Über 70 Meter hohe Schwerlast-Trägerrakete startet mit Spionagesatellit ins Weltall
Redaktion
Die über 70 Meter hohe Delta-IV-Schwerlast-Trägerrakete startete am 20. Januar um 13.10 Uhr Ortszeit. An Bord hatte sie einen geheimen Satelliten des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Auftraggeber war der für das militärische Satellitenprogramm der USA verantwortliche Geheimdienst National Reconnaissance Office (NRO). Die Rakete startete von der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg aus, die etwa 210 Kilometer nordwestlich von Los Angeles an der kalifornischen Pazifikküste liegt. Das spektakuläre Schauspiel konnte noch aus 80 Kilometer Entfernung beobachtet werden.

Dies ist die größte Rakete, die jemals von der amerikanischen Westküste aus gestartet ist.
Dieser Start ist der dritte einer auf sechs Satellitenstarts angelegten Reihe, die über einen Zeitraum von acht Monaten erfolgen sollen. Der nächste Start ist für den 5. Februar geplant.
Über die Nutzlast wurden keine detaillierten Informationen preisgegeben, aber die NRO ist für Satelliten verantwortlich, die Informationen für die CIA oder das amerikanische Verteidigungsministerium sammeln.
Derzeit befinden sich drei Satelliten vom Typ KH-11 auf Erdumlaufbahnen, und einige Experten
glauben, dass mit diesem Start ein Aufklärungssatellit ersetzt werden soll, der sich seit 2001 auf einer Umlaufbahn befindet. Seine hochauflösenden optischen Systeme sollen die bisher schärfsten und detailreichsten Bilder liefern. Gerüchten zufolge soll man sogar in der Lage sein, Autokennzeichen entziffern zu können. »Der Satellit soll hochauflösende Bilder militärischer und terroristischer Einrichtungen auf der ganzen Welt liefern«, erklärte nach Angaben des Fernsehsender CNN Jeffrey Richelson, ein Experte für amerikanische Raumaufklärung, der mit dem National Security Archive zusammenarbeitet.
Dies war der insgesamt fünfte Start einer Delta IV. Aber zum ersten Mal wurde von der Westküste der USA aus gestartet, die anderen vier Starts erfolgten von Cape Canaveral in Florida aus.
Die Vorbereitungen für den Start nahmen drei Jahre in Anspruch. Zusätzlich waren Investition in Höhe von 100 Millionen Dollar in die Verbesserung der Infrastruktur in Vandenberg erforderlich. Die letzte Schwerlastrakete vom Typ Titan-IV-B war 2005 von Vandenberg aus gestartet.
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