Thursday, 25. August 2016
10.11.2014
 
 

Das große Geld-Rätsel: US-Notenbank kann sich nicht entscheiden, ob Gold eine Währung ist

Redaktion

Notenbankchef Alan Greenspan galt zu seinen Zeiten als wandelndes Rätsel. Je undurchsichtiger seine meist gemurmelten Äußerungen, desto mehr Schlagzeilen machten sie. Jetzt hat der Orakel-Zentralbanker mächtig zugeschlagen – und eine Kontroverse eröffnet, jedenfalls fast.

 

Denn seine brisante Äußerung, wonach »Gold eine Währung« ist, wurde vorige Woche bei einer Veranstaltung des Council on Foreign Relations gemacht. Und das hat Greenspans Äußerung gar nicht ins Protokoll der Veranstaltung genommen.

Aus gutem Grund, wie wir uns denken können. Denn Greenspan legte noch eins drauf: »Kein Fiatgeld, einschließlich des Dollar, kann Gold das Wasser reichen« – Autsch !

 

Im Universum der Notenbanken ist Greenspans Statement zum Gold nicht nur ein heftiger Ausrutscher, weil die Zentralbanken das Gold – wie wir seit Monaten am deprimierenden Kurs sehen – madig machen wollen, um den Dollar nicht so schlecht aussehen zu lassen.

 

Greenspan widerspricht auch in seltener Offenheit und Klarheit seinem Nachfolger Ben Bernanke – der ja seinerseits inzwischen von Fed-Chefin Janet Yellen abgelöst worden ist.

 

Bernanke war vor drei Jahren im US-Kongress bei einer Anhörung von seinem Dauerkritiker Ron Paul mächtig in die Mangel genommen worden und hatte einen denkwürdigen Kommentar abgegeben.

 

Auf die Frage von Paul, ob er glaube, dass Gold Geld sei, antwortete Bernanke: »Ich achte auf den Preis von Gold«, aber »es ist kein Geld, es ist ein Edelmetall«.

 

Gold, so Bernanke, reflektiere viele Dinge, unter anderem geopolitische Unsicherheiten, und werde von den Anlegern als Sicherheit gegen große Desaster gehalten.

 

Auf die Frage von Ron Paul, warum dann Menschen seit 6000 Jahren Gold als Geld betrachten, gab Bernanke wenigstens ein paar Zentimeter nach und gestand ein, Gold sei eine Anlageklasse, eine Reserve.

 

Als Paul fragte, warum die Notenbanken dann Gold in ihre Keller legen und keine Diamanten, antwortete Bernanke, das sei Tradition.

 

Dieser Degradierung von Gold hat Greenspan nun mit Macht widersprochen und wäre prompt zum Superstar der Gold-Community aufgestiegen, hätte das Council on Foreign Relations nicht sorgsam die delikate Äußerung aus dem Protokoll gestrichen.

 

So haben wir die Überlieferung von Greenspans Gold-Hymne nur aufmerksamen US-Bloggern wie ZeroHedge zu verdanken, die über diese auffällige Unterschlagung des Council on Foreign Relations berichten.

 

Greenspan wurde demnach bei der Veranstaltung in einen interessanten Dialog verwickelt, in dem er darauf hinwies, dass die Notenbanken Gold gerne in ihre Katakomben legen, obwohl es keine Rendite abwirft und stattdessen Geld für Lagerung und Versicherung kostet.

 

Auf den Hinweis des Moderators, das müsse wohl mit den Zweifeln an den Fiat-Währungen zu tun haben, antwortete Greenspan: »Das ist genau das, worauf ich hinaus will, jedes Mal, wenn ernsthafte Zweifel aufkommen, kommt der Goldpreis in Bewegung.«

 

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

17.11.2014 | 07:36

Elisa

"US-Notenbank kann sich nicht entscheiden, ob Gold eine Währung ist"

Das muss sie auch gar nicht, das entscheidet nämlich der globale Markt.


11.11.2014 | 17:46

EU-Gegner

Tja, die Goyim (im jüdischen; im islamischen auch genannt Kuffar) sind immer die Dummen. Eines Tages jedoch wird der größte Betrug auffliegen und dann sind die "Untermenschen" erwacht und werden den selbsternannten Herrenmenschen zeigen, wo die Harke hängt. Sie werden erkennen. daß Liebe und nicht Geld die Welt zusammenhält. Davon sind gewisse Nichtmenschen nach wie vor befreit und nicht belehrenswert. Das selbsterzeugte Armageddon wird die Niedertracht beseitigen....

Tja, die Goyim (im jüdischen; im islamischen auch genannt Kuffar) sind immer die Dummen. Eines Tages jedoch wird der größte Betrug auffliegen und dann sind die "Untermenschen" erwacht und werden den selbsternannten Herrenmenschen zeigen, wo die Harke hängt. Sie werden erkennen. daß Liebe und nicht Geld die Welt zusammenhält. Davon sind gewisse Nichtmenschen nach wie vor befreit und nicht belehrenswert. Das selbsterzeugte Armageddon wird die Niedertracht beseitigen. Übrigens, ich bin Christ auch ohne Kirchenzugehörigkeit.


10.11.2014 | 12:26

Tomentella

Ein Goldhändler kam auf die Idee von Fiat-Money. Er gab einem Kunden für 50´000 Gold ein Gold-Zertifikat. Das Gold war in seinem Tresor. Also konnte er das Gold jederzeit gegen das Zertifikat zurückgeben. Von da an gab er die 50´000 Gold mit 100´000 Zertifikat heraus. Bei Eintausch kann er kein Gold von 100´000 geben. Somit ist heute keine Währung im Gegenwert von Gold gedeckt. Dabei kommt noch der Zins auf dem Papier ins Spiel. Wenn nach einem Jahr der...

Ein Goldhändler kam auf die Idee von Fiat-Money. Er gab einem Kunden für 50´000 Gold ein Gold-Zertifikat. Das Gold war in seinem Tresor. Also konnte er das Gold jederzeit gegen das Zertifikat zurückgeben. Von da an gab er die 50´000 Gold mit 100´000 Zertifikat heraus. Bei Eintausch kann er kein Gold von 100´000 geben. Somit ist heute keine Währung im Gegenwert von Gold gedeckt. Dabei kommt noch der Zins auf dem Papier ins Spiel. Wenn nach einem Jahr der Zins nicht bezahlt wird, kommt der Zinseszins nach 2 Jahren dazu. Das Übel nimmt seinen Lauf. Irgendwann können Schulden + Zinseszins nie mehr zurückbezahlt werden. So wird dann Hyper-Inflation gemacht. Primäres Ziel der Nationalbanken wäre für Preisstabilität zu sorgen, aber nicht mal das können sie. Dazu haben Banken mit der Bilanzverlängerung die Möglichkeit immer neues Geld zu kreieren. Das ganze Schneeball-System geht einmal zu Ende.


10.11.2014 | 11:19

Oeconomicus criticus

"Gold ist Geld, alles andere ist Kredit" (JP Morgan).


10.11.2014 | 11:07

butzi

SIE LACHEN JEDEN TAG LAUTER ÜBER DIE DUMMEN GOYIM ! (DER GRÖSSTE RAUBZUG IST FAST ABGESCHLOSSEN) ZURECHT !!! DER SEHENDE

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