Tuesday, 21. May 2013
07.07.2012
 

US-Regierung führend bei Nutzerdatenabfrage bei Twitter

Redaktion

Wenn es darum geht, von der Mikroblogging-Plattform Twitter Nutzerdaten anzufordern, nehmen die USA die absolute Spitzenposition ein, heißt es in einem Transparenz-Bericht von Twitter, der sich auf die erste Jahreshälfte 2012 bezieht.

Dieser erste Bericht seiner Art berücksichtigt den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni dieses

 

Jahres und legt offen, dass 679 der insgesamt 849 Forderungen nach Übermittlung von Nutzerdaten von den USA getätigt wurden. Japan liegt mit 98 Fällen an zweiter Stelle; England und Kanada folgen mit jeweils elf Abfragen. Alle weiteren aufgelisteten Länder forderten in zehn oder weniger Fällen Informationen zu den Nutzern an.

 

 

»Wie aus diesem ersten Datensatz hervorgeht, erhielten wir in der ersten Jahreshälfte 2012 mehr Anfragen von Regierungen als im gesamten Vorjahr«, schrieb Jeremy Kessel, der bei Twitter für rechtliche Angelegenheiten zuständig ist, in einem Blogeintrag. In 75 Prozent aller Fälle lieferte Twitter »alle oder einen Teil der gewünschten Informationen«.

 

Das Unternehmen stimmte der Forderung anderer Länder als den USA nach Weitergabe von Informationen weitaus weniger zu. So erhielten die Niederlande nur in der Hälfte der Fälle die Informationen, im Falle Griechenlands und Australiens geschah es nur in 33 Prozent der Fälle. Bei Anforderungen aus Japan, Kanada und England wurden sogar nur in einem Fünftel der Anfragen die Informationen erteilt. Bei Anfragen aus zahlreichen anderen Ländern wie Italien, Frankreich, der Schweiz und Spanien wurden keinerlei Informationen weitergegeben.

 

Der Bericht legt auch offen, dass in den letzten sechs Monaten 5.275 Twitter-Einträge gelöscht und 5.874 Twitter-Konten von Konflikten im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen betroffen waren.

 

Der Twitter-Transparenz-Bericht wurde am Vorabend des amerikanischen Unabhängigkeitstags am 4. Juli veröffentlicht. Er soll, so schrieb Kessel weiter, »unterstreichen, wie wichtig und notwendig es ist, Regierungen zur Verantwortung zu ziehen, insbesondere im Interesse derjenigen, die aus eigener Kraft dazu vielleicht nicht in der Lage sind.«

 

In seinem Blogeintrag erklärte Kessel, die Mitarbeiter seiner Abteilung hätten sich von »der großartigen Arbeit der Kollegen von Google« vor Kurzem inspirieren lassen. Am 18. Juni hatte Google seinerseits seinen jüngsten Transparenz-Bericht vorgelegt, in dem ausführlich die Forderung der Regierung nach Löschungen und Nutzerdaten zur Sprache gekommen waren.

 

Der Transparenz-Bericht erschien am gleichen Tag, an dem der Bezirksstaatsanwalt von New York entschied, Twitter müsse im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen im letzten Jahr verhafteten Demonstranten der Occupy-Wall-Street-Bewegung Nachrichten und Einträge von Aktivisten der Occupy-Bewegung über einen Zeitraum von drei Monaten zugänglich machen.

 

 

Quelle: RT

 

 


 

 

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