Tuesday, 30. August 2016
02.12.2015
 
 

IWF-Entscheid: Der Aufstieg des Yuan geht fast vollständig zu Lasten des Euros

Peter Boehringer

Nach dem grundsätzlichen Beschluss des IWF vom 30.11.2015 zur Aufnahme des Yuan ins SDR/SZR-System kam am 01.12.2015 nun auch die Information, wie hoch der Yuan im per 01.10.2016 neu zusammengesetzten IWF-SDR-Währungskorb gewichtet werden würde und zu wessen Lasten das gehen wird. Und was zu beweisen war – der Aufstieg des Yuan geht fast vollständig zulasten des Euros:

»Bei der Gewichtung geht die Aufnahme des Yuan zulasten der anderen vier Währungen – vor allem des Euro und des Pfunds. Nach der neuen Gewichtung sind von Oktober 2016 an die Währungen folgendermaßen im IWF-Währungskorb repräsentiert. Dollar: 41,73 (bisher: 41,9) Prozent, Euro: 30,93 (37,4) Prozent, Yuan: 10,92 (0,00) Prozent, Yen: 8,33 (9,4) Prozent sowie Pfund: 8,09 (11,3) Prozent.«

 

Zwar ist EURopa unter EZB-Draghis OMT- und Bazooka-Politik ein Stück weit selbst schuld an dieser Entwicklung: Politisch verfügte und in einem heterogenen Gebiet künstliche Weichwährungen sind nun einmal keine Reservewährungen!

Doch selbstredend ist das Ganze v.a. eine politische Entscheidung: Der vollpolitisierte IWF hat nämlich die Gewichtung des noch viel verantwortungsloser bewirtschafteten US-Dollars mit knapp 42 Prozent praktisch beibehalten!

 

Hier wird also mal wieder Politik gemacht, denn dieser Währungskorb ist durchaus relevant für die Währungsnachfrage (da die Entscheidung Insidern schon länger bekannt war, hat der Markt in den vergangenen Wochen Euro verkauft und Dollar gekauft – daher die Schwäche des Euros, die ihn auch noch auf/unter die Dollar-Parität führen wird). Und natürlich ist sie auch relevant für die Haupt-Handelswährung, welche der US-Dollar unbedingt bleiben wollte.

 

Dieser Status war nämlich trotz aller Euro-»Rettungen« durch den Euro latent gefährdet gewesen. Trotz aller Euro-Druckerei hatte der Euro dank der superstarken dEUtschen Wirtschaft in der Zusammensetzung des IWF-Korbs den Dollar mit 37,5 Prozent Anteil versus 42 Prozent Anteil fast eingeholt.

 

Das aber war für die USA nicht akzeptabel – schon 1914 war es zwischen dem Deutschen Reich und England exakt dasselbe. Und so wurde nun der Yuan zugelassen – zulasten eben des Euro, der mit nun nur noch 31 Prozent SDR-Anteil wieder viel Abstand zum Dollar hat – und diesen unter Draghi und Co. auch nicht mehr aufholen wird...

 

=> Zentrale Geld-Planwirtschaft auch auf globaler Ebene ist und bleibt die Grundlage der vollpolitisierten Ökonomie.

 

Geldkriege und Währungsmanipulationen sind (frei nach Clausewitz) die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. There´s no other manipulating business like political business…

 

 

Zur grundsätzlichen Fiat-Natur der SDRs / SZR und zu ihrer Haupteigenschaft als leicht druckbares machtpolitisches Instrument und als Waffe im seit 40 Jahren global anhaltenden Krieg gegen die einzig wahre supranationale Währung Gold lese man unbedingt diesen älteren aber weiterhin voll gültigen Artikel von 2013 bzw. ausführlicher schon 2009. Auszüge daraus:

»Vergessen Sie alles, was an vernebelnden Erklärungen in heutigen Geschichts- oder VWL-Lehrbüchern zu den›‚SDRs‹ (special drawing rights) des IWF steht. Seit der öffentlichen Zugänglichmachung der beiden Dokumente steht nun offiziell fest, dass der erste Versuch der Etablierung von SDRs als Währung nichts anderes als ein (gescheiterter) Versuch war, physischem Gold nach der absehbaren Abdankung des (scheinbar) goldgedeckten Bretton-Woods-Dollars seinen natürlichen und berechtigten Platz als Welt-Leitwährung und als wahres Geld vorzuenthalten. Anfang 1968 war für die offiziellen Stellen der USA und des IWF klar absehbar, dass die seit Bretton Woods 1944 etablierte Goldkonvertibilität des Dollars (und damit indirekt auch die fast aller anderen relevanten Weltwährungen) wegen der exzessiven Verschuldung der USA nicht mehr lange haltbar sein würde. Die Goldabflüsse aus den USA und dem IWF waren 1967 und 1968 derart angeschwollen, dass der später durch Nixon vollzogene Bruch des Goldeinlösungs-Versprechens der USA schon Jahre zuvor absehbar gewesen war. Die Fed und der IWF wollten aber ebenso wie die US-Regierung unter keinen Umständen von ihrer teuren Macht- und Verschuldungspolitik abrücken – und suchten verzweifelt einen Weg, über den der absehbare Wiederaufstieg des Goldes hin zu wahrem Weltgeld verhindert werden sollte. Wie heute verfiel man zu diesem Zweck auf das Kunstgeld ›SDRs‹.«


»Nachfolgend seien einige Passagen aus dem Original-Memo übersetzt – wenn sie auch weder für objektive Geschichtsforscher noch für die tumben›‚Goldmanipulations‹-Verschwörungstheoretiker wie uns sonderlich überraschend kommen:
›U.S. objectives for world monetary system — a durable, stable system, with the SDR as a strong reserve asset at its center — are incompatible with a continued important role for gold as a reserve asset.... It is the U.S. concern that any substantial increase now in the price at which official gold transactions are made would strengthen the position of gold in the system, and cripple the SDR.‹ /›‚Das US-Ziel eines dauerhaften und stabilen Geldsystems mit den SDRs [Sonderziehungsrechten, vereinfacht gesprochen ein Euphemismus für neue Fiat-Dollars] als starker, zentraler Leitwährung ist mit der fortgesetzten Rolle des Goldes als Reservewährung unvereinbar. Die USA müssen jeden substanziellen Anstieg des [offiziellen] Goldpreises zu ihrem Thema machen, denn solche Anstiege würden die Rolle des Goldes im System stärken und die Rolle der SDRs [also des Dollars] verkrüppeln.‹
=> Klarer geht es kaum in einem offiziellen Dokument: Gold gefährdet das [ansonsten ›dauerhafte, stabile‹] SDR-Dollar-System. Dies durfte keinesfalls zugelassen oder auch nur zugegeben werden – wenn auch langfristig die Rolle des Goldes als wahres Geld aus physikalischen, geschichtlichen und psychologischen Gründen unumstößlich ist, was den US-Verantwortlichen damals wie heute klar gewesen sein dürfte... In dem Dokument werden dennoch in fast militärischem Jargon für die Entscheider Volcker und Kissinger das Goldproblem, die ›Optionen‹ (zur betrügerischen und/oder planwirtschaftlichen Niederhaltung des Goldpreises) sowie die Strategie und sogar die ›Taktik‹ zur Erreichung des Ziels ›Dollar über alles und auf ewig‹ durchdekliniert. Ferdinand Lips‘ uralter ›VT‹-Begriff vom Gold War ist hier treffender denn je. Es ist zwar ein Krieg gegen Wahrheit, Naturgesetze und Redlichkeit; dennoch wird er von den Dollar-Verteidigern bis zur letzten Falschgeldpatrone geführt.«

 

Got Gold?

 

 

 

 

 

 

 

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