Thursday, 30. June 2016
29.08.2014
 
 

Russisches Verteidigungsministerium spottet über Fotos, die einen russischen Einmarsch in der Ukraine »beweisen« sollen

Redaktion

Generalmajor Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, erklärte am Donnerstag, es ergebe keinen Sinn, die Satellitenfotos, die die NATO als »Beweis« für eine russische Beteiligung an den Kämpfen in der Ukraine vorlegte, im Einzelnen zu kommentieren.

 

Selbst hochrangige NATO-Vertreter scheuten davor zurück, mit diesen Fotos in Verbindung gebracht zu werden, sagte der Sprecher und bezog sich dabei etwa auf den NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, den NATO-Oberkommandierenden in Europa (SACEUR) General Philip Breedlove und die NATO-Sprecherin Oana Lungescu.

 

»Es nimmt langsam absurde Züge an… Früher hätte zumindest irgendjemand persönlich die Verantwortung für diese Bilder übernommen, sei es nun Breedlove, Rasmussen oder sogar Lungescu. Aber jetzt halten sich alle zurück«, wird Konaschenkow von der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zitiert. »Man kann das eigentlich nicht mehr ernsthaft kommentieren.« Der General verurteilte auch die westlichen Medien scharf, die solche Bilder und gegen Russland gerichtete Äußerungen einfach kritiklos akzeptierten.

 

»Die Formulierung ›NATO veröffentlicht Satellitenfotos russischer Truppenpräsenz in der Ukraine‹ ist in den vergangenen Monaten zu einem Gemeinplatz geworden wie die berüchtigte Redewendung ›Britische Wissenschaftler haben entdeckt…‹«, meinte Konaschenkow und bezog sich damit auf ein Klischee in den Medien, über das man sich in Russland oft lustig macht. »Im Allgemeinen folgt dann eine Beschreibung der Ergebnisse irgendwelcher neuer verrückter Forschungen, die keinerlei praktische Bedeutung haben. Ein zukünftiger neuer NATO-Generalsekretär wird erst einmal sehr viel Mühe aufwenden müssen, das schwer angeschlagene Image des Bündnisses als eine hochrangige internationale Organisation wiederherzustellen.«

 

Diese Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums wurde durch eine kriegstreiberische Medienrhetorik ausgelöst, mit der Russland vorgeworfen wurde, in die Ukraine einzumarschieren. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Dienstag Russland vorgeworfen, die Souveränität der Ukraine verletzt zu haben, und eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats zur Beurteilung der Lage gefordert.

 

Parallel zu den Beschuldigungen Kiews veröffentlichte die NATO Satellitenbilder, die als »Beweise« dafür präsentiert wurden, dass sich russische Selbstfahrergeschütze auf ukrainischem Territorium befinden und an die 1000 russische Soldaten an Sondereinsätzen im Osten der Ukraine beteiligt seien. Die Bilder stammten wie üblich von dem Unternehmen DigitalGlobe, das zivile Satelliten betreibt. Die Bilder wurden weder verändert noch bearbeitet. NATO-Experten ergänzten lediglich einige Zusatzinformationen, damit die Öffentlichkeit besser verstehe, was auf diesen Bildern zu erkennen sei.

 

Wie zu erwarten war, stellten sich die USA auf die Seite Poroschenkos und der von der NATO vorgelegten Beweise. Die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums Jen Psaki erklärte, Washington habe »keinen Grund, an der Einschätzung der NATO zu zweifeln«.

 

Demgegenüber erklärten Paul Picard, Leiter der OSZE-Beobachtergruppe in der Ukraine, und der russische OSZE-Vertreter Andrei Kelin übereinstimmend, im Grenzgebiet zur Ukraine sei keine russische Präsenz bemerkt worden, und widerlegten damit die Behauptung, dass praktisch ein russischer Einmarsch in die Ukraine begonnen habe.

 

Am Donnerstag dieser Woche hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko behauptet, russische Truppen seien in die Ukraine eingedrungen. Parallel zu dieser Erklärung veröffentlichte die NATO Satellitenbilder, auf denen angeblich russische Selbstfahrergeschütze auf ukrainischem Territorium zu sehen waren. Darüber hinaus behauptete die NATO, etwa 1000 russische Soldaten seien an Kampfhandlungen im Osten der Ukraine beteiligt.

 

Der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow erklärte, weder die NATO noch die USA oder die Europäische Union hätten stichhaltige Beweise für eine russische Truppenpräsenz im Osten der Ukraine vorgelegt. Jedes Mal vor wichtigen Treffen auf EU-Ebene, diesmal kurz vor dem Gipfeltreffen am 30. August in Brüssel, werde die Weltöffentlichkeit mit massiven Falschinformationen über die Medien und direkt aus Kiew überschüttet, sagte er weiter. »Damit soll [die Öffentlichkeit] vermutlich auf scharfe Kritik und sogar Sanktionen der EU vorbereitet werden«, zitiert ihn die Nachrichtenagentur ITAR-TASS.


Und natürlich schloss sich auch der amerikanische Präsident Barack Obama dem Chor der russlandfeindlichen Rhetorik am Donnerstag an. Er warnte Moskau, dass weitere Sanktionen in Vorbereitung seien und die USA gegenwärtig im Vorfeld des NATO-Treffens in der kommenden Woche entsprechende Gespräche mit ihren »europäischen Verbündeten« führen würden.

 

 

 

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Leser-Kommentare (30) zu diesem Artikel

02.09.2014 | 08:40

JB

Früher haben wir die die Stasi verurteilt.... wir haben diese Leute nun involviert und machen es wesentlich besser, bzw. raffinierter.... schon damals hat Hornecker gesagt "die Leute sollen denken wir haben eine Demokratie.. Ja es ist traurig wenn man die Presse ließt und wie die Artikel in x Zeitung mit gleichem Layout etc. erscheinen. Die Hintergründe für das Thema Ukraine werden zwar diskutiert, aber leider sagt die Masse Mensch hier nichts dazu. Die lesen brav ihre...

Früher haben wir die die Stasi verurteilt.... wir haben diese Leute nun involviert und machen es wesentlich besser, bzw. raffinierter.... schon damals hat Hornecker gesagt "die Leute sollen denken wir haben eine Demokratie.. Ja es ist traurig wenn man die Presse ließt und wie die Artikel in x Zeitung mit gleichem Layout etc. erscheinen. Die Hintergründe für das Thema Ukraine werden zwar diskutiert, aber leider sagt die Masse Mensch hier nichts dazu. Die lesen brav ihre Zeitung, hören und sehen die Sender, freuen über ein paar kritische Stimmen. Hauptsache man hat seine Ruhe. Aus der Geschichte und untergegangen Kulturen...nichts gelernt. Meine Hoffnung besteht letztlich nur im "WEB" (selbst das wird ja schon kontrolliert) dass sich die Massen vereinigen. Denn nur von dieser Stimmung haben diese Korruptionen Angst.


31.08.2014 | 15:19

abraham silberschmied

@EULE ... ein guter Kommentar. Bedauerlicherweise wird ein Kommentar mit Talmud-Aufklärung nicht veröffentlicht...


31.08.2014 | 13:24

abraham silberschmied

"Ihr Kommentar enthält Begriffe, die so nicht freigeschaltet werden können." Welche Begriffe blockieren Sie? Begriffe sind immer im Kontext zu bewerten. Bitte geben Sie eine E-mail zur Klärung. Danke.


30.08.2014 | 22:16

Eule

Etwas Gutes hat die Sache schon: langsam dämmert es auch dem naivsten Volltrottel, daß die "freie Presse" samt der 2000 TV-Sender eine gigantisch raffinierte, gleichgeschaltete, pseudopluralistische Lügeninszenierung ist. Etwas besser Informierte wissen schon längst, daß es die "freie Presse" niemals gegeben hat und sie nichts anderes ist, als die Freiheit von 200 Herausgebern ihre Meinung zu verbreiten. Aber was würde unser Regime nur machen, ohne dieser...

Etwas Gutes hat die Sache schon: langsam dämmert es auch dem naivsten Volltrottel, daß die "freie Presse" samt der 2000 TV-Sender eine gigantisch raffinierte, gleichgeschaltete, pseudopluralistische Lügeninszenierung ist. Etwas besser Informierte wissen schon längst, daß es die "freie Presse" niemals gegeben hat und sie nichts anderes ist, als die Freiheit von 200 Herausgebern ihre Meinung zu verbreiten. Aber was würde unser Regime nur machen, ohne dieser Lüge? Kein erster Weltkrieg. Kein 2.WK. Keine 200 Kriege seit 1945, als ja angeblich der Weltfrieden ausgebrochen ist. Keine "Entwicklungshilfe" mehr. Kein Völkermord durch Masseneinwanderung der von den Medien als ganz fortschrittlich und cool dargestellt wird. Kein Zerstören des Sozialstaates mit Lohndumping durch Zerstörung der nationalen Souveränität. Keine Kameras an öffentlichen Orten und dafür immer weiter aufgerissene Grenzen. All das ist nur dank der Lüge von der "freien Presse" möglich, weil diese, im Gegensatz zur offenen Diktatur, dazu führt, daß die Leute glauben, sie stünden mit ihrer ablehnenden Haltung ggü. der Regimepolitik allein, weil sie die veröffentlichte Meinung für die breite Massenmeinung halten. Die "freie Presse". Die genialste Lüge seit es Propaganda gibt. Das Internet hat aber das 200-jährige Informationsmonpol der Hochfinanz gebrochen, bevor sie den ganzen Planeten erobern konnte. Und jetzt beginnen die Leute langsam die Lügen dieses Regimes zu durchschauen, die vor zehn oder 15 Jahren noch alle bedenkenlos durchgegangen sind, weil sie nur von einer Seite erfahren haben, während sie sich dank Scheinpluralismus und kontrollierter Opposition bestens informiert fühlten. Schwere Zeiten kommen auf die westliche Unwerte- und Lügengemeinschaft zu!


30.08.2014 | 15:45

philodoof

Ach so, bei so einer Sache sind "Beweise" - anhand von Satellitenfotos, hoffentlich ohne Pixel-Fehler und Manipulation, schnell zur Hand. Aber die Satellitenfotos, die aufklären könnten, was mit Flug MH17 geschehen ist - auf diese Aufnahmen warten wir bis heute. Und da sie dem Programm der USA und Verbündeten nicht dienen, werden wir wohl auf diese Aufnahmen bis zum Sankt Nimmerleinstag warten müssen. Alles lautet: Kri3g jetzt!


30.08.2014 | 11:52

pedrobergerac

Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es. - John Swinton (1829 - 1901), US-amerikanischer Redaktions-Chef der New York Times

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