Friday, 1. July 2016
27.01.2011
 
 

Bilanzierungstrick soll Federal Reserve vor dem Zusammenbruch retten

Redaktion

Der amerikanische Nachrichtensender CNBC berichtet über eine Veränderung in den Bilanzierungsregeln, die die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) klammheimlich in einem regulären Wochenbericht versteckt hatte. Aus dem Vermögensteil sollen bei der Bilanzaufstellung alle Verluste, die die Fed möglicherweise aufgrund der toxischen Wertpapiere, die sie von verschiedenen Banken gekauft hat, verzeichnen muss, herausgenommen werden.

Bei CNBC heißt es: »Aus Sorge, die Federal Reserve könne aufgrund ihres immensen Anleihebestandes Verluste erleiden, sah sich die Bank genötigt, eine wenig bemerkte, aber wirkungsvolle Änderung der Bilanzierungspraxis zu beschließen: dadurch wird eine Insolvenz weniger wahrscheinlich.

Diese bedeutsame Veränderung wurde in aller Stille in dem Wochenbilanzbericht der Bank untergebracht und mit derart vielen finanztechnischen Fachbegriffen umschrieben, dass selbst Finanzmedien darüber nicht berichteten, als die Veränderung am 6. Januar angekündigt wurde.

Aber dann erregten die neuen Regeln langsam die Aufmerksamkeit der Marktanalysten. Viele zeigten sich überrascht, dass die Fed ihre eigenen Richtlinien ändern könne, und waren erleichtert, dass die zwar unwahrscheinliche, aber reale Gefahr, die mächtigste Zentralbank der Welt könnte gezwungen sein, das amerikanische Finanzministerium oder ihre [Fed-]Mitgliedsbanken um Geld zu bitten, fürs Erste einmal abgewendet sei.«

Das bedeutet also, dass die amerikanische Zentralbank ihren eigenen Bankrott nur noch durch einen billigen Buchhaltungstrick vermeiden kann, in dem sie die Schulden aus der Bilanz herausnimmt und als Verpflichtung gegenüber dem Finanzministerium ausweist.

Weiter heißt es bei CNBC:

»Raymond Stone, geschäftsführender Direktor von Stone & McCarthy in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey: ›Eine Veränderung der Bilanzierungsmethode bei der Zentralbank erlaubt der Fed, Verluste zu erleiden, ohne dass das Grundkapital angegriffen werden müsste.‹

Die vollzogenen Veränderungen erlauben der Fed im Wesentlichen, Verluste bei den verschiedenen regionalen Banken des Fed-Systems als Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzministerium anstatt als Verringerung des Grundkapitals auszuweisen …

›Alle künftigen Verluste der Fed tauchen nun als negative Zahlungsverbindlichkeit und nicht als Kapitalverringerung auf. Eine negative Kapitalsituation kann daher rein technisch nicht mehr auftreten‹, erklärte Brian Smedley, ein Finanzexperte der Bank of America-Meryll Lynch und früheres Stabsmitglied der New Yorker Federal Reserve.

›Der Zeitpunkt ist sicher nicht zufällig gewählt. Immerhin haben sich Politiker und Marktteilnehmer seit der Ankündigung (einer zweiten Aufkaufaktion von Wertpapieren) gleichermaßen über die Gefahr besorgt gezeigt, die Fed könnte in einer Situation deutlich steigender Zinsen ,insolvent’ werden‹, schrieben Smedley und seine Kollegin Priya Misa in einer Forschungsnotiz.«

Ergebnis: Es war allen klar, dass die Fed irgendeine krumme Tour machen muss, um mit all den Ramschwertpapieren klarzukommen, die sie gekauft hatte. Hier ist er nun, dieser Trick. Jeder Unternehmer, der seine Bilanz auf eine solche Art und Weise frisieren würde, würde wegen Insolvenzverschleppung im Knast landen. Man kann nur hoffen, dass es Ron Paul gelingen wird, diesem Treiben der Federal Reserve ein Ende zu setzen. Ron Paul gilt als härtester Kritiker der Federal Reserve im US-Kongress. Im Dezember hatte er die Leitung des Kongressunterausschusses zur Beaufsichtigung der Federal Reserve übernommen.

 

 


 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Enthüllt: Saudi-Arabien will Atomsprengköpfe aus Pakistan abziehen
  • Teurer ökologischer Irrsinn: Die Wahrheit über Windräder
  • Schlechte Nachrichten: Gefahr für Riester-Rente und Lebensversicherungen
  • Klartext: Was Politiker verdienen
  • Schwere Vorwürfe: EU-Rechnungshof soll Prüfberichte gefälscht haben

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

»Federal Reserve« außer Kontrolle

Redaktion

Die amerikanische Zentralbank hat zur Lösung der Finanzkrise über acht Billionen Dollar an Krediten und Bürgschaften an Banken und Finanzinstitute vergeben. Bis heute weigert sich die »Federal Reserve«, die Namen der Empfänger zu nennen.  mehr …

Die Fed hat gesprochen: Kein Bailout für die Main Street!

System

Die US-Notenbank Federal Reserve ist von Bankern für Banker gegründet worden und hat diesen bisher stets gute Dienste geleistet. Aus dem Nichts heraus hat sie den Banken 12,3 Billionen Dollar an fast zinslosen Darlehen zur Verfügung gestellt, um ihnen aus einer selbstverschuldeten Kreditklemme zu helfen. Eben diese Kreditkrise hat auch  mehr …

Wir brauchen eine vollständige und genaue Überprüfung der US-Notenbank Federal Reserve

Ron Paul

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass ich dem Kongressunterausschuss für Inlands-Geldpolitik und Technologie vorsitzen werde, der die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beaufsichtigt, reagierten die Medien überwältigend. Die plötzlich zunehmend kritische Haltung breiter Bevölkerungskreise gegenüber dem Vorgehen der Federal  mehr …

Steht die Fed vor einem Strategiewechsel?

Michael Grandt / Alexander Strauß

In Zeiten der anhaltenden Rezession ist auch eine Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Federal Reserve Bank (Fed) ausgebrochen. Bisher musste sich die Notenbank auch bemühen, die Arbeitslosenzahlen niedrig zu halten, was ihr in letzter Zeit nicht gelungen ist. Einflussreiche Politiker wollen der Fed dieses Privileg deshalb nun entziehen.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Sex auf Kosten der Steuerzahler: Die Bordellbesuche unserer Politiker

Udo Ulfkotte

Alle deutschen Medien berichten in diesen Tagen über die intimen Kontakte des italienischen Staatspräsidenten Silvio Berlusconi zu Prostituierten. Sie verdrängen dabei offenkundig, dass es in Deutschland weitaus schlimmer ist. Das aber ist augenscheinlich ein Tabuthema. Lesen Sie, welche deutschen Politiker wann und wo (häufig minderjährige)  mehr …

EU empfiehlt Mitarbeitern: Tauschen Sie Euro gegen Edelmetalle

Redaktion

Viele Wirtschaftsfachleute vertreten die Auffassung, dass für den Euro möglicherweise bald die letzte Stunde geschlagen haben könnte. Jetzt glauben offenbar auch ranghohe EU-Repräsentanten nicht mehr an eine glorreiche Zukunft der europäischen Währung.  mehr …

Afghanistan – »Totenacker der Imperien«? Gedanken zur Verlängerung des Afghanistan-Mandates

Wolfgang Effenberger

Mitte Januar 2011 beschloss die Bundesregierung, das Afghanistan-Mandat vorerst bis Ende 2011 zu verlängern. Dann soll der Abzug beginnen, sofern »die Lage dies erlaubt«. Weder dürften die verbleibenden deutschen Soldaten, noch die »Nachhaltigkeit des Übergabeprozesses» gefährdet werden. Die seit Jahren übliche Rhetorik, die üblichen Worthülsen.  mehr …

Bundesbürger belogen: Dramatischer Gedächtnisschwund bei Arbeitsagentur-Chef

Eva Herman

So dreist sind Deutschlands Bürger selten belogen und geneppt worden: Die Bundesagentur für Arbeit, in Person ihres Chefs Frank-Jürgen Weise, hat innerhalb von nur zehn Tagen alle öffentlichen Einschätzungen zur Situation am deutschen Arbeitsmarkt über den Haufen geworfen und jetzt das genaue Gegenteil behauptet.  mehr …

Wir brauchen eine vollständige und genaue Überprüfung der US-Notenbank Federal Reserve

Ron Paul

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass ich dem Kongressunterausschuss für Inlands-Geldpolitik und Technologie vorsitzen werde, der die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beaufsichtigt, reagierten die Medien überwältigend. Die plötzlich zunehmend kritische Haltung breiter Bevölkerungskreise gegenüber dem Vorgehen der Federal  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.