Saturday, 25. May 2013
22.09.2012
 

Ertappt: USA entwickeln drei neue Computerviren

Paul Joseph Watson

Während die amerikanische Regierung in schöner Regelmäßigkeit öffentlich schärfere Kontrollen des Internets fordert – natürlich im Namen der Cybersicherheit –, wurde sie nun wieder einmal dabei ertappt, Computerviren für einen Cyberkrieg in der Nahmittelostregion zu entwickeln.

Experten der beiden Daten-Sicherheitsunternehmen Kaspersky und Symantec haben unabhängig voneinander entdeckt, dass die Vereinigten Staaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für drei neue Viren verantwortlich sind, die derzeit zu Spionagezwecken im Libanon und im Iran eingesetzt werden. Bereits zuvor waren die Vereinigten Staaten als die Entwickler des Stuxnet-Virus aus dem Jahr 2010 und des in diesem Jahr aufgetauchten, sehr ähnlichen Flame-Virus ausgemacht worden.

 

Die Virenexperten von Kaspersky und Symantec haben noch nicht herausfinden können, zu welchen speziellen Zwecken diese neu entdeckten Viren entwickelt wurden. Es steht aber fest, dass sie im Nahen und Mittleren Osten und insbesondere im Iran und dem Libanon aktiv sind. Ihre Vorgehensweise, »Programm-Pakete auf dem Zielcomputer abzuladen und dann Daten herunterzuladen, passt ins Profil militärischer und /oder nachrichtendienstlicher Operationen«.

 

Die neuen Viren, deren Programme die Bezeichnungen »SP«, »SPE« und »IP« tragen, benutzen Schadprogramme, die versuchen, »mit so genannten Command-andControl-Servern (C&C-Servern) zu kommunizieren«. Bei den neuen Viren könnte es sich um Weiterentwicklungen des Flame-Virus, aber auch um völlig neue Programme handeln.

 

»Diese Ergebnisse bestärken die wachsende Überzeugung, dass die amerikanische Regierung Cyber-Technologien in sehr viel stärkerem Umfang als vorher angenommen einsetzt, um ihre Interessen im Nahen und Mittleren Osten durchzusetzen«, berichtet die israelische Tageszeitung Ha‘aretz. »Die USA wurden bereits mit dem Trojaner-Virus Stuxnet, der 2010 das iranische Atomprogramm angriff, und der ausgeklügelten Cyber-Spionageplattform Flame in Verbindung gebracht, die im Mai entdeckt worden war.«

 

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres hatte die Washington Post berichtet, die USA und Israel seien gemeinsam auch für die Entwicklung des Flame-Virus verantwortlich. Mit diesem Virus sollten im Rahmen eines umfangreichen Cyber-Angriffs iranische Computernetze überwacht werden.

 

Viele Monate lang kursierten immer wieder Gerüchte, nach denen Russland oder China hinter den massiven Angriffen des Computervirus Stuxnet steckten, aber letztlich räumte die New York Times ein: »Amerikanische und israelische Geheimdienste haben bei der Entwicklung eines zerstörerischen Computer›wurms‹ zusammengearbeitet, um auf diese Weise die iranischen Bemühungen zum Bau einer Atombombe zu sabotieren«.

 

Die anhaltenden Bemühungen der amerikanischen Regierung, Computerviren als Waffen in einem Cyberkrieg zu entwickeln, wären vielleicht nachvollziehbarer und glaubwürdiger, gäbe es nicht andererseits das beständige Drängen sowohl der Regierung als auch des Kongresses, das Internet in den USA im Namen der Cybersicherheit zu zensieren und immer strikteren Regeln zu unterwerfen.

 

Als Senator Jay Rockefeller Präsident Obama im vergangenen Monat drängte, ein Präsidialdekret (eine so genannte »Executive Order«, EO) zu erlassen, das Kritiker als einen weiteren Versuch seitens der Bundesregierung werteten, die Macht im Internet an sich zu reißen, rechtfertigte der demokratische Senator aus West Virginia die EO mit der Behauptung, sie sei notwendig, um »dieses Land vor Cyber-Attacken zu beschützen« – gerade als die USA selbst aggressive Cyberkrieg-Operationen gegen andere Länder einleiteten.

 

Und tatsächlich wurden die von den USA und Israel entwickelten Viren als Beweis dafür angeführt, dass jetzt restriktive gesetzliche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Cybersicherheit rasch durchgewunken werden müssten – und zwar von genau den gleichen Regierungen, die zuvor in enger Zusammenarbeit mit Geheimdienstnetzwerken diese Viren erst geschaffen hatten.

 

Wie bereits 2011 berichtet wurde, verbreiteten große Internet-Nachrichtenportale die offizielle Lesart, nach der Russland oder China die Verantwortung für den Stuxnet-Angriff trügen, obwohl bereits zu Anfang deutliche Hinweise auf die Urheberschaft der USA und Israels vorlagen. Man ging sogar so weit, alle diejenigen, die auf die tatsächlichen Urheber hinwiesen, lächerlich zu machen und als »paranoide Verschwörungstheoretiker« zu denunzieren.

 

Während also behauptet wird, man müsse der US-Regierung jetzt größere Einflussmöglichkeiten auf das weltweite Internet einräumen, damit diese der Verbreitung feindlicher Computerviren, die die amerikanische Infrastruktur und wichtige Netzwerke lahmlegen könnten, entgegenwirken könne, arbeitet die amerikanische Regierung in aller Stille an der Entwicklung von Computerviren, die genau das können sollen: Infrastrukturen und sensitive Netzwerke wie etwa Finanzsysteme und die Stromversorgung – natürlich in anderen Ländern – ausspionieren und lahmlegen.

 

 


 

 

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