Saturday, 1. October 2016
11.07.2013
 
 

Russland übergibt UN Untersuchungsergebnisse: Die Rebellen und nicht die syrische Armee sind für Sarin-Angriff in Aleppo verantwortlich

Redaktion

Wie der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin erklärte, geht aus Proben, die in der heißumkämpften Region um die syrische Stadt Aleppo herum gesammelt wurden, in der angeblich Chemiewaffen eingesetzt worden waren, hervor, dass die Rebellen und nicht die syrische Armee für den Angriff verantwortlich sind.

Russland habe die analysierten Proben und die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung den Vereinten Nationen (UN) übergeben. »Ich habe die Analyse dieser Proben, die am Ort des Chemiewaffenangriffs entnommen wurden, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben«, sagte

Tschurkin am Dienstag dieser Woche.

 

Die russischen Wissenschaftler entdeckten, dass das Geschoss mit dem tödlichen Nervengas Sarin aller Wahrscheinlichkeit nach von Rebellen auf das Dorf Khan al-Assal abgefeuert wurde, erläuterte Tschurkin weiter. »Man fand heraus, dass die Rebellen am 19. März eine ungelenkte Rakete vom Typ Baschair-3 auf die Ortschaft Khan al-Assal, die von der Regierung kontrolliert wurde, abfeuerten. Die Ergebnisse der Analyse zeigen eindeutig, dass die eingesetzte Granate nicht fabrikmäßig hergestellt worden war und Sarin enthielt«, fuhr er fort.

 

In »der giftigen Substanz waren keine chemischen Stabilisatoren enthalten«, daher handele es sich nicht um eine standardisierte chemische Ladung, erklärte er weiter. Auch das im Sprengkopf der Granate gefundene Hexogen, ein hochexplosiver und giftiger Sprengstoff aus der Gruppe der Nitramine, der üblicherweise für industrielle und militärische Zwecke eingesetzt werde, stimme nicht mit dem von der Armee verwendeten Sprengstoff überein. Nach Angaben aus Moskau begann die Herstellung der Baschair-3-Sprengköpfe durch die Baschair-al-Nasr-Brigaden, die der Freien Syrischen Armee zugerechnet werden, im Februar. Tschurkin betonte, anders als bei anderen den Vereinten Nationen übergebenen Untersuchungen seien die zugrunde liegenden Proben direkt von russischen Experten ohne Beteiligung Dritter entnommen worden.

 

Bei dem Angriff auf Khan al-Assal, das südwestlich von Aleppo gelegen ist, kamen mehr als 30 Menschen ums Leben. Damaskus forderte als erstes Land eine Untersuchung des Zwischenfalls durch die UN und machte die aufständischen Kämpfer für den Giftgasangriff verantwortlich. Die Rebellen wiesen die Vorwürfe zurück und warfen ihrerseits Regierungseinheiten vor, den Angriff durchgeführt zu haben.

 

Die UN-Ermittlungen gerieten dann erst einmal ins Stocken, nachdem eine Gruppe westlicher Staaten darauf beharrte, vorrangig einen weiteren angeblichen Giftgasangriff in Homs vom Dezember 2012 zu untersuchen. Im Rahmen der Untersuchung wurde auch der Zugang zu militärischen Einrichtungen gefordert, was Syrien verweigerte. Die UN entschieden zudem, russische und chinesische Experten von der Untersuchungsgruppe auszuschließen. Syrien protestierte gegen diese Entscheidung.

 

Bisher konnte die UN-Untersuchungskommission keine belastbaren Beweise dafür vorlegen, dass eine der beiden syrischen Konfliktparteien Chemiewaffen eingesetzt hat. Demgegenüber legten die USA, Großbritannien und Frankreich verschiedene Berichte vor, die behaupteten, die syrischen Streitkräfte Präsident Baschar al-Assads hätten Chemiewaffen eingesetzt.

 

Syrien entdeckt Chemikalienlager, die ausreichten, »das ganze Land auszulöschen«

Die syrische Regierung hat den Chemiewaffen-Chefermittler, den Schweden Åke Sellström, und die Deutsche Angela Kane, seit März 2012 High Representative for Disarmament Affairs der Vereinten Nationen, für kommenden Montag zu Gesprächen nach Damaskus eingeladen. Sie habe umfangreiche Lager mit großen Mengen gefährlicher Chemikalien entdeckt, die unter der Kontrolle der Rebellen gestanden haben sollen, hieß es seitens der syrischen Regierung. »Die syrischen Behörden haben gestern in der Stadt Banias 281 Fässer mit gefährlichen und gesundheitsschädlichen chemischen Substanzen entdeckt«, erklärte der syrische UN-Botschafter Baschar Ja’afari, die Menge dieser Chemikalien reiche aus, »eine ganze Stadt, wenn nicht sogar das ganze Land auszulöschen«.

 

Die Chemikalien, darunter auch Monoethylenglycol und Polyethylenglycol (PEG), wurden in einem Lagerhaus entdeckt, das »von bewaffneten Terrorgruppen« benutzt wurde, sagte Ja’afari weiter. Syrien habe bereits mit entsprechenden Ermittlungen begonnen.

 

Der syrische Gesandte gab seiner Überzeugung Ausdruck, beim Gespräch mit den UN-Vertretern werde es »zu konstruktiven Verhandlungen mit den syrischen Regierungsvertretern kommen, um zu einer Vereinbarung zu kommen«. Dies betreffe insbesondere die »Aufgabe, die Vorgehensweise und den zeitlichen Rahmen« der UN-Mission. Allerdings dämpfte der UN-Botschafter zu große Erwartungen. Man solle nicht »voreilig den Schluss ziehen«, die Gespräche am Montag bedeuteten, dass Syrien den UN-Inspektoren Zugang zu Einrichtungen außerhalb Aleppos gewähren werde.

 

Der Sprecher UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon, Martin Nesirky, bezeichnete die kommenden Gespräche in einer Reaktion zwar als »einen Schritt in die richtige Richtung«, ließ aber offen, ob die UN-Ermittler die syrischen Forderungen akzeptieren würden. Bisher hatte die UN gefordert, Syrien solle der Gruppe um Sellström »ohne weitere Verzögerung und ohne Bedingungen« Zugang in ganz Syrien gewähren, und ordnete an, die Untersuchungen in Aleppo sollten erst beginnen, wenn diese Forderungen erfüllt seien.

 

Gibt es tatsächlich keine glaubwürdigen Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen durch die Rebellen?

Nach Tschurkins Stellungnahme äußerten sich amerikanische und britische Vertreter skeptisch gegenüber allen Beweisen, dass syrische Rebellen Chemiewaffen eingesetzt hätten, und erklärten, sie hätten bisher noch keine Gelegenheit gehabt, den gesamten Bericht des russischen UN-Gesandten zu studieren. Die USA hätten bisher noch »keinerlei Belege gesehen, die die Behauptung untermauern, dass nicht nur die syrische Regierung in der Lage ist, Chemiewaffen einzusetzen und dies auch getan hat«, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Auf die Frage, ob Washington den russischen Bericht schon gelesen habe, erwiderte Carney, das sei nicht der Fall.

 

Auch Großbritannien schlug gegenüber dem Bericht kritische Töne an. Die Regierung glaube nicht, dass die syrische Opposition über chemische Kampfstoffe verfüge, hieß es. »Wir werden alles, was uns vorgelegt wird, genau studieren, aber bis heute liegen uns keine glaubwürdigen Berichte über einen Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Opposition oder darüber vor, dass die Opposition chemische Waffen in ihren Besitz gebracht hätte«, zitiert die BBC einen Regierungssprecher.

 

 

 


 

 

 

 

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