Teheran macht sich zunutze, dass die USA und Israel derzeit ihre militärische und diplomatische Initiative verloren haben, um seinerseits einen Vorstoß mittels der eigenen Kriegsmarine zu unternehmen, der die operationelle Reichweite erhöhen und damit die vom Iran kontrollierte Region ausweiten soll.
Dieses Vorgehen ist eine rasche Reaktion auf die Ankunft der amerikanischen Trägerkampfgruppe um den Flugzeugträger USS Enterprise Ende vergangener Woche im Mittelmeer. Die Kampfgruppe, zu der 6.000 Matrosen und Marineinfanteristen sowie 80 Kampfflugzeuge gehören, ist auf dem Weg ins Arabische Meer, um dort gegenüber der iranischen Küste in Stellung zu gehen. Die Forderung des früheren britischen Premierministers Tony Blair, der Westen solle endlich aufhören, sich zu entschuldigen und dem Iran mit Gewalt entgegentreten, war den Machthabern der islamischen Republik nicht entgangen.
Der iranische Marinebefehlshaber, Konteradmiral Habibollah Sayyari, sprach von drei bis vier Schiffen, zu denen auch der erste in Eigenproduktion hergestellte Zerstörer Dschamaran sowie Nachschubeinheiten gehören, die für dringende Unterstützungseinsätze bereitstünden. Sein Stellvertreter, Konteradmiral Gholam Reza Bi-Gham, erklärte, der Einsatz werde etwa ein Jahr dauern. Später schlössen sich auch Hochsee-U-Boote dem Verband an.
Seit November 2008 führt die iranische Kriegsmarine in der Meeresstraße Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet, Patrouilleneinsätze gegen Piraten durch. Einige iranische Marineeinheiten befinden sich also mehr oder weniger in der Nähe.
Beide Admiräle berichten, eine Flottille iranischer Marineoffizierskadetten werde bald in das Mittelmeer und das Rote Meer entsandt, um dort Erfahrungen zu sammeln und Aufklärungsoperationen durchzuführen. Der Iran erwarb vor Kurzem drei russische U-Boote der Kilo-Klasse und setzt sie im Persischen Golf ein. Militärquellen berichten, diese U-Boote seien veraltet. Es fehle ihnen an moderner elektronischer Ausrüstung, was es ihnen erschwere, lange Zeit unter Wasser zu bleiben, ohne auftauchen zu müssen.
Seit zwei Jahren bauen die iranischen Militärmarinewerften Mini-U-Boote, Kriegsschiffe und schnelle Sturmboote. Die meisten westlichen Marineexperten schätzten die Leistungsfähigkeit vor allem wegen der veralteten Elektronik als gering ein. Militärquellen sind aber der Ansicht, sollten diese Mini-U-Boote zur Unterstützung der Kriegsschiffe eingesetzt werden, die derzeit ins Mittelmeer und das Rote Meer unterwegs sind, könnten sie zusammen mit anderen Angriffsmitteln extrem ärgerlich sein und den amerikanischen, israelischen und ägyptischen Marinekommandeuren einiges Kopfzerbrechen bereiten.
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Quelle: DEBKA
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