Friday, 27. May 2016
17.03.2015
 
 

AIIB – Eine kleine Entwicklungsbank testet das westliche Bündnis

Redaktion

Es ist der Albtraum der USA: Der Aufstieg Chinas schafft attraktive Alternativen und macht dem »Empire« nach und nach die Verbündeten abspenstig. So weit ist es freilich noch nicht. Aber im westlichen Bollwerk tauchen die ersten Risse auf.

 

Nicht nur, dass die Europäer Amerikas aggressive Politik gegenüber Russland nicht mehr voll mittragen wollen. Jetzt laufen sie auch in Scharen zum ersten großen internationalen Projekt über, das die Volksrepublik China in Asien auf die Beine stellt.

 

Nach Großbritannien wollen auch Frankreich, Deutschland und Italien bei der von China initiierten und kontrollierten asiatischen Entwicklungsbank – der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) −  mitmachen, berichtet der britische Telegraph.

 

Die Regierung Obama hat Großbritannien unter Druck gesetzt, sich nicht dem regionalen Finanzierungsvehikel der Chinesen, das vor allem auf Infrastruktur-Projekte in Südostasien und Zentralasien abzielt, anzuschließen.

 

Doch die politische Investmentbank eröffnet sehr attraktive Perspektiven, angefangen von riesigen Eisenbahn- und Energieprojekten, bis hin zum Straßenbau und anderen Mega-Projekten, die einzelne Länder in Asien nicht alleine stemmen können.

 

Die USA haben Asien unter Obama seit Jahren vernachlässigt. China stößt gezielt und mit viel Geld in die entstandenen Lücken vor. Den Europäern, die zu Hause eine stagnierende Wirtschaft haben und im Rest der Welt schwindenden Einfluss fürchten, kommen neue internationale Organisationen – zumal in Wachstumsregionen wie Asien – sehr gelegen.

 

Hinzu kommt, dass der US-Kongress die längst beschlossene Reform des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zugunsten größerer Mitsprache der führenden Schwellenländer blockiert. In den Schwellenländern machen jedoch die großen europäischen Volkswirtschaften inzwischen gute Geschäfte, vor allem Deutschland.

 

China hat in vielen globalen Netzwerken deutscher Konzerne längst eine Drehscheiben-Funktion, selbst bei Forschung und Entwicklung. Und bis zu ein Zehntel der wirtschaftlichen Aktivität in Brasilien soll auf deutsche Firmen zurückgehen.

 

Brasilien kämpft derzeit – wie alle BRICS – mit einer wirtschaftlichen Flaute und tut sich schwer mit dem Umschalten in die nächste Entwicklungsstufe. Doch für diesen schwierigen Kraftakt ist mit einer jungen Bevölkerung, anhaltender Urbanisierung und einer wachsenden Mittelschicht enormes Potenzial vorhanden.

 

Projekte wie die asiatische Entwicklungsbank zapfen dieses Potenzial an oder schaffen neue Märkte für diese Länder – und damit für europäische Firmen, die dort engagiert sind. Dass die neue Organisation chinesische Vorzeichen hat, muss kein Nachteil sein, im Gegenteil.

 

Die Europäer sehen insgeheim in der Teilnahme an der mit 50 Milliarden Dollar Startkapital ausgestatteten Entwicklungsbank auch eine Möglichkeit, den kriegslüsternen USA, die die Konfrontation mit Russland anheizen, ein Signal zu senden: Es gibt Alternativen, und wir lassen uns nicht beliebig herumschubsen.

 

Selbst Australien, seit langer Zeit einer der sichersten Verbündeten der USA im pazifischen Raum, überprüft seine zunächst ablehnende Position zu der regionalen Entwicklungsbank neu und will vielleicht doch mitmachen.

 

Die britische Regierung hat inzwischen trotzig zu Protokoll gegeben, es sei im nationalen Interesse des Landes, bei dem neuen Rivalen der Weltbank mitzuarbeiten. Der Telegraph zitiert hierzu einen namentlich nicht genannten Sprecher von Premier David Cameron.

 

Offiziell heißt es in London, die Teilnahme an der AIIB – wie die Bank abgekürzt heißt – belaste nicht die Beziehungen zu den USA. Doch hier geht es in Wirklichkeit um sehr viel mehr, als nur um zusätzliche Möglichkeiten, an der Entwicklung von Ländern in der Region Asien-Pazifik mitzuarbeiten.

 

In Peking reibt man sich derweil die Hände: Die Teilnahme der Europäer gibt der neuen Entwicklungsbank ein Gütesiegel, wertet das internationale Gewicht Chinas weiter auf – und erinnert die USA in einer kritischen Phase daran, dass sie nicht die einzige Adresse für ihre westlichen Verbündeten sind.

 

China und 20 andere Länder haben im Oktober den Vertrag für die neue Bank, die ihren Sitz in der chinesischen Hauptstadt haben soll, unterzeichnet. Mit dabei sind von Anfang an unter anderem Pakistan, die Philippinen, Usbekistan und Vietnam.

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (28) zu diesem Artikel

28.03.2015 | 11:35

Kwisatz Haderach

Bürgerrechtsbewegung Solidarität (EIR Nachrichten) - Für ein Trennbanksystem und Glass Steagall - siehe auch BRICS Staaten und Neue Seidenstraße http://www.bueso.de Forum für ein neues Paradigma http://newparadigm.schillerinstitute.com/de/


25.03.2015 | 15:00

willy_winzig

Wenn Großbritannien in der AIB ist, dann können natürlich auch die USA der AIB beitreten, wo ist da dann noch ein Unterschied.
Siehe hier http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/redaktion/aiib-eine-kleine-entwicklungsbank-testet-das-westliche-buendnis.html. Und meinen Kommentar um 08:56 am 18.03.2015


24.03.2015 | 16:51

GLADIO

GEGEN TTIP UND CETA +++ Am 18. April kommt es auf Sie an +++ Schon 1,6 Millionen Menschen haben die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA unterschrieben. Jetzt wollen wir 2 Millionen werden – und damit die größte Bürgerinitiative, die es je gab. Sammeln Sie mit beim Aktionstag am 18. April! +++ unser Protest gegen TTIP und CETA zeigt erste Wirkung: Noch im November verkündete Wirtschaftsminister Gabriel dem Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada...

GEGEN TTIP UND CETA +++ Am 18. April kommt es auf Sie an +++ Schon 1,6 Millionen Menschen haben die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA unterschrieben. Jetzt wollen wir 2 Millionen werden – und damit die größte Bürgerinitiative, die es je gab. Sammeln Sie mit beim Aktionstag am 18. April! +++ unser Protest gegen TTIP und CETA zeigt erste Wirkung: Noch im November verkündete Wirtschaftsminister Gabriel dem Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada zuzustimmen, falls es in Europa Unterstützung findet. „Das geht gar nicht anders.“ An diesem Wochenende ruderte er zurück. Nur wenn hohe Anforderungen an die Abkommen erfüllt sind, könne die SPD ihnen zustimmen. Sprich: Die 1,6 Millionen Unterschriften unter unserer selbstorganisierten Europäischen Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA beginnen zu wirken.>>> UNTERZEICHNEN SIE BITTE HIER >>>https://www.campact.de/ttip-ebi/ebi-appell/teilnehmen/


19.03.2015 | 16:07

Alexander Leibitz

@Freier Geist: Ich möcht´s auch mal so ausdrücken: Wenn Sie (Genie) allen Leib (Handwerker) daran teilhaben lassen, dass der LOGOS, HErr oder Verstand vornehmlich in Ihrem Kopfe wirkt, wäre der "Gewinn" für alle Beteiligten deutlich höher, als im egoistischen Versuch, mit dem HErrn alias Hirn einen Alleingang zu versuchen, denn der Verrat am Leib (dessen Geringschätzung von Seiten des Intellekts) ist schon durch den Logos selbst unter schwere Strafe gestellt. Das...

@Freier Geist: Ich möcht´s auch mal so ausdrücken: Wenn Sie (Genie) allen Leib (Handwerker) daran teilhaben lassen, dass der LOGOS, HErr oder Verstand vornehmlich in Ihrem Kopfe wirkt, wäre der "Gewinn" für alle Beteiligten deutlich höher, als im egoistischen Versuch, mit dem HErrn alias Hirn einen Alleingang zu versuchen, denn der Verrat am Leib (dessen Geringschätzung von Seiten des Intellekts) ist schon durch den Logos selbst unter schwere Strafe gestellt. Das heißt in etwas weniger religiöser Sprache, dass der frühzeitige Tod des Leibes (Eva = Mammon) nur eine LOGISCHE Folge daraus ist. Dieses Drama oder Dilemma ist im Übrigen schon mit der Genesis sehr schön in Szene gesetzt, denn so gescheit wie wir, waren unsere Ahnen schon vor 6000 Jahren. Sie übesahen auch, dass in eine Bringschuld gerät, wer Erziehung, Unterrichtung und die Früchte der Überlieferung entgegengenommen hat - verkehrte Welt ist daher schon, dass das Studium teuer ist, doch genau dafür sorgten schon die Banken und alle anderen (gewinnorientierten) Unternehmen. Die Elite sucht hier quasi ein Patent auf Bildung aufrecht zu erhalten, und zwar SEHR (!) zu unrecht. Vergessen Sie lieber mal die biolog. Definition von HIRN, denn eben die ist tatsächlich nur an den Haaren herbeigezogen. Nhd. Hirn kommt wie auch Kern, Herz, Hort und Hirte von germ. "hirznian" (got.: hairtan) und dem entspricht heute vielmehr "herrschen" - an solchen Lautumformungen können Sie in etwa abschätzen, wie raffiniert die Lüge arbeitet. Der Bedeutungswandel ist ein schleichender, aber nichtsdestotrotz ein Schwindel. Eben das macht "plem-plem" und hat Sie schließlich in ganz entlegene Winkel (-züge) manövriert. Rechnen sie ihre Betriebs- und Volkswirtschaft noch mal ganz fair durch (also ohne die Schmarotzer-elite), dann werden Sie selbst merken, dass die ungleichhohe Entlohnung von Kopf- und Handarbeits-stunde insgesamt zu sehr negativen Differenzen (Nachteilen / Defiziten) führt. Und glauben Sie´ endlich: Der typische Bänker ist ganz unermesslich dumm (schädlich) - gerade deshalb, weil er durch "teilen" zu herrschen versucht, sind Sie und Ihr Nächster entzweit. Adams allernächster jedoch, war sein eigen Fleisch und Bein (Eva). Das ist eine "Geschichte", die Sie nur wegen des Gesülzes der Pharisäer, Bänker und Rabbis nicht mehr verstehen. Durch den Slang sind Sie quasi abgeschnitten von der Überlieferung ihrer erfahrenen Vorfahrenschaft, weil Sie die schon gar nicht mehr richtig lesen können, und auch nur infolgedessen praktizieren Sie ein "gegnerschaftliches" Denken.


19.03.2015 | 14:58

rotepmal

@Manfred Friedmann: "Auch ist ohnehin schon alles hier laengst untergegangen, in geistig-/seelischer hinsicht, und der physische-materielle untergang folgt nun in aller kuerze." Wenn es bei Ihnen schon so übel aussieht, dann haben Sie selbstverständlich unser aller Mitgefühl verdient. Gute Besserung!


18.03.2015 | 22:54

Alexander Leibitz

@Freier Geist: Ihr Vergleich hinkt etwas zu Lasten Ihrer eigenen Argumentation, denn beim Schraubensortieren müßten Sie den Ausdruck "Schrauben" nur gegen "Geld" austauschen, um zu sehen, dass selbiges nicht etwa schlechter, sondern zehnmal "rentabler" bezahlt wird, als Motoren zu entwickeln. Ein richtiger Bänker arbeitet nämlich "praktisch" überhaupt nichts, und hat nichtmal nennenswert viel eigenes Geld, das er arbeiten lassen könnte....

@Freier Geist: Ihr Vergleich hinkt etwas zu Lasten Ihrer eigenen Argumentation, denn beim Schraubensortieren müßten Sie den Ausdruck "Schrauben" nur gegen "Geld" austauschen, um zu sehen, dass selbiges nicht etwa schlechter, sondern zehnmal "rentabler" bezahlt wird, als Motoren zu entwickeln. Ein richtiger Bänker arbeitet nämlich "praktisch" überhaupt nichts, und hat nichtmal nennenswert viel eigenes Geld, das er arbeiten lassen könnte. Trotzdem betrachtet er sich als ultravermögend (mental wie monitär) und tritt dementsprechend auf, denn der Verdienst von Millionen (Bürgern) lagert ja nun in seinem "Haus". Ihr gesamtes Effizienzdenken läßt sich auf allein diesen Betrug zurückführen. Allein der Betrüger (Bankdirektor) etablierte genau diejenige Effizienz (Ungleichheit) die Sie hier zumindest noch ein bisschen im Spiel zu halten versuchen. Ich versteh´ Sie aber durchaus - Sie versuchen Arbeit sehr "volkswirtschaftlich" zu bewerten, vergessen dabei allerdings, dass dieselbe Volkswirtschaftslehre quasi schon vom Betrug selbst auf die Beine gestellt worden ist.

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