Saturday, 25. October 2014
20.08.2013
 
 

Derselbe Journalist, der sich für einen Drohnenangriff auf Julian Assange einsetzte, befürwortet »Big Brother«-Staat

Paul Joseph Watson

Michael Grunwald, einer der führenden innenpolitischen Journalisten des amerikanischen Magazins Time, der am Wochenende in einem Twitter-Eintrag geschrieben hatte, er könne es kaum erwarten, einen Rechtfertigungsartikel für einen tödlichen Drohnenangriff auf den WikiLeaks-Gründer Julian Assange zu schreiben, erweist sich im Kern als passionierter Schreiberling der etablierten Medien – der sich selbst als »Etatist« bezeichnet und der Auffassung ist, »Big Government«, eine scheinbar übermächtige und sich in alles einmischende Regierung, sei notwendig, um die Rechte der Bevölkerung zu schützen.

Nachdem Grunwalds Twitter-Eintrag am Samstag für erhebliche Empörung gesorgt hatte, sah er sich zwar gezwungen, zurückzurudern und sich zu entschuldigen, konnte sich aber dabei nicht verkneifen, sich noch darüber zu beklagen, dass »dies den Unterstützern Assanges die Möglichkeit geben wird, sich hinter einem angenehmen Verfolgungswahn zu verstecken«.

 

Schaut man genauer hin, so zeigt sich, dass Grunwald ein inbrünstiger Befürworter eines »starken Staates« ist und praktisch alles unterstützt und verteidigt, was in der modernen Gesellschaft den Wunsch nach Kontrolle ausdrückt. Aber dem »Kontrollfreak« auf der einen Seite steht eben der Kontrollverlust der davon betroffenen Personen gegenüber.

 

So setzte sich Grunwald in einem Time-Artikel im April einschränkungslos für allgegenwärtige Überwachungskameras, schärfere Waffengesetze, die NSA-Überwachung, die Regulierung der Wirtschaft durch die Regierung und das »Eindringen des Big Brother-Staates in alle Aspekte unseres Privatlebens« ein. Unverhohlen forderte er den Staat zu umfassenden Überwachungsmaßnahmen auf, um so »andere wichtige Grundrechte zu schützen«.

 

Aber Grunwalds Auffassung von »Grundrechten« hat nichts mehr mit dem immer noch gültigen Grundrechtskatalog unserer Bill of Rights zu tun. »So wie jedes Kind das Recht hat, einem Marathonlauf zuzusehen oder die erste Klasse zu besuchen, ohne getötet zu werden – oder,in diesem Zusammenhang, das Recht, neben einer Düngemittelfabrik zu leben, ohne dass diese durch eine Explosion das eigene Haus zerstört«, schrieb er dort.

 

Grunwalds Argument, jedes Grundrecht dürfe eingeschränkt werden, damit die Regierung in der Lage sei, das Recht zu schützen, nicht getötet zu werden – ein Recht, das es übrigens in dieser direkten Form nicht gibt –, stützt sich allein auf eine aufbrausende, wütende Grundstimmung und findet keinerlei Entsprechung in der Wirklichkeit.

 

Darüber hinaus erstreckt sich dieses angebliche, von ihm so stark empfundene »Recht«, nicht getötet zu werden, offensichtlich nicht auf diejenigen Menschen, die »Big Government«, das Grunwald so vehement verteidigt, kritisieren und als das darstellen, was es ist. Die amerikanische Regierung kann jeden beliebigen Menschen zur »außergerichtlichen Tötung« freigeben, für Grunwald wäre das kein Grund zur Empörung.

 

»Ich glaube, man kann mich als ›Etatisten‹ bezeichnen«, schreibt er weiter. »… wir brauchen ›Big Government‹, um die großen Probleme der modernen Welt, die ein konzertiertes Vorgehen erfordern, zu bewältigen. Unsere Rechte bleiben davon nicht unberührt.« Offenbar ist Grunwald der Wahnvorstellung erlegen, dass eine Regulierung durch »Big Government« auch Unfälle verhindern und Mörder und Terroristen einfach per Dekret abschaffen kann.

 

Die Forderung Grunwalds nach allgegenwärtiger Kontrolle gründet sich auch auf die absurde Annahme, Terrorismus stelle tatsächlich eine schwere Bedrohung unseres alltäglichen Lebens dar. Studien zeigen demgegenüber, dass der Durchschnittsamerikaner eher an den Folgen eines Unfalls, der durch Wild verursacht wird, oder an einer heftigen allergischen Reaktion auf Erdnüsse oder einem Bienenstich als aufgrund eines Terroranschlags stirbt.

 

Grunwalds alberne und unterwürfige Staatsverehrung und seine offene Gegnerschaft gegenüber den hochgeschätzten und hart erkämpften amerikanischen Grundwerten und Freiheiten ist offensichtlich einer der wesentlichen Gründe dafür, dass er als einer der führenden Journalisten des Time-Magazins angeheuert wurde, und liefert ein weiteres schlagendes Beispiel für die Gründe, warum die etablierten Medien weiterhin ständig Leser verlieren.

 

 

 

 


 

 

 

 

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