Tuesday, 24. May 2016
03.12.2015
 
 

Russland enthüllt Details zur IS-Finanzierung und der Rolle der Türkei

Redaktion

»Nach unseren Erkenntnissen stehlen eine ganze Reihe krimineller Banden und türkische Eliten das Erdöl ihrer Nachbarn... [und] die politische Führung des Landes – Präsident Erdoğan und seine Familie – ist in den illegalen Erdölhandel mit dem IS verwickelt.«

Anatoli Antonow, stellvertretender Verteidigungsminister Russlands 

Am 2. Dezember veranstaltete das russische Verteidigungsministerium zum Thema »Neue Erkenntnisse zum Kampf der russischen Streitkräfte gegen internationale Terroristen« eine ausführliche Pressekonferenz. Dort wurde eine Vielzahl von Beweisen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Terrormiliz IS und der Rolle der Türkei präsentiert. Im Folgenden die drei wichtigsten Redebeiträge.

 

 

 

Die Erklärung des stellvertretenden russischen Verteidigungsministers Anatoli Antonow

 

Der internationale Terrorismus stellt heute die größte Bedrohung weltweit dar. Dabei handelt es sich keineswegs um eine eingebildete Bedrohung. Sie ist vielmehr sehr real. Und viele Länder und insbesondere Russland haben schmerzliche Erfahrungen sammeln müssen. Die berüchtigte Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht heute an der Spitze des internationalen Terrorismus.

 

Aber es gibt Möglichkeiten, dieses rasende Monster des internationalen Terrorismus zu bekämpfen und letztlich zu besiegen. Die russische Luftwaffe hat dies in den vergangenen zwei Monaten deutlich unter Beweis gestellt. Nach unserer Überzeugung trägt die Zerstörung seiner Finanzquellen wesentlich zum Sieg über den IS bei, wie der russische Präsident Wladimir Putin bereits oft erklärt hat. Terrorismus ohne Geld ist eine Bestie ohne Klauen und Zähne.

 

Die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft stellen die wichtigste Geldquelle der Terroristen in Syrien dar. Einigen Berichten zufolge fließen der Terrormiliz alljährlich etwa zwei Milliarden Dollar aus dem illegalen Erdölhandel zu. Hauptempfängerland des von Syrien und dem Irak gestohlenen Erdöls ist die Türkei. Sie verkauft dieses Erdöl weiter. Dabei ist besonders erschütternd und schockierend, dass die politische Führung des Landes – Präsident Recep Tayyip Erdoğan und seine Familie – in diese illegalen Geschäfte verwickelt ist.

 

Wir haben oft davor gewarnt, wie gefährlich es sei, Terroristen Unterschlupf zu gewähren und sie zu unterstützen. Man kann dies damit vergleichen, Öl ins Feuer zu gießen. Dieses Feuer breitet sich dann vielleicht auf andere Länder aus. Und genau mit diesem Problem sind wir im Nahen Osten konfrontiert. Wir werden Ihnen heute nur einen Teil der verfügbaren Fakten vorlegen, die beweisen, dass im Wesentlichen eine einzelne Gruppe in der Region aktiv ist. Sie besteht aus Extremisten und Teilen der türkischen Elite, die sich verschworen haben, das Erdöl ihrer Nachbarn zu stellen. Dieses Erdöl wird in industriellen Mengen über die »mobilen Pipelines« transportiert, die aus Tausenden Erdöl-Tanklastwagen bestehen.

 

Nach unserer Überzeugung ist die Türkei der Bestimmungsort dieses gestohlenen Erdöls, und wir werden Ihnen heute unwiderlegbare Beweise vorlegen, die diese Überzeugung untermauern. Hier sind heute viele Medienvertreter versammelt, und noch viele weitere Kollegen werden sich die Videoaufzeichnungen dieses Lageberichts ansehen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen gerne von unserer Seite noch einen Aspekt deutlich machen.

 

Wir schätzen die Arbeit von Journalisten. Wir wissen, dass es in den Medien viele rechtschaffene und unerschrockene Menschen gibt, die in ihrer Arbeit auf Integrität Wert legen. Wir werden Ihnen heute darlegen, wie der illegale Erdölhandel funktioniert, der wesentlich zur Finanzierung des Terrorismus beiträgt. Wir werden Ihnen klare Beweise vorlegen, die Ihnen unserer Ansicht nach bei Ihren journalistischen Recherchen hilfreich sein können.

 

Wir sind überzeugt, dass mit Ihrer Hilfe die Wahrheit ans Licht kommen wird.

 

Wir wissen, wie viel von Erdoğans Worten zu halten ist. Er wurde bereits sozusagen auf frischer Tat von türkischen Journalisten ertappt, die über heimliche Waffen- und Munitionstransporte aus der Türkei an die Extremisten berichteten, die als humanitäre Hilfslieferungen getarnt waren. Diese Enthüllungen führten dazu, dass diese Journalisten inhaftiert wurden.

 

Die türkische Führungselite, einschließlich Präsident Erdoğans, würde selbst dann nicht zurücktreten oder irgendetwas zugeben, wenn ihr ihre Verwicklung in den Erdöldiebstahl nachgewiesen würde. Vielleicht äußere ich mich jetzt etwas zu unverblümt, aber unsere Kameraden wurden durch die Hand des türkischen Militärs getötet.

 

Die türkische Führung hat äußersten Zynismus an den Tag gelegt. Sehen Sie sich nur einmal an, was sie getan haben! Sie sind gewaltsam in das Staatsgebiet eines anderen Landes eingedrungen und plündern es unverfroren aus. Und wenn ihnen dabei die Bewohner dieses Landes im Wege sind, müssen sie eben aus dem Weg geräumt werden. Ich möchte hervorheben, dass ein Rücktritt Erdoğans nicht unser Ziel ist. Dies zu entscheiden, ist allein Sache der türkischen Bevölkerung.

 

Uns geht es darum, Terrorismus zu bekämpfen. Wir verfolgen dabei das Ziel, die Finanzquellen des Terrorismus zu verstopfen. Und wir rufen alle, die hier versammelt sind, auf, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Wir sind bereit, die Ergebnisse Ihrer Recherchen zu veröffentlichen und so zu ihrer Verbreitung beizutragen. Wir werden Ihnen und der Weltöffentlichkeit auch weiterhin Beweise im Zusammenhang mit der Finanzierung des internationalen Terrorismus vorlegen.

 

Vielleicht bin ich zu freimütig. Aber die Kontrolle über dieses Diebesgeschäft kann nur in den [höchsten] vertraulichen Kreisen verortet werden. Es ist interessant, dass sich niemand im Westen die Frage stellt, warum der Sohn des türkischen Präsidenten eines der größten Energieunternehmen leitet und sein Schwiegersohn [in der neuen Regierung] zum Minister für Energie und natürliche Rohstoffe ernannt wurde?

 

In den westlichen Medien wurde diesen Aspekten bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt, aber ich bin sicher, dass auch hier die Wahrheit nicht auf ewig verborgen bleiben wird.

 

Natürlich wird dieses schmutzige Erdölgeld seine Wirkung haben. Ich bin sicher, dass man behaupten wird, die von uns hier vorgetragenen Fakten seien ein einziger Schwindel. Wir haben hier nichts zu verbergen. Die Journalisten können sich in den Gebieten, von denen in unserem Bericht die Lage ist, selbst ein Bild machen.

 

Natürlich handelt es sich hier nur um einen Teil der vorliegenden Informationen über diese verabscheuenswürdigen Verbrechen der türkischen Elite, die direkt zur Finanzierung des internationalen Terrorismus beiträgt. Jeder besonnene Journalist ist aufgerufen, diese Pest des 21. Jahrhunderts zu bekämpfen. Die weltweiten Erfahrungen zeigen immer wieder, dass objektiver Journalismus eine sehr wirksame Waffe gegen unterschiedliche Formen der Finanzkorruption sein kann.

 

Wir wollen die Kollegen ermutigen, eigenständige journalistische Recherchen zur Enthüllung der Formen der finanziellen Unterstützung durch die Bereitstellung und Lieferung von Erdölprodukten durch die Terroristen an ihre »Kunden« anzustellen. Das von den Terroristen geförderte Erdöl wird von den türkischen Häfen aus auch in andere Regionen geliefert.

 

Das russische Verteidigungsministerium wird weiterhin Material im Zusammenhang mit der Lieferung von Erdölprodukten durch die Terroristen an fremde Länder veröffentlichen und über die Operationen informieren, die von der russischen Luftwaffe durchgeführt werden. Lassen Sie uns unsere Anstrengungen vereinen. Wir werden die Finanzquellen des Terrorismus in Syrien austrocknen. Unterstützen Sie uns dabei auch über die syrischen Grenzen hinaus.

 

 

Vollständige Stellungnahme des Leiters der Hauptabteilung Operationen des Generalstabes der russischen Streitkräfte Generalleutnant Sergei Ruzkoi

 

Ohne den IS von seinen Finanzierungsquellen abzuschneiden, wird ein vollständiger Sieg über die Terrormiliz unmöglich sein. Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow bereits dargelegt hat, stellt das illegale Erdölgeschäft die wichtigste Einkommensquelle der Terroristen dar.

 

Um diese Finanzierungsquelle auszuschalten, ist die russische Luftwaffe in den vom IS kontrollierten Gebieten Angriffe gegen Erdölförderanlagen, Erdöllager sowie Raffinerie- und Verladeanlagen geflogen.

 

 

 

 

 

In den vergangenen zwei Monaten wurden durch diese russischen Luftangriffe 32 Erdölförderanlagen, elf Raffinerien und 23 Pumpstationen schwer beschädigt. Insgesamt wurden weiterhin 1080 Tanklastzüge, die Erdöl- und Benzinprodukte transportierten, zerstört. Auf diese Weise gelang es uns, den illegalen Erdölumschlag in Syrien praktisch um die Hälfte zu reduzieren.

 

Nach vorsichtigen Schätzungen halbierten sich dadurch die täglichen Einnahmen der Terrorgruppe auf 1,5 Mio. Dollar. Überschlagen Sie nur einmal den Umfang der Einnahmen über einen Zeitraum von vier Jahren. Nach den russischen Luftangriffen wurden die Einnahmen der Terroristen massiv eingeschränkt. Heute belaufen sie sich auf etwa 1,5 Mio. Dollar täglich.

 

Dies bedeutet trotz allem, dass die Terrororganisation immer noch über beträchtliche finanzielle Ressourcen sowie Waffen, Munition und andere Rüstungsgüter für ihre Aktivitäten verfügt. Bestimmte Nationen und insbesondere die Türkei sind direkt in die umfangreichen Geschäfte des IS verwickelt und unterstützen auf diese Weise die Terroristen.

 

Der Generalstab der Streitkräfte Russlands verfügt auf der Grundlage von Daten der Luft- und Raumaufklärung über unwiderlegbare Beweise für die Beteiligung der Türkei an diesen Machenschaften. Heute legen wir lediglich einen Teil der verfügbaren Informationen vor. Wir konnten drei Haupttransportrouten aus den vom IS kontrollierten Gebieten in Syrien und dem Irak in die Türkei ermitteln. Die westliche Route führt zu den Mittelmeerhäfen, die Nordroute endet in der Erdölraffinerie in Batman und die östliche Route am großen Verlade- und Umschlagsplatz in Cizre.

 

Wir werden Ihnen die gesamte Abfolge und die einzelnen Abschnitte der Erdöllieferungen in die Türkei von der Förderung bis zu den Raffinerien offenlegen. Auf der westlichen Route werden die Erdölprodukte von den Erdölfeldern in der Nähe von al-Raqqa mit Erdöltanklastern in den Nordwesten Syriens transportiert. Das Bild vom 13. November 2015 zeigt die Schlange der Fahrzeuge auf der Schnellstraße in der Nähe der Stadt Azaz, die die Türkei und Syrien miteinander verbindet. Die Konzentration von Erdöltanklastern ist unübersehbar. In der Region A auf türkischer Seite sind 240 Erdöltanklastwagen und Sattelschlepper zu erkennen. In der Region B auf syrischer Seite erkennt man 46 Erdöltanklastwagen und andere Fahrzeuge, die darauf warten, die Grenze überqueren zu können.

 

Laut den vorliegenden Informationen werden zahlreiche Tanklastzüge als einfache Schwerlastwagen getarnt. Eine vergleichbare Lage ergibt sich aus den Bildern aus der Nähe von Reyhanlı. Trotz der Kämpfe in der syrischen Provinz Aleppo erkennt man deutlich den stetigen Strom von Fahrzeugen in beiden Richtungen sowie eine große Anzahl von Fahrzeugen auf türkischem Territorium.

 

Das Video zeigt Fahrzeuge, die ungehindert und unkontrolliert die Grenze überqueren. Auf syrischer Seite wird das Gebiet von der Al-Nusra-Front kontrolliert, die den Erdöltanklastern und anderen mit Erdöl beladenen Sattelschleppern die Überquerung der Grenze in Richtung Türkei erlaubt. Diese Fahrzeuge – es handelt sich dabei um mehrere Hundert Fahrzeuge – werden auf türkischer Seite nicht kontrolliert. Auch in der Nähe von Reyhanlı überqueren Schwerlastfahrzeuge ungehindert die syrisch-türkische Grenze.

 

 

Das Bild vom 16. November zeigt an die 360 Erdöltanklaster und andere Schwerlastfahrzeuge in der Nähe der syrischen Grenze. Bis zu 160 Erdöltanklaster, die gerade die Grenze überfahren haben, halten sich in der Region B auf. Ein Konvoi von 100 Fahrzeugen bewegt sich in Richtung des Kontrollpunktes in der Region A auf die syrische Grenze zu.

 

Daten der Raumaufklärung bestätigen, dass sich die Erdöltanklaster und Sattelschlepper nach der Grenzüberquerung auf die Hafenanlagen von Dörtyol und İskenderun zubewegen. Dort befinden sich spezielle Liegeplätze für Tanker. Ein Teil des Erdöls wird dort auf die Tanker verladen und dann zu erdölverarbeitenden Anlagen im Ausland gebracht. Im Durchschnitt wird in jedem dieser Häfen ein Tanker pro Tag mit Erdöl beladen.

 

Die Luftbilder dieses Hafens stammen vom 25. November dieses Jahres und zeigen eine deutliche Ansammlung von Erdöltanklastern an, die auf ihre Entladung warten. 395 dieser Tanklastwagen wurden in Dörtyol und 60 Fahrzeuge in İskenderun gezählt.

 

Die nächste Route führt von den Erdölfeldern am Ostufer des Euphrat in die Türkei. Das Gebiet um Deir ez-Zor gehört zu den größten Erdölförder- und Raffineriezentren, die sich gegenwärtig in der Hand des IS befinden. Dort befinden sich zahlreiche Erdölraffinerien, von denen eine auch auf den Bildern zu erkennen ist. In diesem Gebiet ist eine ständige Konzentration von Erdöltanklastwagen zu beobachten, die auf ihre Ent- oder Beladung warten. Andere Bilder zeigen die Fahrzeugschlangen, die in geringem Abstand zueinander geparkt sind.

 

In der Region um Deir ez-Zor machte die Raumaufklärung allein am 18. Oktober dieses Jahres 1722 Erdöltankfahrzeuge aus, von denen die meisten auf improvisierten Parkplätzen warteten. Bemerkenswerterweise hat sich die Zahl der Fahrzeuge in den Warteregionen sowohl in Deir ez-Zor als auch in anderen syrischen Regionen seit Beginn der Angriffe der russischen Luftwaffe gegen die IS-Erdölinfrastruktur deutlich verringert.

 

Auf die negativen Folgen der barbarischen Erdölproduktion für die Umwelt muss nicht besonders hingewiesen werden. Die Terroristen haben im Sand ganze Seen aus Erdöl entstehen lassen. Einer dieser Seen befindet sich in Raqqa. Nach ihrer Beladung mit Erdöl fahren die Konvois aus Tanklastern aus dem Osten Syriens in die Grenzstadt Qamischli im Nordosten Syriens und warten dort, bis sie an der Reihe sind.

 

Die vorliegenden Fotos wurden im August aufgenommen und zeigen Hunderte von Erdöltanklastern und Schwerlastfahrzeugen, die die Grenze zur Türkei in beide Richtungen überqueren. Der Großteil des Erdöls wird aus dem Osten Syriens zu einer großen Raffinerie bei Batman im Südosten der Türkei gebracht, die sich etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt befindet.

 

Die dritte Transportroute für das Erdöl beginnt in den Erdölfeldern im Nordosten Syriens und dem Nordwesten des Iraks. Sie verläuft durch die syrischen Städte Karachok und Cham Khanik sowie die irakischen Orte Zacho und Tatwan. Die Aufnahmen zeigen eine deutliche Konzentration von Lastwagen und Schwerlastfahrzeugen in der Nähe dieser Ortschaften. Am 28. November hielten sich 50 Erdöltanklaster am Erdölumschlagspunkt auf. Die Fotos zeigen die Wartezone der Tanklaster in der Nähe der syrisch-irakischen Grenze bei Cham Khanik. In der Nähe der irakisch-türkischen Grenze ist eine noch höhere Konzentration festzustellen. Die Zahl der Fahrzeuge hat in den vergangenen drei Monaten nicht signifikant abgenommen. Das Bildmaterial vom 14. November erfasste 1104 Erdöltanklaster und Schwerlastfahrzeuge in der Nähe von Zacho und Tatwan. Man kann sie nicht übersehen.

 

Seitens der Mitglieder der [von den USA angeführten] Koalition werden diese Fahrzeugschlangen allerdings nicht angegriffen. Es lässt sich lediglich ein deutlicher Anstieg der Zahl strategischer Drohnen feststellen.

 

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bisher keine Angriffe seitens der von den USA angeführten Koalition erfolgten, werden die Koordinaten der aktiven Gebiete mit einer hohen Konzentration von Erdöltanklastern in der Nähe bestimmter bewohnter Gebiete auf der Internetseite des russischen Verteidigungsministeriums nach dieser Pressekonferenz veröffentlicht.

 

Diese Fahrzeuge überqueren ungehindert die Grenze in der Nähe von Zacho. Das Erdöl bzw. die Erdölprodukte werden dann von Zacho zu Raffinerien gebracht, von denen sich die nächstgelegene im schon erwähnten Batman befindet. Das Erdöl kann auch zu den großen Logistikzentren entlang der Route transportiert werden, die sich in der Nähe der Grenze zwischen dem Irak und der Türkei nahe Silopi in Südostanatolien befinden.

 

Die Aufnahme vom 14. November zeigt die Anwesenheit von 3220 Erdöltanklastwagen und anderen Fahrzeugen. Hier bedarf es keiner weiteren Kommentare. Das Ausmaß dieses illegalen Geschäfts ist beeindruckend. Insgesamt setzen die Terroristen im Zusammenhang mit ihrem illegalen Erdölgeschäft nicht weniger als 8500 Lastwagen ein, die bis zu 200 000 Tonnen Erdöl täglich transportieren. Die meisten dieser Fahrzeuge erreichen türkisches Gebiet vom Irak aus.

 

Die russische Luftwaffe wird ihre Missionen im Zusammenhang mit der Zerstörung der Erdölinfrastruktur des IS in der Arabischen Republik Syrien weiter fortsetzen. Das russische Verteidigungsministerium fordert die Kollegen aus den Ländern der Koalition dazu auf, ähnlich vorzugehen.

 

Vollständige Stellungnahme des Leiters der Hauptabteilung Operation des Nationalen Zentrums für die Verteidigung des Staates, Generalleutnant Michail Misinzew

 

Heute wurden überzeugende und unwiderlegbare Beweise für einen umfassenden und dreisten Diebstahl von Energierohstoffen des souveränen Staates Syrien vorgelegt. Es ist notwendig, darauf hinzuweisen, dass die Finanzströme aus dem Weiterverkauf der Erdölprodukte nicht nur darauf abzielen, die Führung der Türkei zu bereichern. Sie fließen teilweise, aber in erheblichen Mengen in Form von Waffen, Munition und Söldnern verschiedenster Herkunft in die Arabische Republik Syrien zurück.

 

In dieser Woche wurden der IS und die Al-Nusra-Front über die Türkei durch etwa 2000 frische Kämpfer verstärkt. Darüber hinaus wurden schätzungsweise 120 Tonnen an Munition und 250 Automobilersatzteile aus der Türkei geliefert.

 

Wie aus den nachrichtendienstlich gewonnenen Erkenntnissen hervorgeht, war und ist die türkische Seite in dieser Hinsicht regelmäßig und seit langer Zeit aktiv. Sie beabsichtigt auch keineswegs, diese Aktivitäten einzustellen.

 

In der kommenden Woche werden wir Sie über die Lieferung von Waffen, Munition und Sprengstoffen, von Kommunikationsausrüstung und anderen Gerätschaften durch die Türkei sowie über die Ausbildung von Terroristen auf dem Territorium der Türkei informieren.

 

 

 

 

 

 

 

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