Friday, 27. May 2016
05.11.2008
 
 

Obama bedeutet Krise und Krieg: Interview mit Gerhard Wisnewski über den neuen Tarpley-Bestseller

Ralf Wurzbacher

Der Buchautor und Journalist Gerhard Wisnewski hat die Rechte des nun im Kopp-Verlag erschienenen Buches »Barack Obama. Wie ein US-Präsident gemacht wird« in Deutschland vertrieben und das Buch redaktionell an deutsche Verhältnisse angepasst. In dem Buch kritisiert der Autor Webster Griffin Tarpley – ein ausgewiesener und in den USA bekannter Linker – Obama, wie er selbst schreibt, »von links«. Zum Wahlsieg Obamas hatte Ralf Wurzbacher von der Tageszeitung »Junge Welt« den Auftrag, ein Gespräch mit Wisnewski zu führen. Das selbsternannte linke und demokratische Blatt kippte das Interview jedoch plötzlich aus nicht nachvollziehbaren Gründen, wie zuvor schon das Streitgespräch zwischen Wisnewski und dem 9/11-Skeptiker Andreas Hauß über den Einsturz von WTC 7. Deshalb können Sie das Interview über den brandaktuellen Tarpley-Bestseller nun hier lesen.

 

 

Aktueller Tarpley-Bestseller

über den neuen US-

Präsidenten Barack Obama

 

Wurzbacher: Barack Obama wird neuer US-Präsident. Glaubt man dem US-amerikanischen Historiker und Geheimdienstexperten Webster Griffin Tarpley, dann wurde er »gemacht«. Wie und von wem?

Wisnewski: Tarpley hält Barack Obama für linken oder liberalen Etikettenschwindel. Obama studierte bis 1983 an der Columbia University, New York. Kritiker nennen diese Zeit  die »lost years«, weil Obama darüber strengstes Stillschweigen wahrt. Was genau er dort gemacht hat und warum er darüber nicht redet, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass er dort Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen studierte und eine Arbeit über die atomare Abrüstung der Sowjets verfasste. Experte für dieses Thema an der Columbia war damals ein Professor und Präsidentenberater, der bis heute als unverbesserlicher Kriegsfalke und Russenhasser gilt, nämlich der gebürtige Pole Zbigniew Brzezinski.

Wurzbacher: Wofür steht Brzezinski und was beinhaltet sein außenpolitisches Sündenregister?

Wisnewski: Zunächst mal ist von Bedeutung, dass derselbe Russenfeind und Kriegstreiber heute Barack Obamas außenpolitischer Berater ist. Brzezinski ist ein führender Mann der Trilateralen Kommission, welche die Kräfte Europas, Japans und der USA bündelt. Daran merkt man schon, wer hier außen vor steht, nämlich Russland. Brzezinski steht für eine kompromisslose Linie gegenüber Russland und gilt als Provokateur für den – letztlich fatalen – Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan 1979.

Wurzbacher: Was lassen solche Hintergründe für die Zukunft der US-Außenpolitik befürchten?

Wisnewski: Obama wird den Konflikt vermutlich weg vom Iran und Irak in Richtung Russland und China verlagern, was viel gefährlicher ist.

Wurzbacher: Wie könnte eine kommende Krise aussehen?

Wisnewski: Obamas Vize Joe Biden hat in dieser Richtung bereits dunkle Andeutungen gemacht. Er meinte, Obama könne schon bald vor einer ähnlichen Krisensituation stehen wie einst Kennedy in der Kuba-Krise. Damals drohte eine atomare Konfrontation zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO. Natürlich wird der »gute Obama« dabei als Opfer dastehen und die ganze Welt hinter sich vereinigen wollen, wie damals Bush nach dem 11.9. Das Gefährliche daran ist, dass Obama dies aufgrund seiner künstlich geschaffenen Popularität sehr viel besser gelingen wird.

Wurzbacher: Tarpley meint, Brzezinski ziehe bereits seit längerem die Strippen in Washington. Woran macht er das fest?

Wisnewski: Tarpley sieht in der Krise zwischen Russland und dem westlich orientierten Georgien bereits einen Vorgeschmack auf das, was durch die Machtübernahme Brzezinskis – des eigentlichen Hintermannes von Obama – noch kommen könnte. Es fällt auch auf, dass die USA seit Wochen Pakistan angreifen, ebenfalls ein Obama-Brzezinski-Konzept.

Wurzbacher: Obama gilt für Afroamerikaner und die Armen als großer Heilsbringer. Auch das könnte sich laut Tarpley als Trugschluss erweisen.

 

Autor Gerhard Wisnewski,

Literaturagent und Redakteur

des Tarpley-Buches

 

Wisnewski: Erstens: Obama bedeutet sehr wahrscheinlich Krise und Krieg. Zweitens: Die höchsten Wahlkampfspenden für Obama kamen aus dem Finanzsektor. Drittens: Obamas Wirtschaftsberater haben sich gegenüber den kleinen Leuten ziemlich gnadenlos gezeigt. So lehnten sie im letzten harten Winter bei sehr hohen Heizölpreisen finanzielle Heizbeihilfen für Bedürftige ab. Sie sperrten sich auch gegen ein Zinsmoratorium für von der Zwangsversteigerung bedrohte Hausbesitzer.

Wurzbacher: Danke für das Interview.


P.S.: Schreiben Sie der Jungen Welt doch mal in einem Leserbrief, was Sie davon halten, dass sie jetzt schon Bücher von linken Autoren zensiert.

 

 

 

 

Das Copyright für das Interview liegt bei Gerhard Wisnewski

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Das obskure Objekt der Bewunderung: Neues Buch über Obama

Gerhard Wisnewski

Noch ein Buch über Barack Obama? Warum denn? Wir wissen doch schon alles: Barack Obama verkörpert den "Change you can believe in". Er ist ein "amerikanischer Traum", wir können wieder "Hoffnung wagen", uns auf den "American dream" rückbesinnen und auf den "schwarzen Kennedy" freuen. Behaupten jedenfalls unisono die gängigen Buchtitel, die nicht  mehr …

Joe Bidens aufschlussreiche Warnung vor der Zukunft

F. William Engdahl

Inmitten der bizarrsten Kampagne der an bizarren Präsidentschaftskampagnen weiß Gott nicht armen letzten 200 Jahre hat der vom Demokratischen Kandidaten Barack Obama gekürte Vizepräsidentschaftskandidat, Senator Joe Biden aus dem US-Bundesstaat Delaware, sich bei einer Wahlveranstaltung in einer Weise geäußert, die darauf hindeutet, dass die  mehr …

WTC Nr. 7: Sprengung oder nicht? Streitgespräch zwischen 9/11-Skeptikern

Gerhard Wisnewski

Jede Menge Diskussionsstoff: Mit dem sogenannten NIST-Bericht zum Einsturz von Gebäude Nr. 7 am World Trade Center versucht die offizielle Propaganda eine weitere große Glaubwürdigkeitslücke der offiziellen Version zu schließen. Dieser Bericht war auch Thema einer ZDF-Dokumentation, wonach der 47 Stockwerke hohe Wolkenkratzer durch eine neuartige  mehr …

Mehr Informationen zu kommenden »Schocks« und über die Warnungen von Powell und Biden

F. William Engdahl

US-Verteidigungsminister Robert Gates und Amerikas oberster Geheimdienstchef, Michael McConnell, haben jetzt zusammen mit dem Chef der Heimatschutzbehörde, Michael Chertoff, erklärt, dass auch der neu gewählte US-Präsident, der am 20. Januar 2009 sein Amt antritt, gemäß der in den letzten acht Jahren angewandten Militärstrategie der  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Russland, der Iran und die Georgien-Krise

F. William Engdahl

Es wird noch sehr wenig verstanden, welche Folgen der kürzlich mit amerikanischer Ermunterung geführte georgische Militärschlag gegen Südossetien für die gesamte Nahostpolitik haben wird; und das gilt nicht nur für die Politik Russlands in dieser Krisenregion, sondern auch für die der USA und Israels. Nach dem militärischen Zusammenstoß vom 8.  mehr …

Joe Bidens aufschlussreiche Warnung vor der Zukunft

F. William Engdahl

Inmitten der bizarrsten Kampagne der an bizarren Präsidentschaftskampagnen weiß Gott nicht armen letzten 200 Jahre hat der vom Demokratischen Kandidaten Barack Obama gekürte Vizepräsidentschaftskandidat, Senator Joe Biden aus dem US-Bundesstaat Delaware, sich bei einer Wahlveranstaltung in einer Weise geäußert, die darauf hindeutet, dass die  mehr …

Obama: Ich habe da einen Alptraum …

Gerhard Wisnewski

Man muss sich schon die Augen reiben angesichts dieses merkwürdigen Schauspiels. Ein amerikanischer Präsident, der keiner ist, besucht amerikanische Truppen im Ausland und hält Reden vor Menschenmassen wie sonst nur der Papst oder eben – der Präsident. Er wird nicht etwa von einer privaten Schutztruppe geschützt, sondern vom staatlichen »Secret  mehr …

WTC Nr. 7: Sprengung oder nicht? Streitgespräch zwischen 9/11-Skeptikern

Gerhard Wisnewski

Jede Menge Diskussionsstoff: Mit dem sogenannten NIST-Bericht zum Einsturz von Gebäude Nr. 7 am World Trade Center versucht die offizielle Propaganda eine weitere große Glaubwürdigkeitslücke der offiziellen Version zu schließen. Dieser Bericht war auch Thema einer ZDF-Dokumentation, wonach der 47 Stockwerke hohe Wolkenkratzer durch eine neuartige  mehr …

Das obskure Objekt der Bewunderung: Neues Buch über Obama

Gerhard Wisnewski

Noch ein Buch über Barack Obama? Warum denn? Wir wissen doch schon alles: Barack Obama verkörpert den "Change you can believe in". Er ist ein "amerikanischer Traum", wir können wieder "Hoffnung wagen", uns auf den "American dream" rückbesinnen und auf den "schwarzen Kennedy" freuen. Behaupten jedenfalls unisono die gängigen Buchtitel, die nicht  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.