Thursday, 30. June 2016
18.11.2011
 
 

Europäische Schuldenkrise bedroht den Dollar

Ron Paul

Die weltweite Wirtschaftslage verdüstert sich täglich mehr. Praktisch die Hälfte aller amerikanischen Banken halten erhebliche Schuldverschreibungen aus Europa. Aber noch weitaus gefährlicher für den amerikanischen Steuerzahler ist der Status des Dollar als weltweite Reservewährung und die Rolle der US-Notenbank Federal Reserve als »Kreditgeber der letzten Instanz«. Wie wir aus jüngsten Veröffentlichungen erfahren mussten, haben nicht nur Unternehmen wie AIG, die Automobilindustrie und verschiedene Banken, sondern auch zahlreiche ausländische Zentralbanken von diesen Faktoren profitiert, als sie in Schieflage gerieten. Aber das Angebot, die Produktivität der amerikanischen Bevölkerung zu opfern, ist keine Lösung.

Griechenland könnte der erste Dominostein in der Reihe der angeschlagenen europäischen Volkswirtschaften sein, der umfällt. Anstatt aus dem Schreckensbeispiel Griechenlands mit seinem überbordenden staatlichen Sektor und seiner schrumpfenden Privatwirtschaft zu lernen, muss man

leider damit rechnen, dass unsere Politiker sich zu einer Rettungsaktion für diejenigen entscheiden, die in Europa investiert haben.

 

Die USA halten nur wenige Schuldverschreibungen der darniederliegenden griechischen Banken, aber sehr viel größere europäische Volkswirtschaften könnten in große Schwierigkeiten geraten,und dies hätte dann allerdings gravierende Auswirkungen auf amerikanische Banken. Im Falle Griechenlands ist eine Rettung möglich, weil es technisch gesehen klein genug ist. Für Deutschland und Frankreich gilt das nicht. Amerikanische Banken halten schätzungsweise Schuldverschreibungen angeschlagener deutscher und französischer Banken in einer Größenordnung von einer Billion Dollar. Da die Bereitschaft groß ist, die alten Schulden mit neuen Schulden zu bezahlen, könnte der Euro zusammenbrechen. Wird die Federal Reserve zur Verantwortung gezogen, wenn der Euro den Dollar mit sich in den Abgrund reißt?

Der hinterlistigste Aspekt im Zusammenhang mit den Darstellungen der europäischen staatlichen Schuldenkrise betrifft die Behauptung, dass ganze Volkswirtschaften zusammenbrechen würden, wenn den produktiven Bevölkerungen aus allen Teilen der Welt nicht noch weitere Finanzmittel entzogen würden. Das trifft nicht zu. Sicherlich stehen den Banken harte Zeiten bevor, aber freie Menschen finden immer wieder einen Weg zu Wohlstand, wenn die Politiker ihnen keine Steine in den Weg legen. Gemeinden und Körperschaften bilden mit Griechenland zusammen Tauschsysteme, weil sie wissen, dass der Euro instabil wird. Die Griechen lernen wieder, ohne den Einsatz von Fiat-Geld, das von Zentralbanken kontrolliert wird, miteinander Handel zu treiben. Sie entdecken mit anderen Worten, was Geld wirklich ist, und sie wirtschaften miteinander mit Methoden [der Wertschöpfung], die weder kontrolliert, manipuliert, verschleudert oder der Inflation zum Opfer fallen oder von korrupten Bankern und ihnen willfährigen Politikern vernichtet werden können. Landwirte werden immer noch Lebensmittel anbauen, Automechaniker werden immer noch Autos reparieren und die Menschen werden immer noch Dinge herstellen und sie mit anderen tauschen. Kein Banker oder Politiker kann das aufhalten, indem ein Tausch- oder Zahlungsmittel zerstört wird. Die Menschen werden andere Tauschmittel erfinden oder schaffen.

Aber leider wird es für die Menschen immer schwieriger, mit der Inflation und der ihnen auferlegten Steuerlast fertig zu werden, wenn die Politiker versuchen, die Währung über gesetzlich festgesetzte  Zahlungsmittel zu monopolisieren. Die Banker sollten lieber eine ungeliebte Kürzung ihrer Forderungen akzeptieren, als unschuldige Menschen für ihre Fehler bluten zu lassen. Die Verluste sollten begrenzt und abgeschrieben werden, anstatt sie immer wieder umzuschulden und damit noch zu belohnen. Nur so können wir uns wirtschaftlich erholen.

Staatsschulden gelten als sehr solide, weil sie durch die Möglichkeiten der Regierung bedeckt sind, zwangsweise zusätzliche Zinszahlungen aus der Bevölkerung herauszupressen. Aber die Bevölkerung ist immer weniger bereit, zum Wohle der Banker belogen zu werden. Die Aufstände und die Gewalt in Griechenland zeigen uns die Grenzen der Belastbarkeit dieses Systems.

Wenn wir fortfahren, Banken zu retten, sodass sie damit weitermachen können, Geld zu verspielen, und wenn wir dann diese Schuldenlast unbekümmert dem Steuerzahler aufbürden, ist leicht vorherzusehen, wohin uns das führen wird.

 

 

 


 

 

 

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