Sonntag, 30. April 2017
27.05.2016
 
 

Soldaten amerikanischer Spezialeinheiten in Nordsyrien an der IS-Kampffront fotografiert

Redaktion

Angehörige amerikanischer Spezialeinheiten wurden fotografiert, wie sie sich offenbar an der Seite kurdischer Milizen in Nordsyrien an einem Angriff auf die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) besetzte Stadt Rakka beteiligten. Das Pentagon beharrt darauf, dass sich die Soldaten dort lediglich in einer »beratenden und unterstützenden Funktion« aufhielten.

 

Ein Fotograf der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) hatte die Bilder der amerikanischen Soldaten in dem kleinen Dorf gemacht. Nach Angaben der Washington Post handelt es sich dabei um das Dorf Fatisah, das sich knapp 50 Kilometer nördlich der Stadt Rakka im Osten Syriens befindet.

Rakka ist seit Mitte 2013 vom IS besetzt. Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (Yekîneyên Parastina Gel, YPG), die sich den von den USA unterstützten Demokratischen Kräften Syriens (DKS) angeschlossen haben und im Norden Syriens gegen den IS kämpfen, erklärten, bei den Soldaten handele es sich um Amerikaner.

 

Die DKS begannen in dieser Woche einen Angriff gegen die »IS-Hauptstadt«. Zuvor hatte sich General Joseph Votel, Oberbefehlshaber des amerikanischen Regionalkommandos US Central Command (USCENTCOM), zu einem geheimen Besuch in Nordsyrien aufgehalten.

 

Der Blog Checkpoint der Washington Post bestätigte, dass es sich bei den abgebildeten Soldaten tatsächlich um Amerikaner handele. Auf einem der Bilder sind drei Männer zu sehen, die einen automatischen Granatwerfer vom Typ Mk 47 bedienen. Diese Spezialversion wird besonders von amerikanischen Spezialeinheiten eingesetzt.

 

Nach Angaben des Fotografen hielten sich mehr als ein Dutzend amerikanische Soldaten in dem Dorf auf. Das Weiße Haus räumte die Präsenz von bis zu 300 amerikanischen Angehörigen von Spezialeinheiten in Syrien ein.

 

Einige der auf den Fotos abgebildeten Männer tragen YPG-Abzeichen. Diese kurdische Miliz stellt den Hauptteil der DKS-Kämpfer und ist für den Großteil der gegen den IS erzielten Fortschritte im Norden Syriens verantwortlich.

 

Die Türkei, einer der wichtigsten Verbündeten der USA in der Region, bezeichnet die YPG als Terrororganisation. Auch einige der von den USA in Syrien unterstützten Rebellengruppen sehen die Kurden als ihre Gegner an und könnten den amerikanischen Soldaten das Tragen der YPG-Abzeichen verübeln.

 

»Unsere Spezialeinheiten haben in der Vergangenheit tatsächlich Abzeichen und andere Identitätskennzeichen unserer Verbündeten getragen«, erklärte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Donnerstag gegenüber Journalisten.

 

Sie versuchten auf diese Weise, »sich ihrer Umgebung anzupassen« und so auch ihre eigene Sicherheit zu erhöhen, meinte er weiter, weigerte sich aber, weitere Einzelheiten zu bestätigen oder zu dementieren, um die Sicherheit der Operation nicht zu gefährden.

 

Auch wiederholten Nachfragen, ob die Soldaten, die eigentlich die Milizen vor Ort beraten und unterstützen sollten, auch an Fronteinsätzen beteiligt seien, wich er aus. »Sie bilden keine Vorhut. Sie leisten lediglich Beratung und Unterstützung«, sagte er, ihre Aufgabe habe sich nicht geändert. Als er gedrängt wurde, den Unterschied zwischen »Vorhut« und »Front« genauer zu erläutern, entgegnete er: »Ich kann Ihnen da keine eindeutige Antwort geben. Die Lage ist ständig im Fluss.«

 

Das Dorf Fatisah liegt nicht direkt an der Front des DKS-Vormarsches, sondern etwa acht Kilometer im DKS-Hinterland.

 

Ein weiterer Streitpunkt im Zusammenhang mit der Präsenz amerikanischer Soldaten in Syrien blieb beim Pentagon-Lagebericht allerdings unerwähnt: Während sich die russischen Einsatzkräfte auf offizielle Bitte der syrischen Regierung am Kampf gegen den IS beteiligen, wurde gegenüber den USA eine solche Bitte von der syrischen Regierung niemals ausgesprochen.

 

Washington verweigert jegliche Zusammenarbeit mit Damaskus und beharrt auf einem Regimewechsel zugunsten der Rebellengruppen, die von den amerikanischen Verbündeten Türkei und Saudi-Arabien unterstützt werden.

 

 

 

 

 

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