Sunday, 25. September 2016
28.05.2014
 
 

US-Staatsfunk: USA bilden in Katar syrische Rebellen dazu aus, »Hinterhalte zu legen« und Verwundete endgültig zu »erledigen«

Redaktion

Wie aus Gesprächen mit direkt Beteiligten hervorgeht, die in einer Dokumentation der bekannten amerikanischen Dokumentarreihe Frontline zu sehen sind, bildete das amerikanische Militär auf einem geheimen Stützpunkt in Katar Rebellen dazu aus, syrische Regierungstruppen und deren Fahrzeuge zu überfallen sowie »Soldaten, die einen Hinterhalt überlebt haben, endgültig zu erledigen«.

Diese Dokumentation, die Dienstagabend über den Fernsehsender PBS ausgestrahlt wurde, liefert seltene Einblicke darein, auf welche Weise Washington den bewaffneten Aufstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt.

 

In der Sendung interviewt der Journalist Muhammad Ali syrische Rebellen, die als Mitglieder einer »moderaten Gruppe« bezeichnet werden. Sie beschreiben unter anderem ein geheimes Treffen mit ihren »amerikanischen Betreuern« in der Türkei und berichten, wie sie mit Waffen und Munition versorgt und dann anschließend zur weiteren Ausbildung nach Katar gebracht wurden.

 

In dem Stützpunkt in Katar, der sich an der Grenze zu Saudi-Arabien befinden soll, wurden die Rebellen angeblich drei Wochen lang im Gebrauch moderner Waffen und dem Einsatz spezieller Kampftechniken unterwiesen, erhielten aber auch neue Uniformen und Stiefel. »Sie brachten uns bei, Hinterhalte für Fahrzeuge des Regimes oder andere Gegner sowie Straßensperren anzulegen«, erklärte ein maskierter Kämpfer, der lediglich mit »Hussein« angeredet wurde, dem Journalisten.

 

»Sie zeigten uns auch, wie man ein Fahrzeug angreift, es überfällt, sich Informationen oder Waffen und Munition von den Insassen verschafft und schließlich die Soldaten umbringt, die den Hinterhalt überlebt haben.« Laut Ali besaß der etwa 21-jährige Kämpfer wie viele seiner Mitkämpfer bisher keine militärische Ausbildung. Ursprünglich seien Hussein und etwa 80 bis 90 andere Rebellen auf Drängen »amerikanischer Kontakte« zu Ausbildungszwecken nach Ankara geschickt worden, erklärte Husseins Anführer dem Journalisten.

 

Nachdem die Rebellen zunächst einige Tage lang »zu ihren politischen Ansichten und der bisherigen Kampferfahrung ihrer Einheit« befragt worden waren, erklärten einige Offiziere, die nach Meinung des Anführers zum amerikanischen Geheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) gehörten, den Rebellen, sie würden nun in ein Ausbildungslager nach Katar verlegt. In diesem am Persischen Golf gelegenen kleinen Emirat befinden sich mehrere amerikanische Militärstützpunkte.

 

Inwieweit sich Ausbildungen wie diese auf den Ausgang des Bürgerkriegs in Syrien auswirken werden, bleibt offen. Die Rebellen selbst erklärten gegenüber den Journalisten, sie benötigten dringend Flugabwehrraketen, um der Luftüberlegenheit der Streitkräfte Assads etwas entgegensetzen zu können. »Als mir bewusst wurde, dass es keine Ausbildung an Luftabwehrraketen geben würde, sank meine Kampfmoral«, erklärte ein Kämpfer gegenüber Ali.

 

Im Mai wurde schon berichtet, dass die USA so genannten moderaten Oppositionskräften im Rahmen eines »Pilotprojekts«, das darauf abzielt, die gegen Assad kämpfenden Rebellen zu stärken, Panzerabwehrwaffen zur Verfügung stellten. Nach Aussagen amerikanischer Regierungsvertreter soll diese Initiative als Testfall dienen, um Aufschluss darüber zu erhalten, inwieweit die USA die Rebellengruppen mit Waffen versorgen könnten, »ohne dass diese Waffen in die falschen Hände« – etwa islamistischer Extremisten wie der mit al-Qaida verbundenen Al-Nusra-Front und anderer Gruppen – fielen.

 

Der Bürgerkrieg in Syrien begann 2010, als zunächst friedliche Proteste gegen Assad in Gewalt umschlugen. Als Folge des Konflikts sind bisher mindestens 150 000 Menschen gestorben, und Millionen weiterer Menschen wurden vertrieben und flohen teilweise ins Ausland. Im vergangenen Jahr erreichte die internationale Gemeinschaft einen deutlichen Fortschritt, als die USA und Russland sich darauf verständigten, Syrien müsse sein Chemiewaffenarsenal zerstören, nachdem es zuvor am 21. August 2013 zu einem Giftgasangriff in Damaskus gekommen war.

 

Die Arbeitsgruppe der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) der Vereinten Nationen, die die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen überwacht, bestätigte Anfang diesen Monats, dass 92 Prozent der Chemiewaffen aus dem vom Kriege schwer heimgesuchten Land abtransportiert worden seien.

 

 

 


 

 

 

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