Samstag, 10. Dezember 2016
09.05.2014
 
 

Steht der Dritte Weltkrieg vor der Tür?

Redaktion

In der Ukraine spielt sich vor unseren Augen ein Drama ab, das hoffentlich den fast schon vorgezeichneten Weg nicht nimmt: militärische Auseinandersetzungen zwischen den Supermächten, der NATO und Russland. So nah wollte die NATO Russland an sich nie mehr kommen, jetzt kommt es wohl auf Nuancen an. Die Parteien scheinen sich jedoch – vielleicht – noch zu einigen. Kommt es an anderen Stellen der Welt zum Ausbruch des Dritten Weltkriegs? Michel Chossudovsky hat eine brisante Analyse vorgelegt.

Der Autor öffnet seinen Lesern die Augen: »Die geheimen Pläne des Pentagons zur Errichtung einer Neuen Weltordnung« hat er sein Buch Das Szenario eines Dritten Weltkriegs in einem Untertitel benannt. Das Buch habe ich mir aus Anlass der Auseinandersetzung um die Ukraine zur Hand genommen. Das Desaster in der Ukraine kam relativ überraschend, auch für die NATO. Deshalb wirken die Aktionen auch vergleichsweise unbeholfen. Die Medienmaschine ist nicht perfekt geölt. Ex-Bundeskanzler Schröder fährt zudem mal eben zur Geburtstags-Nachfeier nach Russland – und daher sieht das Szenario nicht nach dem ganz großen Plan aus.

 

Anders sind die Analysen Chossudovskys zur weltpolitischen Wetterlage. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Ottawa (inzwischen emeritiert), betreibt in Montreal ein Centre for Research on Globalization (CRG), in dem die Daten erhoben werden. In zahlreichen Büchern sowie der legendären Encyclopædia Britannica hat er seine brisanten Forschungen dargelegt, lehrte an zahlreichen Universitäten rund um den Erdball und wurde sogar zum Berater von Regierungen ernannt.

 

Das Geschehen dieser Jahre ordnet der Hochdekorierte in drei ganz große Konfliktgebiete ein: Afghanistan und Pakistan (den so genannten AfPak-Krieg), das Geschehen rund um den Irak/Iran sowie Palästina. In den jüngsten Jahren ist noch Nordafrika hinzugekommen. Das alles passt nach den vorliegenden Analysen zu den breitangelegten Militärplanungen der USA und der NATO. Es entfaltet sich möglicherweise das Szenario für einen Dritten Weltkrieg…

 

Weltkrieg vor der Tür?


Mächtige Worte, doch lassen sich die Aussagen belegen. So hatte die Regierung Bush »in einem Geheimpapier … das Pentagon angewiesen, Eingreifpläne für den Einsatz von Kernwaffen gegen mindestens sieben Länder auszuarbeiten. Zu diesen Ländern gehörten neben Russland und der Achse des Bösen – dem Irak, dem Iran und Nordkorea – auch China, Libyen und Syrien«. Der Autor beschreibt und belegt im Folgenden einen »langen Krieg: die weltweiten Militärpläne«. Über lange Jahre, und künftig sicherlich wieder, musste die Antiterror-Doktrin als Argument herhalten. Überall sahen die Amerikaner al-Qaida oder behaupteten es zumindest. Überall kommt es zum »Kampf der Kulturen«, wie der Autor beschreibt. Und das alles dient nur einem Zweck:

 

»Der frühere NATO-Oberbefehlshaber General Wesley Clark erklärte dazu, die militärischen Planungen des Pentagon sähen eine Abfolge verschiedener Kriegsschauplätze vor« – ein Fünf-Jahres-Kriegsführungsplan gegen sieben Länder…


Chossudovsky räumt unumwunden ein, dass es zu einer Änderung in der Reihenfolge der Kriegsschauplätze kam, die Planungen liefen indes weiter. Im Detail erläutert er uns beunruhigende Strategien:

 

»Der frühere CIA-Mitarbeiter Bob Baer erklärte uns: ›Die CIA und Hollywood sind eine Symbiose eingegangen.‹« Dabei beschreibt er, wie selbst das Show-Business vor den Kriegskarren gespannt werden soll.

 

Kenntnisreich eröffnet Chossudovsky dann einen Blick in die wirklichen Strukturen der Planung. Dabei solle es über zehn so genannte »Unified Combatant Commands«, also Einsatzkommandos mit vereinigten Kompetenzen, dezentraler zugehen als bislang gedacht. Mit anderen Worten: Vor Ort wird entschieden, was zu tun ist. Miniatombomben und deren Einsatz sind längst Bestandteil umfangreicher Planungen, der »Dritte Weltkrieg kein hypothetisches Denkspiel mehr«“, wie er betont. Triebfeder dabei sind nach Analyse von Chossudovsky die US-Konzerne sowie die Regierung, die einfach unter dem Deckmantel der Menschheitsrettung agiert. »Hinter dem Wunsch, die Menschheit zu retten, verbirgt sich fast immer der Wille, sie zu beherrschen.«…

 

Nachdem diese Grundlage gelegt ist, weist uns Chossudovsky in die Details ein: In Eventualpläne – auch gegen Russland –, in die Pläne US-amerikanischer Rüstungskonzerne, in die Produktion so genannter »High-Tech-Atomwaffen«.

 

Besonders erschreckend:

 

Fünf Szenarien, bei denen laut einer US-Doktrin aus dem Jahr 2005 »der Einsatz von Atomwaffen erforderlich sein könnte«. Szenarien, die ich hier nur andeuten kann:

  • Angriffe auf gegnerische Anlagen und Stellungen etwa, in denen sich Massenvernichtungswaffen befinden…

  • Die Abwehr potenziell übermächtiger gegnerischer konventioneller Streitkräfte…

  • Die Demonstration der amerikanischen Entschlossenheit…

Also alles Punkte, die selbst im laufenden Ukraine-Konflikt eine Rolle spielen können. Wie nah diese Szenarien teils sind, erfährt der Leser aus geheimen Dokumenten, wie sie etwa aus dem Fundus der CIA vorliegen: Danach wird etwa al-Qaida verfolgt, obwohl die Gruppe seit Beginn der 80er Jahre (!) durch die CIA selbst finanziert wurde…

 

So erfahren wir auch von weiteren erschreckend weitreichenden Plänen. Von konventionell-atomaren Militäroperationen, bei denen taktische Atomwaffen sogar ohne »neuerliche und explizite Genehmigung durch den Präsidenten« eingesetzt werden können. Wie weit die Planungen reichen, zeigt schließlich ein Blick auf das Hauptquartier des US Strategic Command (USSTRATCOM) in Nebraska. Hier laufen die Fäden für eine weltweite Planung zusammen, die – und dies ist der entscheidende Knackpunkt – auch »präemptive« Schläge erlaubt.

 

»Dringliche Ziele« können demnach auch faktisch als Abschreckung ohne besonderen Anlass eingesetzt werden. Einer der entscheidenden Pläne firmiert als »CONPLAN 8022«, der auch gegen russische und chinesische Ziele eingesetzt werden könnte – erfahren wir alles in dieser strategischen Rundschau.

 

Präemptiver Atomkrieg möglich


Die NATO, die jetzt vor den Toren der Ukraine steht, plant seit 2010 sogar präemptive Atomkriege »als Instrument des Friedens«… Ganz Konkret, alles im Detail nachzuvollziehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Lage in der und um die Ukraine herum noch einmal ganz anders dar. Angeblich geht es nur gegen Ziele wie den Iran. Chossudovsky jedoch spannt den Bogen bis zu den traditionell Verbündeten des Irans, also China und eben Russland… und belegt dann, warum »Amerikas Heiliger Kreuzzug« eigentlich einen »Kampf ums Erdöl« darstellt. Aus dem »Recht zur Selbstverteidigung«, das die USA dort irgendwie konstruieren, wird nach den Belegen des Buchautors das »Recht zur Kriegsführung« – ius ad bellum, wie schon die Römer sagten.

 

Und hier schließt sich wieder der Kreis zu den Erdölzielen – neben Mexiko und Brasilien, China oder Venezuela zählt Russland zu den größeren nicht islamischen Erdölförderländern. Die Konflikte – und so letztlich auch die Ukraine-Auseinandersetzung – lassen sich daher schnell auf die Gier nach Macht und Erdöl zurückführen. Dies zeigt sich dann auch in »Bürgerkriegen« in »ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken« wie Tschetschenien, sortiert der Autor die Geschehnisse folgerichtig ein. In diesem Lichte betrachtet versteht auch der geneigte Leser, warum Chossudovsky alles als »Vorbereitung auf den Dritten Weltkrieg« deutet.

 

Die militärische Vorbereitung für den Angriff auf den Iran ist bereits weit fortgeschritten. Der 1990er-Krieg gegen den Irak wird verständlich, wenn Sie das »freigegebene Dokument des amerikanischen Regionalkommandos US Central Command« zur Hand nehmen. Eskalation ist Teil der militärischen Agenda. Auch China und Russland sind bedroht.

 

Und wenn die Angst vor dem Terror nicht nützt, dann muss laut Chossudovsky eben die Klimaerwärmung herhalten, Angst vor der Schweinegrippe oder dem Virus H1N1. Hauptsache, so erläutert der Autor die Militärpläne, die weltweiten Aufmärsche werden nicht richtig wahrgenommen. Wie genau ein Krieg inszeniert sein könnte, lesen wir schließlich in einer konkreten Beschreibung über die »Kriegssimulation Vigilant Shield 07«. Einzelheiten und Ablaufplanung: alles fein säuberlich dokumentiert und höchst brisant.

 

Abschließend beschreibt Chossudovsky in spannenden Fakten dann sogar noch die Macht einzelner Waffen, die jetzt schon gebaut werden. Die »Mutter aller Bomben« oder eine noch größere GBU-57A/B – alles unter Inkaufnahme des Todes zahlloser Zivilisten.

 

Ziel der USA ist, und damit ist auch die Wichtigkeit der Ukraine-Krise erklärt:

»Zahlreiche gleichzeitige Kriege auf verschiedenen größeren Kriegsschauplätzen zu führen und eindeutig zu gewinnen.«

Eine brisante Einschätzung, die darin gipfelt, dass es vor allem darum geht, die NATO zu stärken und dafür die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) zu schwächen – mit deutlichen Beweisen. »Schluss mit den Kriegen!«, fasst Chossudovsky schließlich zusammen – nach den Eindrücken der vergangenen Tage und der langfristigen Kriegsvorbereitungen ein wahres Wort, auch wenn nach seinen eigenen Analysen »Krieg (gut ist) für das Geschäft«. Auch hier zeigt sich wieder, dass die Verbindung der politischen Beobachtung mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund des Autors brisante Einblicke fördern kann.

 

Eine beeindruckende Analyse, die das Weltgeschehen einordnet. Hier erfahren Leser, wie weit die militärischen Planungen und Fähigkeiten konkret gediehen sind. Eine zeitgemäße, sehr wichtige Lektüre.

 

 

 


 

 

 

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