
In der Region ist mit Stromausfällen zu rechnen, und heftiger Schneefall und schwierigste Straßenverhältnisse könnten den Verkehr in weiten Teilen zum Erliegen bringen. Nach Ansicht von Meteorologen dürfte dieser Schneesturm zu den zehn schlimmsten seiner Art gehören, die sich in Boston und der weiteren Umgebung bisher ereignet haben. »In der Nacht von Freitag auf
Samstag kann der Wind Orkanstärke erreichen«, warnte der amerikanische Wetterdienst National Weather Service. »Das Unwetter kann schwere Schäden anrichten, und zeitweise ist mit heftigen Schneestürmen zu rechnen. Vereinzelt dürfte es auch zu Stromausfällen kommen.«
Gerade Stromausfälle bei stark abfallenden Außentemperaturen könnten den Amerikanern schwer zu schaffen machen, da ein erheblicher Teil der Versorgungsleitungen für Strom und Telefon noch überirdisch auf Holzmasten verläuft. Besonders stark betroffen sind dabei diejenigen, die noch dabei sind, die Schäden an ihren Häusern und Wohnungen zu reparieren, die der Wirbelsturm Sandy Ende Oktober des vergangenen Jahres hinterlassen hatte.
»Jetzt ist Winter, und wenn die Menschen nicht mehr mit Strom versorgt werden, können sie auch nicht mehr heizen. Und wenn man inmitten eines Schneesturms nicht mehr heizen kann, ist man kaum in der Lage, das Haus zu verlassen und einen sicheren Zufluchtsort aufzusuchen«, erklärte Peter Judge, ein Sprecher der Notstandsbehörde des US-Bundesstaates Massachusetts MEMA, gegenüber der Zeitung Chicago Tribune.
Mit dem Einbrechen des Schneesturms wird bereits am heutigen Freitag gerechnet, und die Schulen in Boston wurden bereits angewiesen, zu schließen. Bürgermeister Thomas Menino forderte auch Geschäftsleute auf, ihre Läden und Büros angesichts des drohenden Unwetters nicht zu öffnen. »Wir sind Neuengländer und daher an diese Art von Unwettern gewöhnt. Aber
ich will trotzdem jeden aufrufen, sich seines gesunden Menschenverstandes zu bedienen und die Straßen unserer Stadt zu meiden. Also, wenn es irgend möglich ist, bleiben Sie zu Hause«, sagte er gegenüber Journalisten. In Boston rechnet man mit Schneefall in Höhe von bis zu 60 Zentimetern, während man in New York nur etwa 25 Zentimeter erwartet.
Bereits vor seinem Eintreffen wird der Schneesturm mit dem schweren Sturm von 1978 verglichen, der 2.000 Häuser zerstörte und 10.000 Einwohner aus Massachusetts und Rhode Island zwang, in sicheren Notunterkünften Zuflucht zu suchen. Um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein, hat Boston bereits eine Flotte aus 600 Räumfahrzeugen einsatzbereit gemacht. Auch die Einwohner haben sich vorbereitet und sich mit Schneeschaufeln, Streugut und sogar Schlitten eingedeckt. Entlang der Küste bereiten sich die Menschen auf Überflutungen vor und erwarten eine weitere Erosion des Strandgebietes, die die vom Wirbelsturm Sandy verursachten Schäden noch vergrößern würde.
Hunderte von Flügen wurden an den Flughäfen der größeren Städte der betroffenen Region, die sich von Chicago über New Jersey bis nach Boston erstreckt, bereits gestrichen, und das Bahnunternehmen Amtrak hat schon angekündigt, am Wochenende die Fahrten auf zahlreichen Bahnstrecken einzustellen. »Dies wird ein denkwürdiger Schneesturm werden. In weiten Teilen von Connecticut, Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire und Maine ist mit Schneehöhen von 45 bis 60 Zentimetern zu rechnen. In einigen Bereichen muss man sogar von Schneehöhen von 75 Zentimetern und höher ausgehen«, sagte Wes Junker vom Wetterdienst der Washington Post.
Lediglich die Skiorte freuen sich auf den angekündigten Schneesturm, der ihnen den lang ersehnten Schnee bringen soll, aber Regierungsvertreter forderten die Einheimischen und potenzielle Gäste auf, beim Schneesturm lieber zu Hause zu bleiben.
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