Friday, 26. August 2016
01.12.2013
 
 

Per Schlafwandel in den nächsten Weltkrieg?

Peter Orzechowski

Vor genau 100 Jahren hatte niemand geglaubt, dass die Welt innerhalb von wenigen Monaten in einen verheerenden Krieg schlittern wird. Heute glaubt das auch keiner. Das kann ein fataler Denkfehler sein. Denn schon mehren sich die Zeichen, dass wir auch heute wieder schlafwandeln, statt kritisch die Entwicklungen zu beachten. Und dabei meine ich nicht die Konfrontation China-Japan, sondern die gespannte Lage vor unserer Haustür.

Anfang Januar 2013 hat der luxemburgische Premierminister vor versammelter Presse vor einem bevorstehenden Dritten Weltkrieg gewarnt. Er verglich das Jahr 2013 mit 1913, in dem die Menschen an Frieden glaubten, obwohl die Welt vor einem Krieg stand. Könnte es sein, dass der zu diesem Zeitpunkt dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union über diplomatische Informationen verfügte, die ihn zu der Warnung bezüglich eines möglichen neuen Weltkriegs veranlassten?

 

Welches mögliche Kriegsszenario Jean-Claude Juncker dabei vorschwebte, hat er der Presse nicht verraten. Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow war bereits vorher

konkreter geworden, als er am 10. Dezember 2011 in München den Franz-Josef-Strauß-Preis der Hanns-Seidel-Stiftung erhielt. Er warnte vor der Stationierung von NATO-Raketenabwehrsystemen an Russlands Westgrenzen und deren Konsequenzen: »So, und jetzt rüsten wir (Russland) auf. Aber wenn man sich die Lage genau ansieht, sieht man, dass unsere Regierung richtig und angemessen handelt… Wir (Russland) sind bereit, Waffen einzusetzen, um unsere Sicherheit zu gewährleisten. Und was bedeutet das: Dritter Weltkrieg.«

 

 

 

Putin rüstet auf


Interessant ist es, Gorbatschows Warnung mit den Entwicklungen in den russischen Streitkräften zu vergleichen. Allein 2013 gab es folgende Meldungen aus Russland: Ministerpräsident Medwedew verkündet die größte Umrüstung der russischen Armee seit dem Zweiten Weltkrieg. Immer mehr Regimenter rüsten auf die neuen Interkontinentalraketen um. Russlands Luftwaffe wird mit neuen Jets und High-Tech-Waffen ausgestattet. Präsident Wladimir Putin ermahnt die Generalstäbe, die russische Armee müsse in drei bis fünf Jahren ein neues Niveau erreicht haben. Seit Frühjahr 2013 löst er – erstmals seit 20 Jahren – per Telefon in unregelmäßigen Abständen und unangekündigt Alarm für die verschiedensten Teileinheiten der Streitkräfte aus, um zu testen, wie schnell sie ihre Gefechtsbereitschaft herstellen können. Durch diese Alarmübungen soll die schnelle Einsatzfähigkeit der Truppen gesteigert werden.

 

Im Rahmen der massiven Neuausrüstung der Armee und Flotte baut das russische Verteidigungsministerium in den nächsten Jahren laut Generalstabschef Waleri Gerassimow rund 100 Flugplätze, Standorte für Langstreckenraketen aber auch Marinebasen. Die neuen Infrastrukturanlagen würden auf die neuesten Rüstungen zugeschnitten sein. Darüber hinaus sollen in den nächsten fünf Jahren moderne Übungsgelände für Gebirgsjäger, Landstreitkräfte, aber auch für die Kriegsmarine und die Luftwaffe gebaut werden. Mehr als 100 Truppenteile und Verbände werden mit neuen Trainingsanlagen ausgestattet, so der Generalstabschef. Ziel sei es, die Qualität der Kampfausbildung zu steigern.

 

Konfliktfall Raketenabwehrschild


Zunächst sah es nach Frieden aus. US-Präsident Barack Obama und Wladimir Putin ratifizierten im Winter 2011 den New Start-Vertrag, mit dem sich beide Staaten verpflichteten, nur noch jeweils maximal 1550 strategische Atomsprengköpfe einsatzbereit zu halten und die Zahl der Trägersysteme dafür zu reduzieren. Im Oktober 2013 schlug Obama vor, diese Zahl noch einmal um ein Drittel auf 1000 Sprengköpfe zu kürzen. Aber Russlands stellvertretender Außenminister Sergei Ribakow lehnte ab: »Bevor wir darüber sprechen, ob wir die Zahl der Sprengköpfe weiter reduzieren, müssen wir eine akzeptable Lösung für das Raketenabwehr-Problem finden.«

 

 

Gemeint hat Ribakow das im Bau befindliche und über die osteuropäischen NATO-Staaten verteilte System von Abwehrraketen, das Europa vor dem Angriff feindlicher Atomraketen schützen soll. Im Kriegsfall könnte die NATO – so die Sichtweise des Kreml – Atomwaffen gegen Russland einsetzen, ohne den Gegenschlag fürchten zu müssen, da dieser von den Abwehrraketen abgefangen würde. Putin: »Wir dürfen es nicht zulassen, dass das Gleichgewicht der strategischen Abschreckung gestört wird.« William Engdahl hat bereits am 14.11. auf Kopp-Online auf Putins Verärgerung hingewiesen.

 

Die Ängste Russlands scheinen nicht unbegründet, denn neben dem jetzt begonnenen Bau des Raketenabwehrschirms halten die USA derzeit in fünf europäischen Ländern etwa 200 taktische Atomwaffen einsatzbereit, 20 davon auf dem Fliegerhort Büchel in Rheinland-Pfalz. Diese kleinen Nukes werden gerade mit Milliardensummen modernisiert (um höhere Effektivität und Treffgenauigkeit zu erzielen) und können auch von Kampfjets abgeworfen werden.

 

Kalter Krieg an den Grenzen


Putin hat auf die Baumaßnahmen der NATO mit der Lieferung von vier weiteren Flugabwehr-Langstreckenraketensystemen S-300 an seinen Bündnispartner Weißrussland reagiert. Drei davon sind bereits an der Grenze zur NATO aufgestellt. Demnächst soll auch ein russischer Luftwaffenstützpunkt mit Jagdflugzeugen vom Typ Su-27 in Lida in unmittelbarer Nähe der litauischen und der polnischen Grenze eingerichtet werden.

 

Zudem halten Russland und Weißrussland regelmäßig Militärübungen ab. »Das Erstarken der russischen Militärmacht wird zum Spannungsfaktor«, sagt Sicherheitsexperte Nikolas Gvosdev vom U.S. Naval War College.


Weitere Meldungen von der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti aus den letzten Tagen bestätigen diesen Trend: Das Verteidigungsministerium meldet die Übungsstarts von atomwaffenfähigen Interkontinentalraketen der Typen RS-12M Topol und RS-20W Wojewoda. Die Raketen seien von den Startplätzen Plessezk (Nordwestrussland) und Dombarowski (Südural) gestartet worden und zielgenau auf dem Schießplatz Kura auf der Pazifikhalbinsel Kamtschatka niedergegangen.

 

Darüber hinaus feuerten das Atom-U-Boot Brjansk in der Barentssee und das Atom-U-Boot Swjatoi Georgi Pobedonosez im Ochotskischen Meer ballistische Raketen auf Übungsziele in Nordrussland und auf Kamtschatka erfolgreich ab. Raketenverbände in Zentralrussland und am Ural zündeten zudem operativtaktische Raketen der Typen Iskander und Totschka-U, die die Übungsziele am Kaspischen Meer trafen, so das Verteidigungsministerium weiter.

 

Am Vorabend des Dritten Weltkriegs


Konfrontation also statt Abrüstung. Was mich persönlich dabei so nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass weit über 100 Seher diese Ereignisse schon längst vorhergesagt haben. Ich habe diese Prophezeiungen in meinem neu erschienenen Buch Am Vorabend des Dritten Weltkriegs analysiert und geordnet. Da finden wir Hinweise auf die derzeitigen Unruhen in Frankreich und Südeuropa genauso wie das Auftauchen von ISON und drei weiteren Kometen am Sternenhimmel – und eben die zurück gekehrte Spannung zwischen West und Ost, die in einen neuen Weltkrieg führen kann, wenn, ja wenn wir wieder schlafwandeln wie vor 100 Jahren.

 

 

 

 


 

 

 

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