Donnerstag, 8. Dezember 2016
30.01.2012
 
 

Obama bereitet sich auf Krieg vor: USA verstärken massiv ihre Truppenpräsenz

Redaktion

Während der amerikanische Präsident Barack Obama einerseits versucht, Teheran zu Verhandlungen über den Atomstreit zu bewegen, hat er andererseits der amerikanischen Luftwaffe, Marine und Marineinfanterie befohlen, ihre Präsenz auf zwei strategischen Inseln, Sokotra, der Hauptinsel des gleichnamigen jemenitischen Archipels im nordwestlichen Indischen Ozean am Ostausgang des Golfs von Aden, und der zu Oman gehörenden Insel Masira am Südausgang der Straße von Hormus, massiv zu verstärken.

Sokotra liegt 80 Kilometer östlich vom Horn von Afrika und etwa 380 Kilometer südöstlich von der Küste des Jemens und verläuft, wenn auch in größerer Entfernung, fast parallel zur Küste der arabischen Halbinsel. Ein auf der Insel gelegener Militärstützpunkt wäre in der Lage, die gesamten Schiffsbewegungen in dieser strategischen Meeresstraße zu kontrollieren. Die mit üppigem Grün

bewachsene Insel ist etwa 120 Kilometer lang und ihre breiteste Stelle misst 40 Kilometer. Die Inselbevölkerung besitzt eine eigene Sprache und Kultur. Seit 2010 errichten die USA dort in aller Stille eine riesige Luftwaffen- und Marinebasis, die auch über Einrichtungen für U-Boote, eine Geheimdienstkommandozentrale und Startbahnen für Tarnkappen-Drohnen verfügen soll. Der Stützpunkt gehört zu einer ganzen Reihe miteinander verbundener strategisch wichtiger amerikanischer Militärbasen im Indischen Ozean und dem Persischen Golf.

 

 

Die Militäranlagen auf Sokotra sind so geheim, dass sie in keinem Verzeichnis amerikanischer Militäreinrichtungen in diesem Teil der Welt auftauchen. Zu weiteren Militärstützpunkten in der Region gehören Dschabal Ali und Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Arifjan in Kuwait und Al Udeid in Katar – sie alle liegen in kurzer Flugdistanz zum Iran.

 

Weitere amerikanische Einheiten werden im Stützpunkt Camp Justice auf der kahlen, etwa 70 Kilometer langen und zu Oman gehörenden Insel Masira, die sich im Arabischen Meer südlich der östlichen Zufahrt zum Golf von Oman in Richtung der Straße von Hormus befindet, zusammengezogen. Die amerikanischen Militäreinrichtungen wurden nach der Unterzeichnung eines Zugangsabkommens mit Oman 1980 errichtet.

 

Aufbau einer Präsenz von 100.000 Soldaten bis Anfang März

Um den Truppenaufmarsch auf Sokotra zu ermöglichen, musste Washington ein neues Abkommen mit dem zurückgetretenen jemenitischen Machthaber Ali Abdullah Salih schließen. Salih war bei einem Attentatsversuch im vergangenen Jahr verletzt worden und forderte eine Einreisegenehmigung in die USA, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen. Die Regierung Obama verweigerte dies zunächst, lenkte dann aber ein, als Salih dies zu einer Bedingung für eine Erhöhung der amerikanischen Truppenpräsenz auf der Insel erhob.


Westliche Militärkreise, die mit der Verstärkung der amerikanischen Truppen auf den beiden strategisch wichtigen Inseln vertraut sind, erklärten, dort vollziehe sich die stärkste Massierung amerikanischer Militärmacht in der Region seit der Invasion des Irak durch die USA im Jahr 2003, auch wenn genaue Zahlen nicht vorlägen.

 

Damals wurden vor der Invasion 100.000 amerikanische Soldaten in Kuwait zusammengezogen. Heute, so schätzen die Militärexperten aufgrund der Häufigkeit, mit der Truppenteile in den Militärbasen auf den beiden Inseln ankommen, dürfte sich die Zahl amerikanischer Soldaten auf Sokotra und Masira bis Mitte Februar auf 50.000 erhöht haben. Sie ergänzen dann die bereits schon in der Region des Persischen Golfs stationierten weiteren 50.000 Soldaten, so dass Washington in weniger als einem Monat über etwa 100.000 einsatzbereite Soldaten vor Ort verfügen könnte.

 

Berichten zufolge landen fast täglich Truppentransporter auf den beiden Inseln. Sie starten von der amerikanischen Marinebasis Diego Garcia, die zu den größten amerikanischen Militäreinrichtungen gehört und nur etwa 3.000 Kilometer entfernt liegt. In der ersten Märzwoche wird die militärische Präsenz der USA noch weiter erhöht, wenn drei amerikanische Trägerkampfgruppen sowie der französische atomgetriebene Flugzeugträger Charles de Gaulle im Persischen Golf, dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer eintreffen werden: Dabei handelt es sich um die USS Abraham Lincoln, die USS Carl Vinson und die USS Enterprise. Eine vierte Trägerkampfgruppe kreuzt derzeit im Pazifischen Ozean und könnte jederzeit innerhalb weniger Tage die iranische Küste erreichen.

 

Obama will Vorwürfen der Republikaner, er zeige im Irankonflikt Schwäche, entgegentreten

Anfang März werden die USA dann ausreichende militärische Kampfkraft in Reichweite des Iran zusammengezogen haben, um die immer wieder auf den Tisch gebrachte militärische Option realisieren zu können.

 

In seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag, dem 24. Januar, erklärte der Präsident: »Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass Amerika entschlossen ist, den Iran an der Entwicklung und dem Besitz von Atomwaffen zu hindern, und ich schließe keine Option aus, um dieses Ziel zu erreichen. Eine friedliche Beilegung dieses Problems ist immer noch möglich und wäre die weitaus bessere Lösung. Sollte der Iran seine Politik ändern und seinen Verpflichtungen nachkommen, kann er wieder in die internationale Gemeinschaft aufgenommen werden.«

 

Militärquellen verweisen auch auf Berichte, nach denen britische und französische Luftwaffen-, Marine- und Spezialeinheiten in diesem Monat in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingetroffen seien.

 

Diese Truppenmassierungen und die oben zitierten Erklärungen Obamas bestätigen, dass der amerikanische Präsident zu einem Angriff auf die iranischen Nukleareinrichtungen im Verlauf des Jahres 2012 entschlossen ist.

 

Der Angriffszeitpunkt könnte jedoch vom Herbst auf das Frühjahr vorgezogen werden, wofür drei Entwicklungen ausschlaggebend wären:

  1. Das Ergebnis der Geheimgespräche zwischen Washington und Teheran;
  2. eine israelische Entscheidung, eigenmächtig gegen die iranischen Nukleareinrichtungen vorzugehen. Präsident Obama ist es nicht gelungen, Israel davon zu überzeugen, diese Option fallenzulassen und ein militärisches Vorgehen allein den USA zu überlassen; und
  3. der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: Obama könnte sich für einen Angriff zur Zerstörung des iranischen Atomprogramms und zur Verhinderung der Herstellung von Atomwaffen entscheiden, um die Vorwürfe seiner republikanischen Gegenkandidaten, er zeige im Konflikt mit dem Iran Schwäche, ein für alle Mal zu entkräften.

 

 


 

 

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