Tuesday, 27. September 2016
21.06.2013
 
 

Russischer Außenminister Lawrow: Russland wird seinen S-300-Liefervertrag mit Damaskus erfüllen – Zwei russische Kriegsschiffe nehmen Kurs auf Syrien

Redaktion

Am Donnerstag, dem 20. Juni, erklärte der russische Außenminister Sergeij Lawrow, Moskau werde den umstrittenen Liefervertrag über S-300-Luftabwehrraketen gegenüber Syrien erfüllen. Seine Äußerung fiel am Tag nach der Ankündigung, zwei russische Kriegsschiffe mit 600 russischen Marinesoldaten an Bord befänden sich auf dem Weg nach Syrien, um »dort russische Bürger zu schützen«.

Die Schiffe würden durch einen Geleitschutz der russischen Luftwaffe begleitet. Lawrow erklärte im russischen Fernsehen: »Wir halten uns an alle unsere Verträge und erfüllen unsere vertraglichen Verpflichtungen.« Sowohl Russland als auch die USA schaffen derzeit verstärkt

Waffen nach Syrien, um auf diese Weise in den entscheidenden Kampf um Aleppo zwischen der von der Hisbollah unterstützten syrischen Armee und den schwer bewaffneten Rebelleneinheiten einzugreifen.

 

 

Nur einen Tag nach dem G8-Gipfel, auf dem es den westlichen Staatschefs nicht gelungen war, den russischen Präsidenten zur Zustimmung zu einer UN-Sicherheitsratsresolution zu gewinnen, in der der Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gefordert werden sollte, kündigte Moskau am Mittwoch, dem 19. Juni, an, zwei Kriegsschiffe mit 600 Marinesoldaten an Bord nach Syrien zu entsenden. Als offizieller Grund wurde angegeben, sie hätten die Aufgabe, »russische Bürger in der Region zu schützen«. Der stellvertretende russische Luftwaffenchef Generalmajor Wladimir Gradusow fügte hinzu, falls erforderlich würden die russischen Landungstruppen Luftunterstützung erhalten.

 

Putin richtet damit eine klare Warnung an den Westen: Wenn der Westen weiterhin die Aufständischen mit Waffen versorgt, könnte es zu einer russischen Landungsoperation unter dem Vorwand der Evakuierung gefährdeter russischer Staatsbürger kommen.

 

In Syrien leben etwa 20 000 russische Staatsbürger. Bereits in früheren Phasen des Konflikts hatte man ihnen Sammelstellen genannt, die sie aufsuchen sollten, wenn sich Moskau entschlösse, sie aus dem vom Krieg zerrütteten Land zu evakuieren. Die Evakuierung der russischen Staatsbürger wäre für sich genommen schon ein dramatisches Zeichen für eine Ausweitung des syrischen Konflikts.

 

Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, welche Kriegsschiffe genau sich derzeit der syrischen Küste nähern. Es handelt sich zum einen um das Große Landungsschiff Nikolai Filtschenko und den Zerstörer und U-Boot-Jäger Vizeadmiral Kulakow der Udaloy-I-Klasse (russische Bezeichnung: »Projekt 1155«). Jedes dieser beiden Schiffe kann 300 Marinesoldaten an Bord nehmen. Die Nikolai Filtschenko kann darüber hinaus noch 20 Panzer und 15 gepanzerte Truppentransporter oder Militärlastwagen transportieren.

 

Weiter hieß es aus Militärkreisen, Moskau erwecke zwar den Eindruck, als bereiteten sich die Schiffe auf die Fahrt nach Syrien vor, tatsächlich aber kreuzen beide bereits seit Mitte Mai im Mittelmeer. Wenn sie die entsprechenden Befehle erhalten, könnten sie Syrien innerhalb weniger Stunden erreichen.

 

Generalmajor Gradusow wurde mit den Worten zitiert: »Wir werden diese russischen Staatsbürger nicht im Stich lassen und sie, falls erforderlich, aus der Konfliktzone evakuieren.« Auf die Frage, ob russische Kampfflugzeuge zum Schutz der Schiffe aus der Luft eingesetzt würden, antwortete er nicht und sagte stattdessen: »Sie werden auf Befehl handeln.«

 

Aus der Moskauer Stellungnahme lässt sich nicht ablesen, wann die russischen Soldaten planmäßig in einen syrischen Hafen einlaufen und in welcher Region des Landes sie eingesetzt werden sollen. Aus Militärkreisen verlautete, die drohende Präsenz russischer Streitkräfte in der Kampfzone und die Gefahr, dass es aufgrund von Aktionen der vom Westen mit Waffen versorgten Rebellen zu Opfern unter den russischen Soldaten kommen könnte, erweiterten den syrischen Konflikt um mindestens drei gefährliche Dimensionen:

 

  1. Sollte es zu Todesopfern unter den russischen Soldaten oder schweren Verwundungen kommen, lieferte dies Moskau einen Vorwand, seine militärische Präsenz in Syrien weiter zu verstärken.

  2. Russische Luftwaffeneinheiten befinden sich auf dem Weg nach Syrien, bevor der Westen eine Entscheidung über eine von den USA geforderte Flugverbotszone über Syrien getroffen hat.

  3. Die Anwesenheit russischer Streitkräfte in Syrien würde die ohnehin schon extrem gereizten diplomatischen und militärischen Spannungen zwischen Washington und Moskau im Zusammenhang mit diesem Konflikt noch verstärken.

 

 


 

 

 

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