Saturday, 27. August 2016
17.09.2013
 
 

Geheimdienst NSA gibt sich als Google aus, um Internetnutzer zu überwachen

Redaktion

Der amerikanische Geheimdienst National Security Agency (NSA) bediente sich der Hackertechnik des so genannten Man-in-the-middle-Angriffs (»MITM-Angriff«, auch »Mittelsmannangriff« oder »Janusangriff« genannt), um sich gegenüber Internetnutzern bspw. als Google auszugeben, wie aus kürzlich enthüllten Dokumenten hervorgeht. Mit dieser Technik umgeht man eine Verschlüsselung, indem der Nutzer auf eine täuschend echt aussehende Seite geleitet wird, von der aus dann alle hochgeladenen oder eingegebenen Informationen in NSA-Datenbanken gespeichert werden, bevor sie dann an den eigentlichen Adressaten weitergeleitet werden.

Das brasilianische Fernsehnetzwerk Globo News veröffentlichte am vorigen Sonntag einen Bericht, der auf als geheim eingestuften Daten beruhte, die der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Medien übergeben hatte. Der Bericht selbst enthüllte, dass die amerikanische

Regierung den brasilianischen Erdölkonzern Petrobras ausspioniert hatte. Dabei kam aber auch heraus, dass die NSA sich Internetnutzern gegenüber als Google ausgegeben hatte, um an deren Daten zu kommen.

 

Globo TV zeigte Bilder einer NSA-Präsentation aus dem Jahr 2012, in der dargestellt wurde, wie der Dienst Datenströme abfing und an die NSA-Zentrale umleitete. Dabei bediente sich die NSA auch der schon erwähnten Hackertechnik der Man-in-the Middle-Angriffe.

 

Dieses spezielle Verfahren zum Abfangen von Internetkommunikationen ist unter erfahrenen Hackern sehr verbreitet, da man dabei keine komplizierten Verschlüsselungen knacken muss. Im Kern meldet sich ein NSA-Mitarbeiter bei einem Router eines Internetanbieters an und leitet zunächst den Datenverkehr der Zielperson an eine täuschend echt aussehende MITM-Internetseite, von der aus alle Informationen erst an die NSA und dann an den eigentlichen Adressaten weitergeleitet werden. Die von Snowden weitergegebenen Daten, die von Globo News veröffentlicht wurden, lassen darauf schließen, dass die NSA bei diesen Angriffen vortäuschte, Google zu sein.

 

Als sich die Nachricht verbreitete, die NSA sammle Informationen auch über Internetbrowser, bestritten IT-Konzerne wie Google und Yahoo vehement, damit etwas zu tun zu haben. Sie hätten nur dann Nutzerdaten weitergegeben, wenn eine formale Anfrage der Regierung vorgelegen habe. »Was die jüngsten Berichte angeht, die amerikanische Regierung habe Wege gefunden, unsere Sicherheitssysteme zu umgehen, so haben wir keinerlei Hinweise darauf, dass so etwas jemals stattgefunden hat. Wir stellen unsere Nutzerdaten nur dann der Regierung zur Verfügung, wenn dies den gesetzlichen Bestimmungen entspricht«, erklärte Google-Sprecher Jay Nancarrow gegenüber der Internetnachrichtenplattform Mother Jones.


Zusammen mit Microsoft und dem sozialen Netzwerk Facebook hat Google Klage vor dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagenden Sondergericht Foreign Intelligence Suveillance Court (FISC), das über die Anträge der Regierung auf Überwachungsmaßnahmen entscheidet, eingereicht. Sie fordern, alle Anfragen zu Nutzerdaten, die die NSA gestellt hatte, offenlegen zu können. »Da hier wichtige Aspekte der öffentlichen Ordnung auf dem Spiel stehen, haben wir das Gericht aufgefordert, seine Anhörungen öffentlich und nicht hinter verschlossenen Türen abzuhalten. Jetzt ist dringend größere Transparenz geboten«, schrieben Richard Saldago, Leiter der Google-Abteilung für Strafverfolgung und Informationssicherheit, und Pablo Chavez, Leiter der Abteilung für Öffentliche Ordnung und Regierungsangelegenheiten, in einem Blog-Beitrag am Montag.

 

Die IT-Konzerne, die an den weltweiten Überwachungsprogrammen freiwillig oder unfreiwillig mitwirkten, haben Kritik zurückgewiesen, sie hätten sich stärker gegen die NSA-Überwachungsmaßnahmen zur Wehr setzen können und müssen. Die Vorstandschefin von Yahoo, Marissa Meyer, behauptete am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in San Francisco, hätte man offen über die NSA-Aktivitäten gesprochen, wäre dies als »Geheimnisverrat« betrachtet worden. Sie verteidigte die Vorgehensweise von Yahoo und sagte, das Unternehmen habe den NSA-Anfragen sehr kritisch gegenübergestanden und habe die Herausgabe der Informationen verweigert, wann immer das möglich gewesen wäre. Zum Schluss ihrer Ausführungen meinte sie, es sei realistischer, »innerhalb des Systems« zu arbeiten, als dagegen zu kämpfen.

 

 

 

 


 

 

 

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