Saturday, 27. August 2016
19.01.2014
 
 

US-Denkfabrik: »Außergewöhnliche Krise« notwendig, um »Neue Weltordnung« aufrechtzuerhalten

Paul Joseph Watson

In seinem Artikel mit der Überschrift »Krieg gegen den Terror stellt nicht die einzige Bedrohung dar«, der auf der Internetseite der prominenten amerikanischen Denkfabrik Atlantic Council veröffentlicht wurde, warnt Harlan K. Ullman, nur eine »außerordentliche Krise« könne die »Neue Weltordnung«, die gegenwärtig von nichtstaatlichen Akteuren wie Edward Snowden bedroht werde, bewahren.

Der Atlantic Council gilt als sehr einflussreiche Denkfabrik mit engen Verbindungen zu wichtigen politischen Entscheidungsträgern in aller Welt. Eine führende Rolle nimmt der frühere US-Sicherheitsberater unter den Präsidenten Gerald Ford und George H. W. Bush, General Brent Scowcroft ein. Scowcroft war auch als Berater Präsident Obamas tätig. Neuer Vorsitzender ist seit

dem 15. Januar Jon Meade Huntsman, der von 2005 bis 2009 Gouverneur des US-Bundesstaates Utah war und 2009 von Präsident Obama zum Botschafter in Peking ernannt wurde.

 

Harlan K. Ullman ist der geistige Vater der Militärdoktrin »Shock and Awe« (»Schrecken und Ehrfurcht«) und derzeit Vorstandschef des Beratungsunternehmens Killowen Group, das führende Mitglieder von Regierungen berät.

 

In seinem Artikel behauptet Ullman, gegenwärtig »verändern tektonische Verschiebungen das internationale geostrategische System«. Es seien aber nicht militärische Supermächte wie China, sondern »nichtstaatliche Akteure« wie Edward Snowden, Bradley Manning und anonyme Hacker, die die gefährlichste Bedrohung für das seit 365 Jahren existierende System des »Westfälischen Friedens« darstellten, da letztere die Menschen dazu ermunterten, autonom sowie selbstbestimmt zu werden und so staatliche Kontrolle bedeutungslos zu machen. »Sehr wenige nur haben überhaupt davon Notiz genommen und noch weniger haben entsprechend gehandelt«, beklagt Ullman. »Die Informationsrevolution und die Möglichkeiten unmittelbarer Kommunikation« sind dabei, die »Neue Weltordnung« zu untergraben, die vom damaligen amerikanischen Präsidenten George H.W. Bush vor mehr als zwei Jahrzehnten verkündet wurde.

 

»Ohne eine außerordentliche Krise kann nur wenig unternommen werden, um den Schaden, der durch gescheiterte oder scheiternde Regierungsführung entsteht, zu begrenzen oder zu verhindern«, schreibt Ullman und impliziert damit, dass nur eine neuerliche Katastrophe wie etwa die Anschläge vom 11. September 2001 den Staat in die Lage versetzen könnte, erneut seine Vorherrschaft zu behaupten, während gleichzeitig die Bedrohung durch die selbstbestimmten neuen nichtstaatlichen Akteure »eingedämmt, verringert und ausgeschaltet« werden müsse.

 

Ullmann kommt am Ende zu dem Schluss, dass die Ausschaltung nichtstaatlicher Akteure und selbstbestimmter Individuen »notwendig ist«, um die Neue Weltordnung aufrechtzuerhalten. Fasst man das zugängliche Material des Atlantic Council zusammen, drängt sich einem der Schluss auf, dass diese Einrichtung unter der »Neuen Weltordnung« eine weltweite Technokratie versteht, die durch eine Verschmelzung von übermächtiger Regierungsgewalt und Konzernmacht gelenkt wird und in der Individualität durch eine transhumanistische Singularität ersetzt wird.

 

Ullmans Rhetorik und Denkweise erinnern an den Mitbegründer der Trilateralen Kommission und regelmäßigen Teilnehmer an den Treffen der Bilderberger, Zbigniew Brzeziński, der 1997 auf einer Konferenz des Council on Foreign Relations erklärte, ein »weltweites politisches Erwachen« drohe zusammen mit internen Streitigkeiten innerhalb der Elite, die Entwicklung in Richtung einer Eine-Welt-Regierung aus dem Gleis zu werfen.

 

Ullmans indirekter Ruf nach einer »außerordentlichen Krise«, um auf diese Weise wieder öffentliche Unterstützung für einen starken Staat und eine einflussreiche Regierung zu mobilisieren, ist nicht neu. Schon 1997 beklagten Vertreter des Project For a New American Century (PNAC), »ohne einige katastrophale und katalysierende Ereignisse – wie ein neues Pearl Harbour« sei eine Ausweitung des amerikanischen Militarismus unmöglich. Und 2012 schlug Patrick Clawson, Mitglied der einflussreichen proisraelischen Denkfabrik Washington Institute for Near East Policy (WINEP), vor, die USA sollten eine Provokation unter falscher Flagge inszenieren, um dann einen Vorwand für einen Krieg gegen den Iran zu haben.

 

Ullmans Befürchtungen, der Einfluss scheiternder staatlicher Institutionen könnte durch selbstbestimmte Individuen insbesondere über das Internet geschmälert werden, zeigt ein weiteres Mal, dass die Elite tatsächlich ein »weltweites politisches Erwachen« fürchtet, wie es sich erst vor Kurzem in dem Handeln von Menschen wie Edward Snowden, Julian Assange, Bradley Manning und der wachsenden Zahl ihrer Unterstützer widerspiegelte.

 

 

 


 

 

 

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