Tuesday, 24. May 2016
23.08.2013
 
 

Russland schließt nicht aus, dass es sich bei dem »Chemiewaffenangriff« in Syrien um eine »gezielte Provokation« handelt

Redaktion

Der Sprecher des russischen Außenministeriums Alexander Lukaschewitsch erklärte, bei Berichten »voreingenommener regionaler Medien« über einen angeblichen Chemiewaffeneinsatz in der Nähe von Damaskus könnte es sich um »eine gezielte Provokation« handeln. »Es ist auffällig, dass parteiische regionale Medien, wie auf Kommando, einen aggressiven Informationsangriff starteten, der die Verantwortung »für den Angriff« allein der »syrischen« Regierung zuschob«, sagte Lukaschewitsch in einer Stellungnahme am Mittwoch.

Unter Berufung auf eigene Quellen berichtete das russische Außenministerium, eine selbstgebaute Rakete mit einer nicht bekannten chemischen Substanz sei von einem Gebiet aus gestartet worden, das von der Opposition kontrolliert werde. »Eine im Eigenbau hergestellte

Rakete mit einer giftigen Substanz, die bisher noch nicht bekannt ist – aber die Rakete gleicht der, die am 19. Mai von Terroristen in Khan al-Assal zum Einsatz kam –, wurde am Morgen des 21. August von einer Position aus, die von Aufständischen besetzt ist, auf die Vorstädte von Damaskus abgefeuert«, erklärte Lukaschewitsch weiter.

 

 

Im Verlaufe des Mittwochs tauchten widersprüchliche Berichte über einen kürzlich erfolgten Chemiewaffeneinsatz in Syrien auf. Die Nachricht überschnitt sich mit der Ankunft der UN-Inspektoren in Damaskus. Sie haben die Aufgabe, dort dem angeblichen Einsatz von chemischen Kampfstoffen nachzugehen. Die Zahl der Todesopfer des jüngsten Angriffs schwankt zwischen einigen Dutzend und 1300 Menschen.

 

Der russische Diplomat sagte weiter, man habe den Eindruck, es handele sich um eine »im Voraus geplante Provokation«. Dass dieses »Verbrechen« sowohl in der Nähe von Damaskus, und dann noch praktisch unter den Augen der UN-Inspekteure, die gerade dabei waren, ihre Arbeit aufzunehmen, stattfand, untermauert diese Einschätzung. Lukaschewitsch verwies darauf, dass bereits früher ähnliche Berichte, in denen der syrischen Regierung vorgeworfen wurde, chemische Waffen eingesetzt zu haben, aufgetaucht waren. Bisher konnten diese Informationen aber nicht bestätigt werden.

 

Aus Sicht Moskaus könnte es sich bei dieser jüngsten möglichen »Provokation« um den Versuch der syrischen Opposition handeln, die Unterstützung des UN-Sicherheitsrats zu gewinnen und die Genfer Friedensgespräche zu Syrien zu unterlaufen.

 

Russland vertritt die Auffassung, der Zwischenfall sollte genauestens von Experten untersucht werden, und forderte all jene, die Einfluss auf die bewaffneten Extremisten haben, auf, sich dafür einzusetzen, dass solche Provokationen unter Beteiligung giftiger chemischer Substanzen unterbleiben.

 

Washington erklärte seinerseits, man verfüge über keine unabhängige Bestätigung des Einsatzes von Chemiewaffen in Syrien. Man werde aber beantragen, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit den Vorwürfen befasst, wird der stellvertretende Pressesprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Der Leiter der Gruppe der Chemiewaffeninspektoren der Vereinten Nationen in Syrien, der Schwede Åke Sellström, sprach bereits mit der syrischen Regierung über den Zwischenfall. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich Berichten seines Pressesprechers zufolge nach den Meldungen über den angeblichen Angriff zutiefst schockiert. Noch am Mittwoch trat der UN-Sicherheitsrat gegen 19:00 Uhr Ortszeit in New York zu einer Sondersitzung zusammen. Großbritannien, eines der fünf Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates, werde fordern, dass die UN-Inspektoren, die sich bereits vor Ort aufhalten, »ungehinderten Zugang« zu dem betreffenden Gebiet erhalten, sagte der britische Außenminister William Hague gegenüber Journalisten. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre dies eine »schockierende Eskalation« des Chemiewaffeneinsatzes in Syrien, meinte er weiter. »Wir sind entschieden dafür, dass die Verantwortlichen eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden.« Die Vorsitzende des Sicherheitsrates, die Argentiniern María Cristina Perceval, sagte: »Wir brauchen Klarheit über das, was sich zugetragen hat, und müssen die Lage weiter genau beobachten.«

 

Die syrische Regierung besitze keine Informationen über den Einsatz von Chemiewaffen in der Großregion Damaskus, erklärte der syrische Informationsminister Omran al-Zubi gegenüber RussiaToday Arabic. Er erwähnte, dass auch die Assad gegenüber loyale syrische Armee keine Verluste aufgrund solcher Angriffe erlitten habe. Er schloss aber nicht aus, dass giftige Substanzen gegen Zivilisten eingesetzt worden sein könnten, wie dies bereits beim Zwischenfall in der Ortschaft Khan al-Assal außerhalb Aleppos geschehen sei. Damals waren 30 Menschen gestorben.

 

Aus seiner Sicht verfolgten die Berichte über den angeblichen Chemiewaffenangriff durch Regierungseinheiten am Mittwoch das Ziel, die Arbeit der UN-Inspekteure, die auf Drängen Syriens in das Land gekommen waren, in Syrien zu untergraben. Wenn die UN-Kommission ihre Arbeit abgeschlossen hat, werden die Inspektoren zu dem Schluss kommen, das in Khan al-Assal Chemiewaffen benutzt wurden, die syrische Armee solche Waffen aber nicht einsetze, zeigte sich der Minister überzeugt.

 

 

 

 


 

 

 

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