | 20:44

Henning Böttcher

Bisher gibt es keinerlei Beweise, die die USA vorlegen konnten, nur Behauptungen sowie Forderungen an die Europäer nach immer weitreichenderen Sanktionen gegen Russland. Wenn das mal nicht auf eine Schwächung Europas hinausläuft. Die Chinesen freuen sich ja jetzt schon über jede Menge russisches Erdgas. Ich möchte wetten, dass demnächst eine Verteuerung der Energiepreise auf uns zukommen wird.


24.07.2014 | 15:25

nanuk

Hallo Pittiplatsch Bitte lesen sie das Buch Saat der Zerstörung von F.William Engdahl ( Kopp-Verlag) und sie werden dann wissen wie die Amerikanische Regierung ist


24.07.2014 | 13:15

andreas jordan

Herbert die richtige Parole wiederholt das, was auf den Vietnamdemos in den sechzigern gerufen wurde: USA SA SS


24.07.2014 | 13:13

Paul Stercken

Und wieder wird ein öffentlicher Intelligenztest durchgeführt mit der Fragestellung: Wann wird die Schmerzgrenze erreicht? Die Antwort lautet: Leider nicht!


24.07.2014 | 12:23

Herbert

wird zeit dass wir flagge zeigen. autobahnbrücken mit schildern versehen, dass wir gegen usa´s verkokste aussenpolitik sind und gegen die us occupation. DEUTSCHLAND ERHEBT EUCH!!!

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