Friday, 29. July 2016
17.09.2013
 
 

UN: Sprengköpfe bei Chemiewaffenangriff in Syrien »können aus originaler oder improvisierter Produktion stammen«

Redaktion

Die Ermittlergruppe der Vereinten Nationen (UN), die den Chemiewaffenangriff in den Außenbezirken der syrischen Hauptstadt Damaskus am 21. August untersuchte, ist zu dem Schluss gekommen, dass in Ghuta tatsächlich Giftgas eingesetzt wurde. Unklar ist noch, ob dieser Angriff von den Streitkräften Assads oder von Rebellen verübt wurde.

In dem UN-Bericht heißt es, es gebe »klare und überzeugende Beweise dafür, dass Boden-Boden-Raketen, deren Sprengköpfe das Nervengas Sarin enthielten, in den Vierteln Ein Tarma, Muadamija und Zamalka in Ghuta im Großraum Damaskus eingesetzt wurden«.

In der Frage, wem diese Boden-Boden-Raketen zuzuordnen seien, ob den Rebellen oder Regierungstruppen, bleibt der Bericht eine klare Antwort schuldig. Der 38-seitige Bericht wurde von einer UN-Expertengruppe erarbeitet, die Ende August in Damaskus ihre Arbeit aufnahm und mehr als 30 Proben von Opfern und aus der Umgebung nahm.

 

Die Expertenkommission beklagte, ihr habe nur begrenzte Zeit zur Untersuchung zur Verfügung gestanden, und wies darauf hin, dass Beweise möglicherweise »bewegt« oder sogar »manipuliert« worden sein könnten, da sich viele andere unbeteiligte Personen vor und während der Untersuchung in dem Gebiet, in dem die Angriffe stattfanden, aufgehalten hätten.

 

Nur an zwei von fünf Einschlagsorten ließen sich Rückschlüsse auf die Flugbahn ziehen

 

Nur an zwei der insgesamt fünf von der UN untersuchten Einschlags- und Explosionsorte ergaben sich Hinweise auf die mögliche Flugbahn der Raketen. Am ersten Einschlagsort Muadamija wurden Hinweise ermittelt, aus denen hervorgeht, dass die eingesetzten Waffen »einer der Versionen der sowjetischen M14-Artillerierakete entsprechen«. Die UN betonten, die Sprengköpfe (die an dem Einschlagsort nicht zu sehen waren) könnten »aus originaler oder improvisierter Produktion« stammen.

An einem Einschlagspunkt, der als Krater zu erkennen war, wurde ein passender »intakter Raketenmotor zusammen mit kleinen Metallfragmenten gefunden, die außerhalb des Kraters verstreut waren«. »Es ließen sich keine Anzeichen für Schäden um den Krater herum finden, die durch eine Druckwelle oder Sprengstoffe hervorgerufen wurden«, heißt es in dem UN-Bericht. Dies deute darauf hin, dass der Sprengkopf nicht am eigentlichen Einschlagsort gefunden wurde.

 

»Die Rakete schlug zuerst in einer Ecke des zweiten Stockwerks eines angrenzenden Wohngebäudes in östlicher Richtung ein. Dann setzte der Sprengkopf die in ihm befindlichen Substanzen frei oder wurde vom Raketenkörper abgetrennt… das Triebwerksteil verfügte offenbar noch über so viel kinetische Energie, dass es seinen Weg bis zu seinem letztlichen Fundort fortsetzen konnte«, erläutert der Bericht.

Nach der Beschreibung der Waffe in dem Bericht besaß sie eine »hellgraue Farbe« und auf ihr waren an der Seite die Zahlen »97-179« sowie eingravierte kyrillische Buchstaben am unteren Dichtungsring zu erkennen. »Das Triebwerk wies zehn kreisförmig am unteren Ende der Rakete angeordnete Strahldüsen auf, in deren Mitte sich eine Kontaktplatte aus Metall befand.«

 

Beweismittel, die an der vierten Einschlagstelle, dem Viertel Ein Tarma, gefunden wurden, belegen, dass die eingesetzten Waffen einer Artillerierakete vom Kaliber 330 mm entsprechen und Merkmale aufwiesen, die »mit einer ungelenkten Rakete übereinstimmen«. Nach Ansicht der UN-Experten zeigen »die Ausrichtung und die Einschlagskrater« sowie andere Schäden, dass die Raketen von einer nicht genau bestimmten Region im Nordwesten abgefeuert wurden.

Das Raketentriebwerk weist »sechs Stabilisierungsflossen auf, die kreisförmig, in gleichmäßigen Abständen angeordnet und mit einem Metallring fixiert waren«. Eine Rakete trug die Nummer »157«, die in der Mitte eines Triebwerksrohrs aufgesprüht worden war. Das an dem Sprengkopf befestigte Triebwerksrohr besaß eine »Frontplatte aus Metall mit einer Zündvorrichtung in der Mitte«.

 

Der Sprengkopf der Rakete scheint sich vor dem Einschlag in das Gebäude von der Rakete gelöst zu haben. Dabei wurden die in ihm befindlichen Substanzen freigesetzt, bevor er dann die Wände durchschlug und dort einschlug, wo er dann gefunden wurde.

 

Die internationalen Reaktionen auf den Bericht fielen unterschiedlich aus. Ein russischer UN-Vertreter erklärte, der nun vorliegende Bericht über den Chemiewaffenangriff vom 21. August liefere keine »unwiderlegbaren Daten« und lasse keine endgültigen Schlussfolgerungen zu. Demgegenüber behaupteten die USA und Großbritannien, die Untersuchung bestätige, dass das Assad-Regime hinter dem Angriff stecke.

 

 

 

 


 

 

 

 

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