Tuesday, 27. September 2016
23.03.2015
 
 

Putin will eine Eurasische Währungsunion

Redaktion

Der Konflikt zwischen dem Westen und Russland in der Ukraine wird bekanntlich nicht nur militärisch ausgetragen. Mit der Aufforderung des NATO-Oberkommandierenden General Philip Breedlove vom Sonntag, in den sozialen Medien den Propaganda-Krieg mit Russland zu verstärken, eskaliert auch der Kampf um die Deutungshoheit in der Auseinandersetzung.

 

Wirtschaftlich setzen die USA und die – zunehmend zögerlichen – Europäer Moskau mit Sanktionen weiter unter Druck. Wladimir Putin treibt deswegen neben der Annährung an China auch sein Projekt einer Eurasischen Wirtschaftsunion weiter voran.

Beim Gipfel mit den Gründungsmitgliedern Russland, Weißrussland und Kasachstan in Astana forderte Putin jetzt die Einführung einer Eurasischen Einheitswährung.

 

»Wir denken, dass die Zeit gekommen ist, Möglichkeiten zu erörtern, eine mögliche Währungsunion zu gründen«, sagte Putin.

 

Doch die Voraussetzungen dafür sind nicht gerade ideal. Der russische Rubel steht seit Monaten stark unter Druck. Wegen der kollabierenden Öl-Notierungen und wegen der Sanktionen des Westens hat die Währung von Juli bis November gegenüber dem US Dollar rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Seit vier Monaten bewegt sich der Rubel gegenüber dem Dollar seitwärts.

 

Die Eurasische Wirtschaftsunion wurde im vergangenen Jahr nach rund zehn Jahren Vorbereitung gegründet. Der Startschuss für die Wirtschaftsunion, die eine bestehende Zollunion erweiterte, wurde im Mai gegeben.

 

Schon damals wurde als Fernziel eine gemeinsame Währung ins Auge gefasst. Sie soll Putins Pläne flankieren, den Einfluss Moskaus in den ehemaligen Sowjetrepubliken zu stärken und einen Block zwischen China und Europa zu schmieden. Nach der Zollunion von 2007 und dem Start für einen einheitlichen Wirtschaftsraum soll eine gemeinsame Währung vor allem die Warenströme ausbauen helfen.

 

Der eurasischen Wirtschaftsunion sind inzwischen auch Armenien und Kirgistan beigetreten. Dieser Fünfer-Verbund zählt etwa 185 Millionen Menschen mit einer addierten Wirtschaftskraft, die 2012 immerhin 3,6 Billionen Euro erreichte.

 

Seit dem Verfall des Ölpreises ist das jedoch deutlich weniger geworden. Zum Vergleich: Die Europäische Union kam 2012 mit 500 Millionen Menschen auf ein kollektives Bruttoinlandsprodukt von 13,5 Billionen Euro.

 

Ob Putins Pläne für eine gemeinsame Währung die gewünschte Dynamik entfalten, ist allerdings fraglich. In der Euro-Zone hat dieser Prozess schon aus planerischen Gründen viele Jahre gedauert. Und der Rubel als Ankerwährung ist derzeit nicht stabil genug.

 

Zudem liefert die Euro-Zone ein abschreckendes Beispiel, weil dem Euro ohne tiefere politische Integration – die inzwischen viele Menschen in Europa ablehnen − ohnehin kein Erfolg beschieden war.

 

Außerdem laufen die Pläne für eine Eurasische Gemeinschaftswährung den Plänen Chinas zuwider, den Yuan als Abrechnungs- und Reservewährung – auch in Zentralasien − zu forcieren. Doch an China will sich Russland wegen der Sanktionen enger anlehnen, um Kapital, Know-how und Kooperationen für wichtige Projekte zu finden.

 

Die Gemeinschaftswährung, die Putin jetzt erneut ins Spiel gebracht hat, dürfte daher vor allem das Ziel haben, den Handel zwischen den Mitgliedern der Eurasischen Wirtschaftsunion zu beflügeln, und nicht, um zum Euro oder einer anderen wichtigen Währung in Wettbewerb zu treten.

 

 

 

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Leser-Kommentare (42) zu diesem Artikel

08.04.2015 | 09:34

Paschasius

Solange Putin die Richtlinien bestimmt, sieht es gar nicht schlecht für den Frieden aus. Sogar der Ukraine gibt er weiterhin Rabatte auf das Gas. Doch auch Putin kann fortgeputscht oder Ermordet werden. Mit Kriegstreibern fühlt sich die US Elite wesentlich besser. Nur deshalb steht die Ukraine auf der "Verteidigungsliste" Ist doch die gleiche Gedankenlinie. Deshalb ist die Idee einer Euroasiatischen Finanzzusammenarbeit gar nicht so schlecht. Leider hat die Vernunft...

Solange Putin die Richtlinien bestimmt, sieht es gar nicht schlecht für den Frieden aus. Sogar der Ukraine gibt er weiterhin Rabatte auf das Gas. Doch auch Putin kann fortgeputscht oder Ermordet werden. Mit Kriegstreibern fühlt sich die US Elite wesentlich besser. Nur deshalb steht die Ukraine auf der "Verteidigungsliste" Ist doch die gleiche Gedankenlinie. Deshalb ist die Idee einer Euroasiatischen Finanzzusammenarbeit gar nicht so schlecht. Leider hat die Vernunft wenig mit Politik zu tun. Die Atlantikbrücke als geheime Kolonialbehörde der Amerikaner, wird das auf jeden Fall verhindern. Unser Bundespräsident der jede Friedensregel vermissen lässt, treibt die Bevölkerung schon jetzt ständig auf Kriegskurs! https://terragermania.files.wordpress.com/2012/02/ein-theologe-der-herzlosigkeit-undc2a0-seine-vergangenheit-als-im-larve.pdf Als denunzierender Mann in der Stasimitarbeit, ist er der Wendehals par Excellence. Doch es wird anders kommen! Interessant ist in dieser Hinsicht das etwa 350 Seher einen 3.Weltkrieg prophezeien. Aber auch die drei Bücher über dem Geheimvatikan von Wolfgang Eggert sind vor allem für die zusammenhänge aufschlussreich. Auch wenn alles unglaubwürdig klingt, doch das ist meist vor einem Krieg der Fall.


08.04.2015 | 03:30

Charles Frey

@ Pudelmuetze. Ich setze darauf, dass Sie und Schlapphut eine und dieselbe Person sind, um diese Seite und Kommentare zu verbilligen. Go away fool and watch something that befits your niveau = go back and watch The Simpsons.


03.04.2015 | 23:19

sw

@Armin & Manuel Tatsächlich widerlich euer Geschreibsl. Ich bin mit Sicherheit kein Fan von Merkel aber ihr seit noch einige Ebenen widerlicher und genauso verlogen.


03.04.2015 | 13:20

Batoris

Die Einführung einer Gemeinschaftswährung in der Eurasischen Union macht nur dann Sinn, wenn die Fehler, die in der EURO-Zone gemacht wurden, vermieden werden. Darüber hinaus muss das Ziel bestehen, einen Wirtschaftsraum vom Atlantik bis zum Pazifik zu bilden, in welchem die Ukraine eine Brückenfunktion zwischen der EU und der Eurasischen Union ausüben kann, wobei als Nebenprodukt eine neue Friedensordnung entsteht.Voraussetzung dazu ist, dass die Europäer eine von eigenen...

Die Einführung einer Gemeinschaftswährung in der Eurasischen Union macht nur dann Sinn, wenn die Fehler, die in der EURO-Zone gemacht wurden, vermieden werden. Darüber hinaus muss das Ziel bestehen, einen Wirtschaftsraum vom Atlantik bis zum Pazifik zu bilden, in welchem die Ukraine eine Brückenfunktion zwischen der EU und der Eurasischen Union ausüben kann, wobei als Nebenprodukt eine neue Friedensordnung entsteht.
Voraussetzung dazu ist, dass die Europäer eine von eigenen Interessen geleitete Politik verfolgen und der Einfluss der USA auf das Geschehen minimiert bzw. ausgeschaltet wird.
Die Frage der Sicherheit einer neuen Friedensordnung könnte durch die Gründung einer neuen Verteidigungsgemeinschaft geregelt werden, der alle Staaten der EU und der Eurasischen Union angehören.
Fazit : Die Ressourcen Russlands etc. könnten so für die EU auf Dauer nutzbar gemacht, die Konfrontation mit Russland beendet und massive Kosten der Aufrüstung gegen Russland vermieden werden, die nur Profite der US-Rüstungsindustrie generieren.


26.03.2015 | 09:25

Elisa

Im Sinne der neuen Multipolarität, die ja insbesondere die russische Seite - auch im Rahmen des BRICS-Abkommens - bewusst und nachdrücklich angestrebt, ist eine Eurasische Währungsunion durchaus ein valabler Vorschlag. Wie eine solche Union aussehen soll, ist sicher noch von den betroffenen Seiten gemeinsam aus einem breiten Interessenkatalog herauszudestillieren. Da könnte auch eine temporäre "Über-Währung" wie ehemals der "Ecu" in Europa ein mögliches...

Im Sinne der neuen Multipolarität, die ja insbesondere die russische Seite - auch im Rahmen des BRICS-Abkommens - bewusst und nachdrücklich angestrebt, ist eine Eurasische Währungsunion durchaus ein valabler Vorschlag. Wie eine solche Union aussehen soll, ist sicher noch von den betroffenen Seiten gemeinsam aus einem breiten Interessenkatalog herauszudestillieren. Da könnte auch eine temporäre "Über-Währung" wie ehemals der "Ecu" in Europa ein mögliches Instrument sein, während die Währungen in den eurasischen Ländern bestehen bleiben.
Und dass auch mal Spannungen zwischen den BRICS-Ländern auftauchen werden, das ist ein ganz natürlicher Vorgang, den wir alle kennen aus unserem gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Machtspiele gibt es überall und immer mal wieder - auch unter den besten Freunden oder gar unter liebenden Partnern. Die Parteien müssen nur wissen, wann sie zugunsten einer für alle zuträglichen Vereinbarung ihre Machtbeanspruchungen hintanstellen sollen.

"Dazu kommen die neuen BRICS-Institutionen, die ebenfalls per se schon multipolar sind. Nicht die AIIB sondern die "New Development Bank" der BRICS ist die echte Alternative zu Weltbank/IWF auf einer globalen Ebene. Auch hier wird mitmachen können wer will - die BRICS werden aber 55% der Stimmrechte behalten. Gemeinsam. China alleine oder Russland alleine oder Indien alleine wird Entscheidungen weder blockieren noch durchdrücken können."

Der Weg in eine multipolare Weltordnung
http://diepresse.com/home/blogs/goldjournal/4692690/Der-Weg-in-eine-multipolare-Weltordnung


26.03.2015 | 08:45

Elisa

@ Le Bor

Ihren Kommentar finde ich sehr interessant.

Nur Ihre abschätzigen Bemerkungen - "kleiner Willy! du Winzling" - gegenüber einem anderen Kommentator können Sie unterlassen, damit werten Sie Ihre interessanten Ausführungen nur unnötig ab. Das ist doch schade. Wir Kommentatoren haben alle unterschiedliche Meinungen, und das ist gut so!

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