Samstag, 10. Dezember 2016
03.10.2012
 
 

Neuer Bericht belebt Spekulationen über gegen den Iran gerichtete geheime Absprachen Aserbaidschans und Israels

Redaktion

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, Israel könnte sich im Zusammenhang mit dem geplanten Angriff auf iranische Atomanlagen die strategisch günstige geografische Lage Aserbaidschans zunutze machen. Damit wurden Spekulationen wieder aufgegriffen, die zuvor sowohl von Israel als auch von Aserbaidschan offiziell dementiert worden waren.

Zwei aserbaidschanische Offiziere mit Verbindungen zu aktiven Militärs sowie zwei russische Informanten hatten gegenüber Reuters erklärt, Baku und Tel Aviv erörterten die Möglichkeit, Militärstützpunkte Aserbaidschans für einen Militärschlag gegen den Iran zu nutzen.

 

Sollte Israel ohne amerikanische Unterstützung losschlagen, müssten die israelischen Planungen Optionen beinhalten, mit den Schwierigkeiten, die sich aus einem Alleingang ergäben, fertig zu werden. Dies beträfe vor allem Aufklärungsmissionen in entfernten Regionen, Luftangriffe und Rettungs- oder Bergungsmissionen.

 

Eine solche Möglichkeit rückte potenziell näher, als der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der vergangenen Woche vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen erklärte, Teheran sei nur noch ein Jahr davon entfernt, die »rote Linie« zur Atomwaffenfähigkeit zu überschreiten.

 

Washington seinerseits hat in der letzten Zeit verschiedentlich hervorgehoben, dass die Möglichkeiten, über politischen Druck und Sanktionen zu einer diplomatischen Lösung im Zusammenhang mit dem Iran zu kommen, noch nicht ausgeschöpft seien. Israel dagegen setzt sich weiterhin für eine »militärische Lösung« in Bezug auf das iranische Atomprogramm ein. Viele Experten sind allerdings der Ansicht, ein solches Vorgehen könnte verheerende Folgen für die gesamte Region haben.

 

Gleichwohl räumte Rasim Musabajow, Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses des aserbaidschanischen Parlaments, gegenüber Reuters ein, Israel sei auf die Unterstützung Bakus angewiesen, sollte es den Iran angreifen wollen. Ein großes Problem sei [aufgrund der großen Entfernungen] dabei für Israel die Betankung seiner Kampfflugzeuge, sollte es sich für die militärische Option entscheiden. »Meiner Ansicht nach stützen sich [die israelischen] Planungen darauf, in irgendeiner Form Stützpunkte in Aserbaidschan nutzen zu können. Unsere [Stützpunkte] sind mit modernen Navigations- und Luftabwehrsystemen sowie mit Personal ausgestattet, das von den Amerikanern ausgebildet wurde, und falls erforderlich, könnte [Israel] sie ohne Vorlaufzeit nutzen.«

 

Aber vom aserbaidschanischen Präsidialbüro wurde dieses Gerücht dementiert: »Kein drittes Land darf Aserbaidschan zu einem Angriff auf den Iran benutzen«, erklärte Reschad Karimow vom Stab Präsident Alijews.

 

Bereits im Februar hatten israelische Vertreter aus dem Sicherheitsbereich eine Absprache aus dem Jahr 2011 bestätigt, nach der Aserbaidschan 60 Drohnen sowie ein Flug- und Raketenabwehrsystem für etwa 1,6 Milliarden Dollar erhalten sollte. »Mit diesen Drohnen kann [Israel] genau verfolgen, was im Iran geschieht, während wir unsere Grenzen schützen«, sagte Musabajow.

 

Einer der Gesprächspartner mit Verbindungen zum aserbaidschanischen Militär erklärte dem Bericht zufolge: »Auf dem Territorium Aserbaidschans gibt es keinen einzigen offiziellen amerikanischen Stützpunkt, und noch weniger eine israelische Basis. Aber das ist nur die ›offizielle‹ Darstellung. Inoffiziell existieren sie durchaus und werden möglicherweise auch genutzt.« Der Reuters-Informant behauptet weiter, der Iran habe beim Besuch des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman im April in Baku im Zentrum der Gespräche gestanden.

 

Aber im Frühjahr dieses Jahres wies Baku alle Berichte zurück, zwischen Aserbaidschan und Israel sei eine Absprache getroffen worden, die Israel den Zugang zu Luftwaffenstützpunkten im Falle eines Angriffs auf den Iran ermögliche. Ein Sprecher des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums hatte dergleichen Behauptungen bereits zuvor als »absurd und bar jeglicher Grundlage« bezeichnet. Diese Stellungnahmen erfolgten nach der Veröffentlichung eines Artikels in der Zeitschrift Foreign Policy, in dem behauptet worden war, die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Israel »erhöht die Gefahr eines israelischen Angriffs auf den Iran«.

 

Die aserbaidschanisch-iranischen Beziehungen haben auch schon bessere Tage gesehen. So wurde der aserbaidschanische Präsident Alijew in einem Fernsehsender, der in Teheran in aserbaidschanischer Sprache ausgestrahlt wird, als »Marionette Israels und des Westens« bezeichnet. Aserbaidschan seinerseits beschuldigt den Iran, die islamistische Opposition in Aserbaidschan zu unterstützen. Beide Länder haben zudem angebliche Spione und Agenten der jeweils anderen Seite verhaftet.

 

»Wir leben [mit dem Iran] in einer gefährlichen Nachbarschaft«, erklärte ein Berater des aserbaidschanischen Präsidenten, der es allerdings vorzog, anonym zu bleiben. »Und das ist die stärkste treibende Kraft hinter unseren Beziehungen zu Israel.«

 

 


 

 

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