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Puchow gehört zum Beraterstab des russischen Verteidigungsministeriums und leitet eine
sicherheitspolitische Denkfabrik in Moskau. Weiter sagte er: »Der Sturz der syrischen Regierung würde die Gefahr eines Angriffs auf den Iran erheblich erhöhen. Die Wiederaufnahme der S-300-Lieferungen an den Iran könnte sich vor dem Hintergrund der strategischen Entwicklungen und der zeitlichen Umstände als angemessene Entscheidung erweisen.«
Auf Forderung der USA und Israels hatte Russland 2010 die Lieferung des S-300-Luftabwehrsystems an den Iran eingestellt. Die Erklärung Puchows deutet darauf hin, dass sich aus russischer Sicht die strategische Situation in der Nahmittelost-Region im Hinblick auf Syrien und den Iran geändert hat, so dass es auf die damalige Situation bezogen zwar die richtige Entscheidung war, die Lieferungen einzustellen, heute aber die angemessene Entscheidung wäre, den Iran mit diesen Waffen zu beliefern.
Zwei Wochen vor dem militärischen Eingreifen der NATO und arabischer bewaffneter Kräfte auf Seiten der libyschen Rebellen, was dann zum Sturz des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi führte, warnte der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin am 8. Augst 2011 in einem Interview mit der russischen Zeitung Iswestija: »Die NATO plant ein militärisches Vorgehen gegen Syrien, um zum Sturz der Regierung von Präsident Baschar al-Assad beizutragen. Dahinter steht das langfristige Ziel, sich dadurch eine Ausgangsbasis für einen Angriff auf den Iran einzurichten.«
Bis heute ist Moskau davon überzeugt, dass die gleiche westlich-arabische Koalition, die schon gegen Libyen aktiv war früher oder später zunächst militärisch in Syrien eingreifen und dann gegen den Iran losschlagen werde.
Aus Kreisen in Washington und Jerusalem ist zu hören, Hinweise auf diesen Verdacht der Russen ließen sich auch in Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Zusammenhang mit seinem Israelbesuch am 25. Juni finden. Berichten zufolge soll Putin indirekt gedroht haben, Russland betrachte einen Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und fühle sich in der Folge nicht mehr an das internationale Waffenembargo gegen das syrische Regime gebunden. Putin wurde in seinen Äußerungen aber wenig konkret.
Russische S-300-Flugabwehrraketen würden die Zerstörung iranischer Nukleareinrichtungen durch amerikanische oder israelische Luftangriffe erheblich erschweren, da diese Waffe als extrem
zielgenau gilt und bei der Abwehr von Raketen oder Marschflugkörpern eine fast 100-prozentige Trefferquote aufweist. Das gilt auch für in geringer Höhe angreifende Objekte.
Ende 2009 begann Moskau zunächst mit der Lieferung von technischen Zubehörteilen für die S-300-Systeme. Die Raketen selbst und ihre Steuerungs- und Radarsysteme wurden damals noch zurückgehalten, berichten militärische und geheimdienstliche Kontakte. 2010 und in der ersten Hälfte des Jahres 2011 wurden iranische Fachleute in Militärstützpunkten in Russland in der Benutzung der Waffensysteme unterwiesen. Moskau mahnte Teheran immer wieder zur Geduld, der amerikanisch-israelische Druck werde nachlassen und dann würden die Raketen geliefert.
Die israelische Luftwaffe übe derweil auf griechischen Luftwaffenstützpunkten Gegenmaßnahmen, die entwickelt wurden, um die S-300 »auszutricksen«, heißt es aus Militärkreisen.
Teheran baute auf Grundlage der Erkenntnisse der iranischen Fachleute, die für den Einsatz dieses Raketenabwehrsystems in Russland ausgebildet worden waren, und der damals von russischer Seite zur Verfügung gestellten Baupläne Entwickler- und Fertigungsgruppen auf, die eigene Versionen der S-300 herstellen sollten.
Die Iraner wandten sich auch in aller Stille mit der Bitte um Unterstützung an China, das dieses Raketenabwehrsystem ebenfalls aus Russland erhalten und es nachgebaut hatte. Berichten zufolge soll China einiges an technischem Material, aber nicht die wichtigen Konstruktionspläne zur Verfügung gestellt haben, die einen Nachbau ermöglicht hätten.
Aus diesen Gründen vermelden iranische Generäle oft Fortschritte bei der Entwicklung und Fertigung eines Luftverteidigungssystems nach dem Vorbild des russischen Modells und erklären, diese Systeme wären etwa Mitte 2013 einsatzbereit. Bisher haben sie aber noch keinen selbst gefertigten Prototyp vorweisen können.
Quelle: DEBKA
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