Thursday, 29. September 2016
18.11.2013
 
 

Israel arbeitet zusammen mit Saudi-Arabien an einem nuklearen Notfallplan gegen den Iran

Redaktion

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad arbeitet einem Artikel der Sunday Times zufolge mit saudischen Vertretern an einem Notfallplan, der auch einen Angriff auf die iranischen Nukleareinrichtungen beinhalten könnte, sollte das iranische Atomprogramm nach Ansicht beider Länder durch die Verhandlungen in Genf in der kommenden Woche nicht ausreichend genug eingedämmt werden.

Beide Länder äußerten sich besorgt darüber, dass die Auflagen für das iranische Atomprogramm aus ihrer Sicht nicht ausreichend seien. Wie die Sunday Times berichtet, gestand Saudi-Arabien Israel bereits die Nutzung des eigenen Luftraums zu, sollte Israel einen Angriff auf den Iran fliegen. Weiter wurde enthüllt, dass die Saudis darüber hinaus bereit sind, einen israelischen

Angriff auch aktiv mit Drohnen, Rettungshubschraubern und Tankflugzeugen zu unterstützen. »Sobald das Genfer Abkommen unterzeichnet ist, liegt die militärische Option wieder auf dem Tisch. Die Saudis sind aufgebracht und bereit, Israel mit allen nötigen Mitteln zu helfen«, zitiert die Zeitung eine anonyme diplomatische Quelle.

 

Teheran verhandelt in Genf mit der so genannten P5+1-Gruppe, die aus den fünf Ständigen Mitgliedern und Veto-Mächten des UN-Sicherheitsrats – den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China – sowie Deutschland besteht, über eine Lockerung der Sanktionen. Im Gegenzug will der Iran auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichten. Die Einzelheiten der Verhandlungspositionen und -angebote beider Seiten sind noch vertraulich, und bei den Gesprächen der letzten Woche konnte auch noch keine Einigung erzielt werden. Beide Seiten werden nun erneut am 20. November zu weiteren Gesprächen zusammenkommen.

 

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte erklärt, eine Lockerung oder gar Aufhebung der Sanktionen ohne ausreichende Konzessionen der iranischen Seite würde Teheran nur dazu ermutigen, weiterhin Atomwaffen zu entwickeln und so zukünftige Konflikte heraufbeschwören.

 

Israel setzte sich auf internationaler Ebene massiv gegen eine »Beschwichtigungspolitik« gegenüber dem Iran ein. So behauptete Netanjahu persönlich, der Iran sei dabei, »den Deal des Jahrhunderts« zu machen. Am Samstag erschien in der französischen Tageszeitung Le Figaro ein Interview mit Netanjahu zur aktuellen Lage, in dem dieser erklärte, Israel und die »führenden Staaten der arabischen Welt« seien sich einig, wenn es um Teheran und seine nuklearen Fähigkeiten gehe.

 

»Wir alle sind überzeugt, dass es dem Iran nicht erlaubt sein solle, Nuklearwaffenfähigkeit zu erlangen«, meinte er. »Wir alle sind überzeugt, dass die internationale Gemeinschaft eine härtere Haltung einnehmen sollte. Wir alle glauben: Sollte der Iran über Atomwaffen verfügen, würde dies zu einem nuklearen Wettrüsten in der Nahmittelostregion führen und den Nahen und Mittleren Osten zu einem atomaren Pulverfass machen.«

 

Am Tag nach der Veröffentlichung dieser Äußerungen traf der französische Staatspräsident François Hollande zu Gesprächen über den Iran in Israel ein. Französische Widerstände hatten zuvor die Gespräche mit dem Iran am vergangenen Wochenende ergebnislos enden lassen.

Ein Angriff auf den Iran wäre eine »wirtschaftliche Katastrophe«


Der iranische Politikexperte Seyed Mohammad Marandi erklärte gegenüber RussiaToday, ein unmittelbar bevorstehender gemeinsamer Angriff auf den Iran sei angesichts der überaus ernsten Folgen für die gesamte Region eher unwahrscheinlich. »Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Saudis und Israelis den Iran angreifen werden, da beide Länder dabei letztlich nur verlieren würden. Sie stünden als Aggressoren da, und natürlich würde es seitens des Iran zu Vergeltungsmaßnahmen kommen«, sagte er. Marandi räumte zwar ein, Saudis und Israelis hätten sich in der letzten Zeit angenähert, aber keines der beiden Länder würde von einem Angriff auf den Iran profitieren. »Ein Angriff bedeutete für die Welt eine wirtschaftliche Katastrophe, und nur die Saudis und die Israelis trügen dafür die Verantwortung«, meinte er.

 

 

 


 

 

 

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