Wednesday, 25. May 2016
02.04.2014
 
 

UN-Gesandter: Militante in Syrien bereiten Chemiewaffenangriff in Damaskus vor

Redaktion

Der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaafari warnte den UN-Sicherheitsrat, bewaffnete Banden bereiteten einen Chemiewaffenangriff in den Vororten der syrischen Hauptstadt Damaskus vor, um die Verantwortung dann der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zuzuschieben. »Erfahrene syrische Behörden haben in der Region um Dschabar im Verwaltungsbezirk Damaskus Funkkommunikationen zwischen zwei Terroristen abgefangen«, erklärte Dschaafari in einem Schreiben an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und den Sicherheitsrat, das am Dienstag auf der UN-Internetseite veröffentlicht wurde.

In dem Gespräch, so der Diplomat weiter, sagte einer »der Terroristen, ein anderer Terrorist mit dem Namen ›Abu Nadir‹ habe insgeheim schon Gasmasken verteilt«. Darüber hinaus hätten die syrischen Sicherheitsdienste auch eine weitere Kommunikation zwischen Militanten abgefangen, von denen einer »Abu Dschihad« genannt wurde. Während dieses Gesprächs deutete Letzterer an, man werde Giftgas einsetzen, und »forderte die anderen, die mit ihm zusammenarbeiten, auf, Schutzmasken zu verteilen«.

Bereits im März hatte Dschaafari den Sicherheitsrat darüber informiert, dass eine Person namens »Haytham Salahuddin Qassab« für die unter der Bezeichnung Ahrar al-Scham bekannte Terrororganisation chemische Substanzen aus der Türkei nach Syrien transportiert habe. Die Chemikalien habe er angeblich von dem türkischen Import-Export-Unternehmen Dharwa erhalten. Zu den Substanzen gehörten unter anderem weißer Phosphor und Isopropyl-Hydroxylamin. Dschaafari zufolge beabsichtigten die Kämpfer, mit diesen Substanzen in bestimmten Gebieten weißen Rauch zu produzieren und dann später zu behaupten, syrische Flugzeuge hätten Luftangriffe geflogen. »In erster Linie ging es aber bei der Beschaffung dieser Substanzen darum, sie als chemische Waffen einzusetzen«, warnte der syrische Botschafter.

 

Die Informationen in dem oben genannten Brief bestätigen zusammen mit neuen Einzelheiten, die sich aus den abgefangenen Kommunikationen ergeben, dass »bewaffnete terroristische Gruppen den Einsatz von Giftgas in dem Viertel Dschabar und anderen Gebieten vorbereiten, um der syrischen Regierung dann vorwerfen zu können, derartige terroristische Akte verübt zu haben«, meinte Dschaafari.

 

Der syrische UN-Botschafter bestätigte seine Befürchtungen gegenüber RT Arabic. Er wies darauf hin, dass die Kämpfer bereits bei den Chemiewaffenangriffen in Aleppo und in Ghuta, einem Vorort von Damaskus, einem ähnlichen Szenario gefolgt seien. Auch damals hätten sie Streitkräfte Assads für den tödlichen Angriff verantwortlich gemacht. Dschaafari sagte weiter, die UN befassten sich derzeit mit diesen Problemen. Der UN-Generalsekretär sowie die Koordinatorin der Gemeinsamen Mission der UN und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Zerstörung des syrischen Chemiewaffenprogramms, Sigrid Kaag, werden ständig über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.

 

Syrien hatte der Vernichtung seines Chemiewaffenarsenals im Rahmen einer Vereinbarung zugestimmt, die im Wesentlichen durch Russland vermittelt worden war, nachdem die USA zuvor mit einem Militäreinsatz gegen das Land gedroht hatten. Im August 2013 war es in Ghuta, einem Vorort von Damaskus, zu einem verheerenden Chemiewaffenangriff gekommen. Die syrische Regierung und die Opposition machten sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich, bei dem Hunderte von Menschen ums Leben kamen. Beide Seiten bestritten vehement, mit dem Angriff etwas zu tun zu haben.

 

In der vergangenen Woche erklärte die OPCW in einer offiziellen Stellungnahme, bisher seien 49 Prozent der Ausgangsstoffe für das syrische Gift- und Nervengasprogramm ins Ausland geschafft worden, um dort vernichtet zu werden. Die noch verbleibenden chemischen Substanzen sollen bis Ende April das Land verlassen haben, fügte die Organisation in einem Bericht an die Vereinten Nationen hinzu. Der Anteil der Chemikalien, die außer Landes gebracht oder bereits vor Ort in Syrien zerstört wurden, an der Gesamtmenge beläuft sich damit auf 53,6 Prozent.

 

Nach Angaben der OPCW sicherte Damaskus zu, alle chemischen Substanzen bis zum 13. April zu übergeben. Von dieser Zusage ausgenommen seien nur diejenigen Substanzen, die sich in Gebieten befinden, »die gegenwärtig nicht zugänglich sind«. Aber auch die dort gelagerten Substanzen sollen bis zum 27. April weggeschafft werden. Aber bisher scheint es nicht so, als könne die syrische Regierung diese Termine einhalten, wobei sie als Grund dafür die instabile Situation innerhalb des Landes anführt.

 

Nach der Vereinbarung sollen einige chemische Substanzen in Einrichtungen in den USA und Europa vernichtet werden. Ein großer Teil des giftigen Materials soll auf Spezialschiffen auf See zerstört werden. Syrien hatte erklärt, über etwa 700 Tonnen an hochgefährlichen Chemikalien, über 500 Tonnen an weniger gefährlichen Vorläufersubstanzen und über 122 Tonnen Isopropanol, einen aktiven Bestandteil der Saringas-Herstellung, zu verfügen. Bis zum 30. Juni soll die UN/OPCW-Mission abgeschlossen sein.

 

 

 


 

 

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