Sunday, 29. May 2016
04.06.2013
 
 

Marc Faber: »Alle Leute mit Finanzwerten werden untergehen«

Redaktion

Wie Lauren R. Rublin in ihrem Interview mit Marc Faber für den Finanzinformationsdienst Barron’s zu Recht bemerkt, betrachtet Faber die Welt aus einem eher skeptischen Blickwinkel und scheut nie davor zurück, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn sich die Dinge in eine falsche Richtung entwickeln. Mit anderen Worten hätte er sicher zu den ersten gehört, die darauf hinwiesen, dass der Kaiser keine Kleider habe.

Und jetzt, wo sich führende Banker angesichts »vor dem Platzen stehender Blasen« Besorgnis äußern, überrascht es daher nicht, wie Faber im Zuge des Gesprächs bemerkt, dass u.a. das Scheitern der Politik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die »geldpolitische Lockerung«

dazu führt, dass »das System nicht gleichmäßig mit Geld versorgt wird«.

 

Darüber hinaus erläutert Faber, warum »die breite Mehrheit verliert und nur eine kleine Minderheit gewinnt« und warum aufgrund der fortdauernden Konzentration von Kapital an den falschen Stellen »alle Menschen mit finanziellen Vermögenswerten untergehen werden, weil die Preise für Aktien und Anleihen in extremem Maße überhöht sind«.

 

Weiter sagte Faber, er kaufe jeden Monat Gold, und fügte hinzu: »Ich möchte über einige Vermögenswerte verfügen, die außerhalb des Einflusses des Bankensystems liegen. Wenn die Asset-Blase platzt, werden vor allem finanzielle Vermögenswerte betroffen sein.«

 

Auszüge aus dem Interview:


Über die verfehlte Federal-Reserve-Politik:

Die Fed hat das ganze System mit Geld überschwemmt. Aber dieses Geld fließt nicht gleichmäßig in alle Bereiche des Systems. Und so trägt es nicht dazu bei, die Wirtschaftsaktivitäten anzukurbeln und gleichzeitig die Preise für Vermögenswerte steigen zu lassen. Stattdessen führt diese Geldschwemme zu gefährlichen Exzessen in bestimmten Ländern und Anlagesegmenten. Die gigantische Aktienmarkt-Blase von 1999-2000 wurde durch das grenzenlose Gelddrucken aufgebläht. Damals stieg der Nasdaq auf mehr als das Doppelte seines Wertes und entkoppelte sich immer stärker von der Realwirtschaft. Dies ließ die Immobilienblase, die dann 2008 platzte, und die Rohstoffblase entstehen. Derzeit fließt das Geld in die oberen Vermögensmarktsegmente – in Aktien, Anleihen, Kunst, Weine, Juwelen und Schmuck sowie Luxus-Immobilien.

 

Die Bereitstellung praktisch unbegrenzter Liquidität fördert den wirtschaftlichen Aufschwung der Leute, die dem Geldfluss am nächsten stehen. Aber er hilft weder dem Arbeiter in Detroit noch der großen Mehrheit der Mittelschicht. Sie vertieft die Kluft zwischen Arm und Reich weiter. Die große Mehrheit verliert, und nur eine kleine Minderheit gewinnt…

 

Die Neokeynesianer werden einwenden, hätte die Fed das System nicht mit Geld überschwemmt, wäre die Lage noch weitaus schlimmer. Das stimmt vielleicht sogar, aber diese Phase schwerer Einbrüche fiele weitaus kürzer aus.

 

Zur Spekulationsblase:

Ich gehe davon aus, dass ein Zinsniveau, das praktisch bei null liegt, im vierten Jahr in Folge zu einer weiteren falschen Konzentration des Kapitals führen wird. Ich hatte erwartet, dass die amerikanischen Märkte im vergangenen Herbst eine Korrektur um 20 Prozent erleben würden, aber dazu kam es nicht. Darüber hinaus hatte ich erklärt, die Märkte hätten noch Luft nach oben, bevor es zu einer einschneidenden Korrektur kommen würde. Möglicherweise befinden wir uns jetzt in der sich noch beschleunigenden Endphase. Der Standard & Poor-Index liegt bei 1.650 und könnte in den kommenden zwei Monaten noch bis auf 1.750 oder sogar 2.000 ansteigen, bevor der Zusammenbruch einsetzt. Menschen mit finanziellen Vermögenswerten werden alle massivste Verluste hinnehmen müssen, weil Aktien, Anleihen und Sammlerstücke grotesk überbewertet sind.

 

China:

In China hat sich eine gewaltige Kreditblase gebildet – und das wird nicht mehr lange gut gehen. Die chinesische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal d.J. nach offiziellen Angaben um 7,7 Prozent. Das tatsächliche Wachstum dürfte eher bei vier Prozent liegen. Die Angaben zu den Exporten nach Taiwan, Südkorea, Hongkong und Singapur stimmen nicht mit den Importzahlen der jeweiligen Länder überein. Die berichteten Exporte fallen jeweils größer aus als die angegebenen Importzahlen.

 

Ungleiche Verteilung des Reichtums:

Um es noch einmal zu betonen: Die Wirtschaft der Reichen floriert. In Asien wurde in den vergangenen Jahren ein enormer Reichtum angehäuft. Aber die Mittelschicht leidet unter einem Kaufkraftverlust. In der Geschichte wurden zunehmende Ungleichgewichte in der Reichtumsverteilung entweder friedlich über Steuern oder Umverteilung des Wohlstands oder aber, wie im Falle Russlands, im Zuge einer Revolution ausgeglichen. Ich bin nicht sicher, ob es im Westen zu einer Revolution kommen wird, aber es lässt sich unschwer erkennen, dass die Wähler in Europa beginnen, sich gegen die Arroganz der Bürokratien zur Wehr zu setzen.

 

Europa:

Die Investoren haben nicht wirklich verstanden, was in Zypern geschehen ist. Bei zukünftigen Bankenrettungsaktionen werden die Anleger der betreffenden Bank einen Teil ihres Geldes verlieren. Das Geld ist in den Banken nicht mehr 100-prozentig sicher.

 

Gold:

Gold hat gegenüber seinem Höchststand von 2011 mit 1.921 Dollar pro Feinunze um 30 Prozent nachgegeben, übertrifft seit 1999 in der Wertschöpfung Finanzwerte aber immer noch bei weitem. Eine Anpassung war überfällig. Gold macht etwa ein Viertel meines Vermögens aus, und ich kaufe jeden Monat eine geringe Menge. Ein Teil meines Vermögens soll sich außerhalb des Bankensystems befinden. Wenn die Blase platzt, werden besonders Finanzwerte betroffen sein.


Gold lässt sich leichter mit sich tragen als ein Lamborghini. Der Großteil meines Goldes lagert in einem schweizerischen Safe. Aber ich werde es nach Asien verlagern.

 

 

 


 

 

 

 

 

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