Friday, 24. May 2013
24.06.2012
 

Chossudovskys neuestes Buch: Die angebliche Äußerung des iranischen Präsidenten, »Israel müsse von der Landkarte getilgt werden« ist eine grobe Verfälschung

Sherwood Ross

Die provozierende Erklärung, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden, die dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zugeschrieben wird, »ist niemals gefallen«, schreibt der renommierte kanadische Wirtschaftswissenschaftler Michel Chossudovsky in seinem neuesten Buch Das Szenario eines Dritten Weltkriegs: Die geheimen Pläne des Pentagons zur Errichtung einer Neuen Weltordnung.

Und überhaupt, so der Professor der Universität Ottawa, zitiere Ahmadinedschad an der besagten Stelle Ajatollah Khomeini, der keineswegs fordere, die Nation Israel auszulöschen, sondern auf eine Veränderung des israelischen Regimes dränge – und das sei schon ein erheblicher Unterschied. »Dieses Gerücht wurde von amerikanischen Medien in die Welt gesetzt, um den iranischen Staatschef zu diskreditieren und einen Vorwand für einen umfassenden Krieg gegen den Iran zu liefern«, erklärt Chossudovsky weiter.

 

Was hat Ahmadinedschad tatsächlich gesagt? Wir zitieren hier einmal seine Worte auf Farsi:

»Imam ghoft een rezhim-e ishghalgar-e qods bayad az safheh-ye ruzgar mahv shavad

 

Dem Leser fällt zunächst das Wort »rezhim-e« ins Auge, das im Deutschen mit »Regime« übersetzt wird. Zudem fällt auf, dass das Wort »Israel« im Zitat überhaupt nicht vorkommt. Ahmadinedschad verwendete an dieser Stelle die besondere Phrase »rezhim-e ishghalgar-e qods«, die sich auf das »Regime, das Jerusalem besetzt« bezieht.

 

Und was die angebliche Forderung, Israel müsse von der Karte getilgt werden, angeht, so wurde das Wort »Karte« niemals verwendet und könnte es auch kaum, da das persische Wort für »Karte« »nagsheh« lautet und an keiner Stelle in der Rede Ahmadinedschads vorkommt (siehe: Global Research und auch Kopp Online.

 

»Auch die westliche Redewendung ›von der Landkarte tilgen‹ wurde nie verwendet«, schreibt Chossudovsky weiter. »Dennoch sollen wir glauben gemacht werden, dass der iranische Präsident drohte, ›Israel von der Landkarte zu tilgen‹, obwohl er die Worte ›Landkarte‹, ›tilgen‹ oder selbst ›Israel‹ niemals geäußert hatte.«

 

Das gesamte Zitat ins Deutsche übersetzt lautet: »Der Imam erklärte, dieses Regime, das Jerusalem besetzt, muss aus den Seiten der Geschichte [wörtlich: ›der Zeiten‹] verschwinden.«

 

Wort-für-Wort-Übersetzung:

 

Imam (Khomeini) ghoft (erklärte) een (dieses) rezhim-e (Regime) ishghalgar-e (besetzend)qods (Jerusalem) bayad (muss) az safheh-ye ruzgar (von den Seiten der Zeit) mahv shavad (verschwinden).

 

Im Kern fordere Präsident Ahmadinedschad in seiner Erklärung einen notwendigen »Regimewechsel« in Israel, meint Chossudovsky und fährt fort: »Man kann Ahmadinedschads relativ farblose Erklärung zu einem Regimewechsel auch mit der Äußerung des früheren stellvertretenden Verteidigungsministers Paul Wolfowitz vergleichen, der dazu aufrief, ›Staaten abzuschaffen, die Terrorismus fördern‹. Dabei schwebte Wolfowitz die Zerstörung von Nationalstaaten vor.«

 

»Die angebliche Forderung, ›Israel muss von der Landkarte verschwinden‹, diente nicht nur dazu, einen präemptiven Angriff auf den Iran zu rechtfertigen, sondern auch die Friedensbewegung zu unterdrücken und einzudämmen«. Offenbar sei diese Strategie erfolgreich gewesen, denn »in den USA finden kaum Veranstaltungen statt, die sich den amerikanisch-israelischen Drohungen gegen den Iran widmen«, erläutert der kanadische Professor: »Der Iran wird von vielen in der Friedensbewegung als potenzieller Aggressor gesehen. Und seine nicht vorhandenen Atomwaffen gelten als Gefahr für die weltweite Sicherheit.«

 

Der Artikel, in dem über die Rede des iranischen Präsidenten berichtet wurde, stammte aus der Feder Nazila Fathis und erschien am 27. Oktober in der New York Times. Bereits im ersten Satz heißt es dort:

»TEHERAN. Der neue konservative iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte …[am 25. Oktober 2005], Israel müsse ›von der Landkarte getilgt werden‹, und dass Angriffe der Palästinenser es zerstören würden, berichtete die Presseagentur ISNA

Chossudovsky schafft mit seiner Richtigstellung in seinem neuen Buch Das Szenario eines Dritten Weltkriegs: Die geheimen Pläne des Pentagons zur Errichtung einer Neuen Weltordnung in diesem Punkt bezüglich der groben Verfälschung der Äußerungen des iranischen Präsidenten Klarheit. Die Analyse des Autors konzentriert sich vor allem darauf, wie die angebliche Äußerung, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden, dazu benutzt wurde, den Iran als Bedrohung der Sicherheit Israels zu brandmarken und so einen präemptiven Nuklearangriff gegen die Islamische Republik zu rechtfertigen.

 

Moralische Unterstützung: Der frühere malaysische Ministerpräsident Dr. Mahathir Mohamad (zweiter von links) im Gespräch mit Professor Chossudovsky (links) bei der Vorstellung von dessen neuestem Buch Das Szenario eines Dritten Weltkriegs: Die geheimen Pläne des Pentagons zur Errichtung einer Neuen Weltordnung im Rahmen einer Veranstaltung der Perdana-Stiftung Weltfrieden in Kuala Lumpur.

 

Rezensionen:

 

»Professor Chossudovskys schonungslos offenes und fesselndes Buch legt dar, warum und wie wir ohne weitere Verzögerung eine konzertierte und entschlossene Kampagne beginnen müssen, um diesen drohenden, alles verschlingenden Untergang der Menschheit und unseres Planeten abzuwenden. Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der sich den Idealen und Zielen der Friedensbewegung weltweit verpflichtet fühlt.«

Francis A. Boyle, Professor für Völkerrecht an der Juristischen Fakultät der Universität von Illinois

 

 


 

 

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