Donnerstag, 30. März 2017
29.03.2016
 
 

Clinton: »Krieg in Nahost gut für Israel und den Westen«

Peter Orzechowski

WikiLeaks hat mal wieder was enthüllt: Diesmal die E-Mails von Hillary Clinton aus ihrer Zeit als Außenministerin. Darin beschreibt sie klar und deutlich, warum der Westen in Libyen und Syrien Chaos ausgelöst hat. Der Aufschrei über diese Aussagen bleibt jedoch bisher aus. Denn die Öffentlichkeit wird stattdessen durch die empörte Diskussion um den »Bruch der Geheimhaltung« abgelenkt.

 

Die Leute sind wirklich gut. Man nennt sie in den USA »Spin-Doctors«, weil sie einem Ereignis den geeigneten Spin, also den geeigneten Dreh, geben können. Die Regierung hat ihre Spin-Doctors und natürlich die beiden großen Parteien.

Diese Propaganda-Fachleute haben es eben wieder hinbekommen, dass ein Skandal, der derzeit Amerika erschüttert, in eine ganz andere Richtung abdriftet und damit langsam verpufft. Die Rede ist von Hillary Clintons E-Mail-Affäre.

 

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin hatte als Außenministerin der ersten Obama-Amtszeit dienstliche Mails auf ihrem privaten Computer und auf Bluetooth empfangen und versendet. Das geht aus einer neuen Aktion von WikiLeaks hervor.

 

Die Enthüllungsplattform hatte jüngst das Hauptarchiv mit mehr als 30 000 E-Mails von Hillary Clinton veröffentlicht und erstmals durchsuchbar gemacht.

 

»Ein klarer Bruch der Geheimhaltung«, ereifern sich die von den Spin-Doktoren der Demokraten geimpften Journalisten. Oder – noch weiter weg vom Thema: »Wie können wir Bluetooth sicherer machen?« All diese Diskussionen sollen vom Inhalt der Korrespondenz ablenken, die Hillary Clinton als US-Außenministerin zwischen 2009 und 2013 von ihrer privaten Mailadresse aus geführt hatte. Denn der Inhalt hat es in sich.

 

Hillary und der syrische Krieg

 

Die veröffentlichten E-Mails decken auf, dass die Präsidentschaftsbewerberin eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Chaos und Extremismus in Libyen gespielt hat.

 

In anderen Mails hat sie den Krieg zwischen Schiiten und Sunniten als »gut für Israel und den Westen« bezeichnet. ​In einer anderen Mail heißt es: »Der Sturz des Assad-Regimes war für das Aufrechterhalten der strategischen und nuklearen Überlegenheit Israels notwendig.«

Wer an dem Inhalt dieser E-Mails interessiert ist, jedoch nicht genug Zeit für alle 30 000 Dokumente hat, für den hat Anonymous eine kurze Zusammenfassung erarbeitet.

Das russische Onlineportal warfiles.ru zitiert aus den WikiLeaks-Files die Drucksache F-2014-20439 mit der Nummer C05794498. Aus dem Dokument geht hervor, dass die Obama-Administration am Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien entscheidend mitgewirkt hat – unter dem Vorwand, Israel zu unterstützen.

 

Der beste Weg, Israel dabei zu unterstützen, dem wachsenden Atompotenzial des Irans zu begegnen, sei es, den Menschen in Syrien beim Sturz des aktuellen Regimes Baschar al-Assads zu helfen, schreibt Clinton.

 

Zu dem Zeitpunkt hatte Clinton geglaubt, dass Verhandlungen mit dem Iran die Islamische Republik nicht davon abhalten würden, angereichertes Uran – das Kernelement aller Atomwaffen – herzustellen. »Die Verhandlungen über die Eindämmung des iranischen Atomprogramms werden Israels Sicherheitsdilemma nicht lösen. Zudem werden sie den Iran nicht davon abhalten, Uran anzureichern und Kernwaffen zu produzieren. Der Verhandlungsprozess zwischen den Weltmächten und dem Iran wird die Kriegsentscheidung Israels im besten Falle hinauszögern. Dies wird jedoch nur einen massiven Konflikt im Nahen Osten provozieren«, schrieb Clinton laut dem Nachrichtenportal in ihrem Brief.

 

Clinton fürchtete angesichts von Irans Atompotenzial, dass Länder wie Saudi-Arabien und Ägypten ebenfalls anstrebten, zu Atommächten aufzusteigen: »Infolgedessen entsteht ein nukleares Ungleichgewicht, in dem Israel mit seinen üblichen Mitteln des militärischen Vorgehens in Syrien und Libyen nicht mehr reagieren kann. Wird der Iran die nukleare Schwelle überschreiten, wird es Teheran leichter haben, Israel mit der Hisbollah und seinen Verbündeten in Syrien anzugreifen. Denn die Atomwaffen werden zu einem Abschreckungsfaktor«, heißt es weiter in Clintons Brief.

 

»Die strategischen Beziehungen zwischen dem Iran und dem Regime Assads ermöglichen es dem Iran potenziell, die Sicherheit Israels ohne direkten Angriff zu untergraben. Der Sturz Assads wird diesem gefährlichen Bündnis ein Ende bereiten. Die israelische Führung versteht bestens, warum es in ihrem Interesse ist, dies zu tun«, betont Hillary Clinton in ihrem bei WikiLeaks veröffentlichten Brief.

 

Ferner schlägt Clinton vor, die syrische Opposition dazu zu nutzen, eine neue staatliche Ordnung in Syrien zu etablieren: »Aus nachvollziehbaren Gründen scheut die Obama-Administration die Beteiligung an einer Luftoperation in Syrien, denn die Vereinigten Staaten haben Erfahrungen mit Libyen.

 

Anders als die libysche Opposition sind die syrischen Aufständischen nicht geeint und halten kein konkretes Gebiet in Syrien unter ihrer Kontrolle. Die Arabische Liga hat keine Militäroperation angefordert, wie es in Libyen der Fall war.

 

Dort war es einfacher, weil das Ziel der USA darin bestand, die Zivilbevölkerung vor dem Gaddafi-Regime zu retten, und die Militäroperation selbst hatte keine derart kolossale Bedeutung für den Nahen Osten.

 

Syrien ist eine andere Sache. Wenn wir in der Arabischen Republik Syrien jedoch erfolgreich sind, wird dies die gesamte Region buchstäblich verwandeln. Erstens wird ein weiterer brutaler Diktator einer massiven Verurteilung vonseiten des Volkes und der Opposition unterzogen. Zweitens wird der ganze Nahe Osten zum Besseren verändert, weil der Iran seinen Halt verlieren wird. Danach wird Teheran weder Israel bedrohen noch die Region destabilisieren können«, so Clinton.

 

 

 

 

 

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