Saturday, 25. June 2016
13.09.2013
 
 

Die China-Zombies: Banken vor dem Kollaps

Redaktion

Die Lehman-Pleite ist jetzt fünf Jahre alt. Die Bank wurde Opfer innerhalb des Verbunds großer Finanzinstitute, die allesamt Kredite ausgereicht hatten, die durch nichts gedeckt waren. Aufgrund der Größe von Lehman waren die Finanzmärkte schlicht in Gefahr, zu kollabieren. Dies dürfte jetzt in China fünf Jahre später jederzeit passieren können. Mit Crash-Gefahr für die Weltwirtschaft.

China steht vor dem Kollaps – oder vielmehr chinesische Banken, die viel zu hohe Kredite ausgereicht hatten. Schon vor Jahren titulierten Beobachter die Institute als »Zombie-Banken« und das Wall Street Journal griff dies angesichts des Jahrestags der Lehman-Pleite wieder auf.

Die Zombie-Banken haben eines gemeinsam: Sie sind lebende Untote mit dem Potenzial, unglaublichen Schaden anzurichten.

 

Hintergrund sind Kredite, die zu einer immensen Verschuldung geführt haben. Unternehmen und Privathaushalte schieben inzwischen einen Schuldenberg von 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vor sich her. Vor fünf Jahren – erneut sei an Lehman Brothers erinnert – lag diese Quote 50 Prozentpunkte niedriger bei 120 Prozent. Dies erinnert an die Verschuldung in den USA.

 

Dort sind genau diese Schulden innerhalb von sieben Jahren bis 2008 von 140 auf 177 Prozent gestiegen. Strittig ist in der Wissenschaft, wie hoch die Schulden sein dürfen, ohne die Wirtschaft zu gefährden. Klar ist allerdings, dass der plötzliche Anstieg fast nicht zu verkraften ist.

 

In China wurden bei der Angabe der Unternehmensschulden Finanzinstitute sogar beiseitegelassen. Deren Verschuldung ist nach westlichen Maßstäben ohnehin nicht zu greifen. Zum einen sind die Verbindlichkeiten extrem hoch, zum anderen kaum gedeckt. Denn die zugrundeliegenden Immobiliensicherheiten fußen auf einer Blase.

 

Das unglaubliche Wachstum vor allem in Shanghai hat diesen Markt nach oben schießen lassen, ebenso wie in den USA droht bei sinkenden Preisen ein Zusammenbruch auf Schuldnerseite und der Kahlschlag bei den Sicherheiten.

 

Das größte Problem sind jedoch Kredite, die gar nicht in den Bilanzen auftauchen. »Schattenbanken« nennt sich das aus den USA bekannte System, in dem einfach bestimmte Anlageprodukte (zum Beispiel Derivate, also von anderen Werten abgeleitete Wertpapiere wie Zertifikate) gar nicht im Rechenwerk der Banken auftauchen. Solche Produkte können aber eine immense Last darstellen, wenn Kredite und damit die Rückzahlungsfähigkeit gefährdet sind.

 

Die Reaktion in China ist aufgrund der zentralverwalteten Wirtschaft jedoch schärfer, als sie es in den USA war. Hier konnte der Staat die Kreditierung ausbremsen – nahm dafür jedoch unmittelbare Wachstumsschwierigkeiten in Kauf. Deshalb müssen die Zombie-Banken weiter existieren. Ohne diese Institute würde die wichtigste der aufstrebenden Wirtschaften zusammenbrechen. Dies würde sofort auf den Dollar-Raum übergreifen, da China mehr als zwei Billionen US-Dollar an Devisenbeständen hält und dieses Geld an den Markt bringen würde. Dies sollte den Dollar-Kurs und damit die ganze westliche Wirtschaft unter Druck setzen.

 

Wir sind unter anderem in der Hand Chinas. Wer sich währungsseitig absichern möchte, sollte zum Gold greifen. Gold wird sich wie in den vergangenen zwei Jahrtausenden immer wieder neu bewähren.

 

 

 


 

 

 

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