Tuesday, 27. September 2016
08.08.2014
 
 

US-Präsident Obama genehmigt Luftangriffe im Irak »zum Schutz amerikanischer Mitarbeiter«

Redaktion

Am Donnerstag erklärte der amerikanische Präsident Barack Obama, er habe den Einsatz von Luftangriffen im Irak genehmigt, wenn sie erforderlich seien, um sich dort aufhaltende Amerikaner zu schützen. Zugleich erklärte er, man habe bereits humanitäre Güter aus der Luft abgeworfen, um die Lage der teilweise eingeschlossenen oder geflohenen religiösen Minderheiten des Landes zu erleichtern.

 

In einer Stellungnahme aus dem Weißen Haus sagte der Präsident, mit den aus der Luft abgeworfenen Hilfsgütern wie Wasser und Nahrungsmittel wolle man den Tausenden Zivilisten helfen, deren Leben unmittelbar durch die Kämpfer des »Islamischen Staates« (IS) bedroht sei, die sie in einer Bergregion in der Nähe ihrer Dörfer, in die sie geflohen waren, eingeschlossen hätten.

Weiter sagte Obama, der »Islamische Staat« habe zur systematischen Ermordung christlicher Minderheiten sowie der Jesiden, einer im Nordirak lebenden ethnischen kurdischen Minderheit, aufgerufen. Dieser Aufruf sei als Aufruf zum Völkermord zu werten. »Heute kommt Amerika zu Hilfe«, meinte er, die USA »können und sollten zwar nicht jedes Mal eingreifen, wenn es in der Welt zu Krisen kommt, aber sie müssen handeln, wenn unschuldige Menschen von Gewalt in einem erschreckenden Ausmaß bedroht sind«.

 

Die USA seien bereit, »gezielte militärische Operationen« in Form von Luftangriffen durchzuführen, wenn sie erforderlich seien, um etwa amerikanische Mitarbeiter des Konsulats in Erbil oder der Botschaft in Bagdad zu schützen. Zusätzlich werde man mit Luftangriffen auch gegen Konvois der Terrorarmee des »Islamischen Staates« vorgehen, sollten diese sich Erbil nähern.

»Ich habe daher gezielte Luftangriffe genehmigt, sollten sie zur Unterstützung der bewaffneten Kräfte im Irak erforderlich sein, um den Belagerungsring um den Gebirgszug Dschabal Sindschar herum aufzubrechen und die dort eingeschlossenen Zivilisten zu schützen. Wir werden vorsichtig und verantwortungsbewusst vorgehen, um einen möglichen Völkermord zu verhindern.

Wenn wir uns einer solchen Situation gegenübersehen, wie etwa in diesem Gebirgszug, auf dem unschuldige Menschen von Gewalt schrecklichen Ausmaßes bedroht sind, wenn wir zur Hilfe aufgefordert sind… und wenn wir über die einzigartigen Fähigkeiten verfügen, ein Massaker zu verhindern, dann sollten sich die USA meiner festen Überzeugung nach nicht abwenden.«

 

Die humanitäre Hilfe besteht bisher aus 20 000 Litern Trinkwasser sowie 8000 abgepackten Mahlzeiten, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Sie wurden von einer Transportmaschine vom Typ C-27 und zwei Maschinen vom Typ C-130 aus abgeworfen. Die Frachtflugzeuge wurden dabei von zwei F/A-18-Kampfflugzeugen eskortiert. Vor dem Abwurf kreisten sie etwa 15 Minuten über der Abwurfstelle.

 

Weiter sagte Obama, die USA berieten zusammen mit den Vereinten Nationen über Lösungen für die enorm zugespitzte Lage im Irak. Andererseits werde er nicht zulassen, dass die USA in einen weiteren Krieg in den Irak hineingezogen würden, warnte er. Der amerikanische Präsident schloss die Rückkehr und den Einsatz von Bodentruppen im Irak aus und betonte, die dortigen Probleme seien mit militärischen Mitteln nicht zu lösen. Der Irak brauche dringend einen umfassenden Prozess der politischen Wiederannäherung und Aussöhnung seiner Bevölkerung.

 

Derzeit sind Zehntausende Jesiden auf einem Gebirgszug in der Nähe ihrer Dörfer von Kämpfern des IS eingeschlossen. Die IS-Kämpfer haben im Irak in der letzten Zeit deutlich Geländegewinne gemacht. So eroberten sie zuletzt Berichten zufolge die Region, in der sich der größte Staudamm des Iraks, der Mosul-Staudamm, und einige Erdölfelder befinden. Sie kündigten an, alle Minderheiten zu ermorden, die sich nicht zu ihrer radikalen Auslegung des Islam bekennen.

 

Die Streitkräfte des »Islamischen Staates« haben ebenfalls die Stadt Karakosch, die größte christliche Stadt des Landes, eingenommen. Mindestens ein Viertel ihrer Bewohner ist bereits geflohen, weil sie befürchten, von den Terroristen getötet zu werden, sollten sie sich weigern, ihrem Glauben abzuschwören.



Update: Obama hat keine Zeit vertrödelt und Stellungen bombardieren lassen

 

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Leser-Kommentare (18) zu diesem Artikel

09.08.2014 | 18:37

Hans Kolpak

Da stimmt doch etwas nicht! "In einer Abstimmung von historischer Bedeutung bekräftigte am 25.7.2014 das Repräsentantenhaus der USA in einer Resolution zum Militäreinsatz im Irak über die Parteigrenzen hinweg: nur der Kongreß hat das Recht, Krieg zu erklären! ... Offensichtlich haben viele Kongreßabgeordnete mittlerweile realisiert, wie sehr der Kongreß sich jahrelang seinen verfassungsmässigen Verpflichtungen entzogen hat. Als Folge davon wurden die USA in Kriege geführt,...

Da stimmt doch etwas nicht! "In einer Abstimmung von historischer Bedeutung bekräftigte am 25.7.2014 das Repräsentantenhaus der USA in einer Resolution zum Militäreinsatz im Irak über die Parteigrenzen hinweg: nur der Kongreß hat das Recht, Krieg zu erklären! ... Offensichtlich haben viele Kongreßabgeordnete mittlerweile realisiert, wie sehr der Kongreß sich jahrelang seinen verfassungsmässigen Verpflichtungen entzogen hat. Als Folge davon wurden die USA in Kriege geführt, die auf Lügen basierten. Besonders die Autorisierungen von 2001 und 2002 zum Einsatz militärischer Gewalt (AUMFs) nach 9/11 und gegen den Irak führten zu systematischen Verletzungen der US-Verfassung." Quelle: http://www.bueso.de/node/7564


09.08.2014 | 03:11

Stffen Walther

Hier geht es nicht um humanitäre Ziele, hier geht es um die Sicherung des Pezrodollas und um seine Ressourcen im Irak. Sonst nichts. Die Bürger oder Glaubensbrüder die abgeschlachtet werden geht es den USA nicht.


08.08.2014 | 22:02

D.pieloth

Danke!! Mein Kommentar Beschreibt die Wirklichkeit ! Doch sie sind gebrieft und haben wie ich sehe nicht die Kraft über Ihren eigenen Schatten zu springen.! Wir brauchen Mut sonst wird sich nie etwas ändern.


08.08.2014 | 21:29

Ulrich

Irene@, Ihr Gedanke zum Thema "Dschihadisten und ihr Auftrag in Europa" ist auch bedenkenswert. Ich erinnere nur mal an das Stichwort "Gladio" und die Terroranschläge in den 70er Jahren! Wenn ich mir dann heutzutage anhören muß, dass "Deutsche Dschihadisten" zwischen Syrien, Irak und Deutschland hin und her reisen, und der BND diese dabei beobachtet und nichts tut, dreht sich mir schon wieder der Magen um. Bekanntermaßen arbeiten ja die deutschen...

Irene@, Ihr Gedanke zum Thema "Dschihadisten und ihr Auftrag in Europa" ist auch bedenkenswert. Ich erinnere nur mal an das Stichwort "Gladio" und die Terroranschläge in den 70er Jahren! Wenn ich mir dann heutzutage anhören muß, dass "Deutsche Dschihadisten" zwischen Syrien, Irak und Deutschland hin und her reisen, und der BND diese dabei beobachtet und nichts tut, dreht sich mir schon wieder der Magen um. Bekanntermaßen arbeiten ja die deutschen Dienste für die Amerikaner, und das war in den 70er Jahren nicht anders.


08.08.2014 | 21:01

Irene

Ulrich18:24: Genauso läuft es ab. Die USA machen aber schon gar nichts zum Wohle Anderer. Sie schauen nur auf sich selbst und die EU-Marionetten unterstützen dies noch großartig und machen sich zu Mittäter, Vielleicht werden diese IS (welche von Amerika ausgebildet und bezahlt), wahrscheinlich auch von der EU gesponsert wurden auch noch für Europa gebraucht. Da sind die Amis Weltmeister, wenn sie Kriege unter falscher Flagge organisieren können.


08.08.2014 | 19:14

susie meier

sprachloss...über so viel ignoranz und gott schütze ( uns vor ) amerika ,...wann hört das morden endlich auf ..und wann müssen die endlich vor gericht ..ihre verantwortung an millionen toten und traumatisierten generationen ..übernehmen ...wann ???

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