Tuesday, 27. September 2016
12.11.2013
 
 

Chef einer Tafel in den USA: »Die Menschen sind zu Tode erschrocken«

Paul Joseph Watson

Jay Martin, Leiter von Joshua’s Storehouse in Casper im US-Bundesstaat Wyoming, einer größeren Einrichtung, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, macht sich große Sorgen. Die Menschen seien über die Folgen der Kürzung der Lebensmittelhilfe zu Tode erschrocken, berichtet er. Ende Oktober war eine Aufstockung, die während der Rezession beschlossen worden war, ausgelaufen. Nun wächst die Nachfrage bei den Tafeln im Bundesstaat und im ganzen Land rasant an.

Martin erklärte gegenüber der Zeitung Star Tribune, die Zahl der Familien, die im Oktober die Hilfe der Tafel (in den USA sagt man »Food Bank« dazu) in Anspruch genommen hätten, habe schon deutlich über den Vorjahreszahlen gelegen. Das Auslaufen der Aufstockung Anfang November

habe die Bedürftigkeit und damit die Nachfrage umgehend noch einmal deutlich in die Höhe getrieben. »Die Leute machen sich große Sorge, dass möglicherweise Nahrungsmittel knapp werden«, sagte er.

 

Im ganzen Bundesstaat erleben die Tafeln seit Monatsanfang einen Anstieg des Bedarfs. »Wir rechnen damit, dass dies auch für den Rest des Jahres so bleiben wird«, erklärte Brittany Ogden, die das Büro der Food Bank des Landkreises Sweetwater leitet. Allein hier kamen 90 Familien hinzu, die auf direkte Lebensmittelhilfe angewiesen waren.

 

Insgesamt fehlen dem Lebensmittelhilfsprogramm für Bedürftige, dem Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP), nach dem Auslaufen des Aufstockungsprogramms fünf Milliarden Dollar. Fast 50 Millionen Amerikaner erhalten staatliche Lebensmittelhilfe. Ihnen fehlen nun umgerechnet 26,70 Euro. Das entspricht bei einer durchschnittlichen Lebensmittelhilfe von knapp 150 Euro monatlich fast der Ration für eine ganze Woche. Zudem werden weitere Kürzungen geplant.

 

Die Northeast Iowa Food Bank (NEIFB) erlebte ebenfalls einen Anstieg der Nachfrage um 50 Prozent im Oktober, also bevor die Kürzungen überhaupt Wirkung zeigten. »Die Zahlen schnellen auch ohne die Kürzungen in die Höhe«, sagte NEIFB-Direktorin Barb Prather gegenüber dem WCF Courier. »Die Bedürftigkeit ist enorm«, sagte Pfarrerin Debra Lincoln aus Jordan River, die die Tafel betreibt. »Es kommen jeden Tag neue Leute, neue Familien.«

 

Die Vorsitzende der Food Bank für New York City, Margarette Purvis, machte am vergangenen Sonntag in einer Rede darauf aufmerksam, dass 40 Prozent der Veteranen in New York auf Suppenküchen und Tafeln angewiesen seien. Infolge der Kürzungen bei der Lebensmittelhilfe müsse man mit einer weiteren Erhöhung dieser Zahl rechnen.

 

Zuvor hatte Purvis erklärt, wenn Millionen von Amerikanern hungern müssten, könnte dies zu sozialen Unruhen führen. Auf der Internetseite Salon.com sagte sie: »Erfahrungsgemäß beginnen Unruhen in der Regel immer dann, wenn die Menschen nicht genug zu essen haben.« In der vergangenen Woche meinte die Chefin der Food Bank des US-Bundesstaates New Jersey, Val Traore, die Kürzungen in Höhe von fünf Milliarden Dollar hätten »höchst nachteilige Folgen« für den Einzelhandel und die Leute, die hungern müssten. Und die New York Post wies heute darauf hin, dass ein Teil der Gelder, die nun eingespart worden seien, in die Kampagne der First Lady Michelle Obama Let’s Move! fließe.

 

»Einige der Gelder des Programms für ein kostenloses Mittagessen in der Schule stammen aus der Rücknahme einer befristeten Aufstockung des Lebensmittelhilfe-Programms«, sagte Barack Obama 2010. Die Kürzungen würden im Herbst 2013 einsetzen. »Genau so ist es auch gekommen. Etwa 76 Millionen Mahlzeiten können in dieser Stadt nicht mehr ausgegeben werden. Dies hängt teilweise damit zusammen, dass der Präsident Gelder aus dem SNAP für das Unterschriftenprogramm der First Lady, ein Teilaspekt ihrer Initiative Let’s Move! gegen Übergewicht bei Kindern, und das 4,5 Mrd. Dollar Förderungsmittel umfassende Healthy, Hunger-Free Kids Act of 2010 abgezweigt hat«, schreibt Andrea Peyser.

 

 

 


 

 

 

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