Tuesday, 30. August 2016
08.01.2012
 
 

Vorbereitungen auf Atomschlag gegen Iran: »Keine Option ist vom Tisch« (2)

Prof. Michel Chossudovsky

Weitgehend unbeachtet von amerikanischen Medien ist Präsident Barack Obama am 16. Dezember privat  und hinter verschlossenen Türen mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak zusammengetroffen. Das Treffen fand am Stadtrand von Washington im Hotel Gaylord in National Harbor im US-Bundesstaat Maryland im Rahmen einer Tagung der amerikanischen Union zur Reform des Judaismus (URJ) statt. Die Bedeutung dieses zeitlich passenden privaten Treffens darf keinesfalls unterschätzt werden. Berichte legen nahe, dass auf dem Treffen zwischen Barack und Barak vor allem über einen amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran gesprochen wurde.

 

Fortsetzung des Artikels...

 

Die Zusammenführung konventioneller und nuklearer Kriegführung - CONPLAN 8022

Für die geplanten Angriffe auf den Iran ist es von größter Bedeutung, dass amerikanische Militärdokumente auf die Zusammenführung und Integration konventioneller und nuklearer Waffen und den präemptiven Einsatz von Atomwaffen auf einem konventionellen Kriegsschauplatz hinweisen.

 

Diese ins Auge gefasste »Integration« konventioneller und nuklearer Waffensysteme wurde erstmals 2003 im Zusammenhang mit CONPLAN 8022 [auch als »Global Strike« bekannt] aufgebracht. Letzteres wird als »konzeptionelle Planung für den schnellen Einsatz nuklearer, konventioneller oder informationstechnologischer Kriegführungskapazitäten zur – falls erforderlich präemptiven –

Zerstörung von in zeitlicher Hinsicht Zielen mit hoher Dringlichkeit« in der ganzen Welt [einschließlich des Irans] bezeichnet.« (Siehe dazu: Michel Chossudovsky, »US, NATO and Israel Deploy Nukes directed against Iran«, in: Global Research, 27. September 2007).

 

Unter der Federführung des United States Strategic Command (USSTRATCOM) [, das für die Führung, Ausbildung, Verwaltung und Planung aller Atomstreitkräfte aller Teilstreitkräfte der USA zuständig ist,] wurde CONPLAN Anfang 2004 in Kraft gesetzt. (Siehe dazu: Robert S. Norris und Hans M. Kristensen, Bulletin of Atomic Scientists).

CONPLAN öffnet eine militärische Büchse der Pandora, weil es die Grenze zwischen konventionellen und nuklearen Waffen verwischt und so überall auf der Welt präemptiven Einsätzen von Kernwaffen die Tür öffnet.

 

Es fehlt das öffentliche Bewusstsein

Die »internationale Gemeinschaft« unterstützt einen Angriff auf den Iran im Namen des Weltfriedens. Als Rechtfertigung für ein militärisches Eingreifen, das zu einem nuklearen Holocaust führen könnte, wird dabei behauptet, es ginge darum, »die Welt sicherer« zu machen.

 

Während man das Ausmaß des Verlustes an Menschenleben und der Zerstörung als Folge der heutigen Kriege etwa im Irak und Afghanistan noch abstrakt erfassen kann, ist die Zerstörung, die mit einem Dritten Weltkrieg einherginge, bei dem »neue Technologien« und fortschrittlichste Waffensysteme (einschließlich von Atomwaffen) zum Einsatz kämen, schier unvorstellbar und erschließt sich erst, wenn er tatsächlich beginnen und Wirklichkeit werden würde.

 

Die Medienkonzerne beteiligen sich mit voller Überlegung daran, die Berichterstattung über diese Kriegsvorbereitungen zu verhindern. Ein Krieg gegen den Iran und die damit einhergehende Gefahr einer Eskalation tauchen in den Schlagzeilen nicht auf. Die etablierten Medien verzichten auf eine tiefergehende Analyse und Diskussion der Folgen dieser Kriegsszenarien.

 

Vom Iran geht keine nukleare Gefahr aus. Allerdings geht von dem Militärbündnis aus den USA, der NATO und Israel, die – im Rahmen von CONPLAN – den Einsatz thermonuklearer Waffen gegen ein Land, das nicht über Kernwaffen verfügt, in Erwägung ziehen, eine Gefahr für die weltweite Sicherheit aus.

 

Wie General Ivashov schon sagte:

 

»Die Öffentlichkeit soll glauben gemacht werden, dass eine solche Möglichkeit nichts Schreckliches aufweist.« Kernwaffen zählen nun zum »normalen Inventar«.

 

Aber ein Angriff auf den Iran hätte verheerende Konsequenzen. Die Folge wäre ein offener regionaler Krieg, der sich vom östlichen Mittelmeer bis nach Zentralasien erstreckte und die Menschheit in einen Dritten Weltkrieg führen könnte. Die Regierung Obama stellt eine nukleare Bedrohung dar – und Gleiches gilt auch für die NATO. Und auch die fünf Länder, die eigentlich keine Atommächte sind (Deutschland, Italien, Belgien,die Niederlande und die Türkei), von deren Boden aus aber taktische Atomwaffen unter ihrem jeweiligen Kommando gegen den Iran eingesetzt werden könnten, bilden eine nukleare Bedrohung.

 

Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellt nicht nur eine nukleare Bedrohung, sondern auch eine Gefahr für die Sicherheit des israelischen Volkes dar, das hinsichtlich der Folgen eines amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran irregeführt wurde.

 

Die Komplizenschaft der öffentlichen Meinung des Westens, darunter auch Kreise der amerikanischen Friedensbewegung, ist beunruhigend. Bisher wurden auf politischer Ebene keine Bedenken angesichts der zu erwartenden Folgen eines Angriffs seitens der USA, der NATO und Israels auf ein Land, das selbst nicht über Kernwaffen verfügt, erhoben.

 

Ein solches Vorgehen könnte zum »Undenkbaren« führen: einem nuklearen Holocaust in weiten Teilen des Nahen und Mittleren Ostens. Man sollte noch darauf hinweisen, dass es auch ohne den Einsatz von Kernwaffen zu einem nuklearen Albtraum kommen könnte. Die Bombardierung der kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen des Irans mit konventionellen Waffen könnte zu einer katastrophalen nuklearen Verseuchung vom Ausmaß Tschernobyls und Fukushimas führen.

 

Auszüge aus der Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama vor der Konferenz der amerikanischen Organisation Union für eine Reform des Judaimus (URJ) am 16. Dezember 2011:

 

»Ich begrüße den stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister Ehud Barak. (Applaus) Die Zusammenarbeit zwischen unseren Streitkräften war noch nie so eng, und ich möchte Ehud für seine Führungsstärke und seinen lebenslangen Einsatz für die Sicherheit Israels und die Suche nach einem gerechten und anhaltenden Frieden danken. (Applaus) Eine weitere große Sorge – und eine Gefahr für die Sicherheit Israels, der USA und der Welt insgesamt – ist das iranische Atomprogramm. Und deshalb ist unsere Politik absolut eindeutig: Wir sind entschlossen, zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. (Applaus) Und aus diesem Grund haben wir, seit ich mein Amt angetreten habe, mit unseren Verbündeten und Partnern [in diesem Punkt zusammengearbeitet] und die bisher umfassendsten und härtesten Sanktionen gegen das iranische Regime beschlossen. Wir haben nicht nur darüber geredet, wir haben auch gehandelt. Und wir werden den Druck weiter erhöhen. (Applaus) Und deshalb können Sie versichert sein, dass wir keine Option ausschließen. Das haben wir deutlich gemacht.

Wir stehen an der Seite unserer israelischen Freunde und Verbündeten, so wie wir es [immer] getan haben, wenn sie uns am dringendsten brauchten. Als eine wütende Menge im September die israelische Botschaft in Kairo bedrohte, arbeiteten wir zusammen, um die Frauen und Männer, die dort arbeiteten, sicher herauszubringen. (Applaus) Und als im vergangenen Jahr Brände in Haifa wüteten, schickten wir Löschflugzeuge, um bei den Löscharbeiten zu helfen. (Applaus)

Aus meiner Sicht haben sich die USA von Durban bis zu den Vereinten Nationen immer an vorderster Stelle gegen Versuche gewehrt, internationale Foren dazu zu benutzen, Israel die Legitimität abzusprechen. Das werden wir auch weiterhin tun. (Applaus)

So stehen Freunde und Verbündete füreinander ein. Lassen Sie niemandem etwas anderes erzählen. Wir waren und wir werden auch weiterhin da sein. Das sind die Tatsachen«.

 

Zum Schluss noch einige Zitate aus »Auf dem Weg in den Dritten Weltkrieg« in: Global Research, Mai 2011:


»Wenn ein von den USA unterstützter Nuklearkrieg alsFriedensinstrumentdeklariert und von den internationalen Institutionen und höchsten Autoritäten, einschließlich der Vereinten Nationen, stillschweigend geduldet und hingenommen wird, gibt es kein Zurück mehr: Die menschliche Gesellschaft ist unumkehrbar auf den Weg zur Selbstzerstörung gedrängt worden.«

 

Die Welt steht vor einem gefährlichen Scheideweg. Amerika befindet sich auf Kriegskurs. Ein Dritter Weltkrieg ist nicht länger mehr nur ein abstraktes Konzept.

Die USA und ihre Verbündeten bereiten einen Angriff mit Atomwaffen auf den Iran vor, der verheerende Konsequenzen hätte. Dieses militärische Abenteuer gefährdet im wahrsten Sinne des Wortes die Zukunft der Menschheit.

Die Planungen des Pentagon zielen auf Weltherrschaft ab. Streitkräfte der USA und der NATO befinden sich bereits gleichzeitig in verschiedenen Weltregionen im Einsatz. Vorwände für Kriege und »Rechtfertigungen« werden im Überfluss geliefert. Der Iran wird als Bedrohung für Israel und die Welt insgesamt gebrandmarkt. Seit mehr als acht Jahren wird bereits ein Krieg gegen den Iran in den Planungsstäben des Pentagon ausgearbeitet. In der letzten Zeit wurden neuerliche Drohungen und Beschuldigungen gegen Teheran erhoben.

Ein »verdeckter«, insgeheim geführter Krieg hat bereits begonnen. Agenten des israelischen Nachrichtendienstes Mossad befinden sich bereits vor Ort, und CIA-Drohnen fliegen Einsätze. Zur gleichen Zeit versuchen Washington, London, Brüssel und Tel Aviv dem Iran über Destabilisierungsmaßnahmen »diplomatisch, finanziell und wirtschaftlich« zuzusetzen.


Der amerikanische Kongress hat abgestufte Wirtschaftssanktionen erarbeitet:

»in Washington hat sich ein überparteilicher Konsens zur Behinderung der iranischen Wirtschaft herausgebildet. Dies schließt einen Zusatz zumGenehmigungsgesetz des Verteidigungshaushaltes 2012‹ ein, der darauf abzielt,die iranische Wirtschaft in die Knie zu zwingen, indem man es Teheran praktisch unmöglich macht, sein Erdöl zu verkaufen.« (Tom Burghardt, »Target Iran: Washington's Countdown to War«,in: Global Research, Dezember 2011)

Diese neue Welle diplomatischer Hysterie und die erneute Drohung mit Wirtschaftssanktionen haben auf den Rohölmärkten bereits eine Stimmung der Unsicherheit ausgelöst, die sich auf die Weltwirtschaft verheerend auswirken könnte.

Auch die etablierten Medien erweisen sich im Zusammenhang mit dem angeblichen iranischen Atomprogramm wieder als willfährige Propagandainstrumente und behaupten, es gebe »Aktivitäten, die mit der möglichen Entwicklung von Waffen in Verbindung stünden«.

 

 

 

 


 

 

 

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